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3. Liga
Chemnitzer FC meldet Insolvenz an

Der Chemnitzer FC hat finanzielle Probleme.
Der Chemnitzer FC hat finanzielle Probleme. FOTO: dpa, te fpt skm dna
Chemnitz. Nach dem FC Rot-Weiß Erfurt hat auch Drittligist Chemnitzer FC einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Nach Rot-Weiß Erfurt hat ein zweiter Ost-Traditionsklub in der 3. Fußball-Liga Insolvenz angemeldet. Der Vorstand und der Aufsichtsrat des finanziell angeschlagenen Chemnitzer FC beschlossen jeweils einstimmig, den Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzantrages einzureichen.

"Der Verein hat Verbindlichkeiten aufgebaut, die vom Vereinsvermögen nicht gedeckt sind", teilte der CFC am Dienstag mit und appellierte "an alle Mitglieder, Fans und Unterstützer, den Verein nicht fallen zu lassen, sondern gemeinsam für einen erfolgreichen Neustart zu kämpfen".

Aufsichtsratschef Uwe Bauch sagte am Nachmittag auf einer Pressekonferenz: "Dieser Schritt tut allen himmelblauen Fans weh, er ist auch für die Stadt Chemnitz sehr traurig." Man habe nach gutem Gewissen entschieden. Vorstand Thomas Uhlig sprach von mehr als 2,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten, dazu kämem noch 1,5 Millionen aus einem alten Kredit. Präsident Andreas Georgi ergänzte: "Wir rechnen mit einer Zahlungsunfähigkeit." Die Antragsstellung sei auch eine Zäsur.

Thomas Georgi, der in den vergangenen Wochen auch die Funktion des Geschäftsführers ausübte, berichtete von vielen ergebnislosen Gesprächen mit den Gläubigern.

Die Drittliga-Mannschaft sei am Dienstag über die drohende Insolvenz informiert worden, sagte Georgi. Es werde nun ein Insolvenzverwalter bestellt. Wie es dann weitergeht, werde man sehen. Die Gehälter bis März seien geflossen, die für den Monat April seien noch nicht gezahlt worden. "Das übernimmt nun das Arbeitsamt", äußerte Uwe Bauch. Ob es auch Auswirkungen auf den Nachwuchsbereich geben wird, sei derzeit noch nicht abzusehen, ergänzt Sportvorstand Steffen Ziffert.

Ligakonkurrent Erfurt war nach dem Insolvenzantrag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden und steht seitdem als erster Absteiger in die Regionalliga des Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) fest. Auch Chemnitz, das sieben Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat, droht dieses Szenario.

Der DFB wird nun eine schriftliche Stellungnahme des Chemnitzer FC anfordern, anschließend wird der DFB-Spielausschuss über die Folgen für die laufende Saison befinden. Paragraf 6 der DFB-Spielordnung sieht bei einem Insolvenzantrag den Abzug von neun Punkten vor. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann von dieser Strafe abgesehen werden, beispielsweise wenn gegen den Hauptsponsor zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.

(sid)