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| 07:43 Uhr

Düsseldorf
Fortuna macht großen Schritt zum Aufstieg

Düsseldorf. Der Zweitliga-Tabellenführer findet nach zuletzt drei Niederlagen durch ein 3:0 gegen den FC Ingolstadt zurück in die Erfolgsspur. 33.925 Zuschauer sind begeistert von der starken Vorstellung der Funkel-Elf. Bernd Jolitz

Der Zweitliga-Tabellenführer findet nach zuletzt drei Niederlagen durch ein 3:0 gegen den FC Ingolstadt zurück in die Erfolgsspur. 33.925 Zuschauer sind begeistert von der starken Vorstellung der Funkel-Elf.

Möglicherweise war es die beste Vorstellung vor eigenem Publikum in dieser Saison. Doch darüber zu diskutieren, ist müßig - viel entscheidender ist, dass Fortuna Düsseldorf die richtigen Antworten auf die vielen Fragen fand, die nach ihren zuletzt drei Niederlagen in Folge aufgekommen waren. Die wichtigste: Hat diese Mannschaft das Zeug, den Aufstieg in die erste Bundesliga zu schaffen? Die eindeutige Antwort nach dem 3:0-Erfolg über den FC Ingolstadt heißt: Ja.

"Auf diese Mannschaft bin ich und ist der ganze Verein stolz", sagte der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer. "Was sie heute und fast die gesamte Saison über rausgehauen hat, ist phänomenal." Mit dem Raushauen begann Fortuna gestern schon sehr früh - und das war letztlich ein wichtiger Faktor für den Erfolg. Der überragende Linksverteidiger Niko Gießelmann düpierte mit einem schnell ausgeführten Freistoß auf Genki Haraguchi Ingolstadts Abwehr, die dann bei der Flanke des Japaners noch immer unsortiert war. Rouwen Hennings nutzte das mit seinem eiskalten Abschluss zum 1:0 in Minute sieben.

"Die Vorarbeit zum ersten Tor war perfekt", sagte Trainer Friedhelm Funkel, der mit solchen Begriffen sehr sparsam umgeht. "Genau diesen Ball haben wir noch am Samstag im Training einstudiert." Überhaupt hatten Funkel und sein Trainerteam in der vergangenen Woche den Fokus auf Standardsituationen gelegt, weil diese zwar in dieser Saison zu den Stärken Fortunas zählen, zuletzt aber an Qualität eingebüßt hatten. Das Resultat dieser Trainingsarbeit: Das 2:0, per Kopf von Gießelmann erzielt, fiel ebenso nach einem Eckstoß von Takashi Usami wie der alles entscheidende dritte Treffer Robin Bormuths.

Drei Standard-Tore - eine Bilanz, die Funkel strahlen und seinen Ingolstädter Amtskollegen Stefan Leitl grollen ließ. "Wenn du zum Spitzenspiel beim Tabellenführer fährst", sagte der FCI-Coach mühsam beherrscht, "und du gestaltest es ausgeglichen, dann darfst du nicht drei Tore nach Standards kassieren." Die Ausgeglichenheit bekamen die Oberbayern freilich nur in der ersten Hälfte hin; nach dem Wechsel bewahrte sie allein der gute Torhüter Örjan Nyland vor einem Debakel. Und so twitterte der offizielle Kanal des FC Ingolstadt auch fair: "So spielt und gewinnt ein Aufsteiger. Gratulation an die Fortuna."

Ganz so weit ist es auch nach der starken Darbietung vom Sonntag noch nicht. Zwar weisen die Düsseldorfer nun wieder sieben Punkte Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz auf, doch diesen könnte Holstein Kiel heute (20.30 Uhr) wieder verkürzen - allerdings im direkten Duell mit dem Zweiten 1. FC Nürnberg, der dann seinerseits Federn lassen müsste. Gießelmann brachte die Situation auf den Punkt: "Sicher sprudeln nach einem solchen Spiel die Hormone über. Aber wenn wir die letzten drei Saisonspiele so absolvieren wie dieses, dann sind wir nicht mehr aufzuhalten."

Der Schlüssel zum Erfolg war die Mannschaftsleistung, bei der kein Spieler abfiel. Ingolstadt fand einfach keine Schwachstelle im Fortuna-Kollektiv, aus dem neben dem an allen Treffern beteiligten Gießelmann noch die Außenstürmer Haraguchi und Usami herausstachen. "Wenn du siehst, was die beiden Japaner neben ihren starken Offensivaktionen auch noch nach hinten abgrätschen, dann reißt dich das einfach mit", lobte Gießelmann. "Die Mannschaftsleistung war heute überragend, und das Trainerteam hat das mit Superarbeit in der Woche vorbereitet."

Ebenso wichtig wie die Rückbesinnung auf ihre sportlichen Stärken war für Fortuna die Unterstützung von den Rängen. 90 Minuten peitschten die Treuen von der Südtribüne ihr Team nach vorn, und am Ende genossen alle vor allem ein Lied: "Zweite Liga war schön, Zeit für uns zu geh'n." Es könnte schon sehr bald soweit sein.