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| 19:17 Uhr

Fußball
Bei Energie wird in der 3. Liga länger trainiert

Für das Team um Torjäger Streli Mamba (am Ball) stehen am Montag, 25. Juni, die ersten beiden Übungseinheiten auf dem Programm.
Für das Team um Torjäger Streli Mamba (am Ball) stehen am Montag, 25. Juni, die ersten beiden Übungseinheiten auf dem Programm. FOTO: imago/Steffen Beyer / Steffen Beyer
Cottbus. Claus-Dieter Wollitz, Trainer des FC Energie Cottbus, fordert eine Verbesserung der Fitness. Schwächephasen wird der Aufsteiger in der 3. Liga nicht mehr so leicht kaschieren können. Am 25. Juni geht das Training wieder los. Von Frank Noack

Wenn die Fans ab diesem Montag zum Training von Energie Cottbus pilgern, dann sollten sie künftig ruhig etwas mehr Zeit für den Besuch der Übungseinheiten einplanen. Denn: FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz will nach dem Drittliga-Aufstieg länger trainieren als bisher in der Regionalliga. „Wir müssen in der Fitness zulegen“, sagt Wollitz und legt damit eine der wichtigsten Prämissen in der an diesem Montag startenden Saisonvorbereitung fest.

In der Regionalliga hat Energie meistens 80 bis 85 Minuten trainiert. Künftig wird an ausgewählten Tagen in der Woche dann noch nicht Schluss sein. „Wir sollten uns jetzt auch mal zweistündige Trainingseinheiten vornehmen, um in der Schlussphase der Spiele mental stark zu sein.“

Mit 89 Punkten hat der FCE in der vergangenen Saison der Regionalliga-Nordost eine phänomenale Ausbeute hingelegt und kam dabei im Verlauf der 90 Minuten nur selten unter Druck, weil das Team mit seiner spielerischen Klasse den meisten Konkurrenten überlegen war. Schwächephasen? Gab es natürlich auch! Aber sie fielen aufgrund des Leistungsunterschiedes nicht wirklich ins Gewicht.

Doch statt gegen Budissa Bautzen, Chemie Leipzig und die TSG Neustrelitz geht es jetzt gegen Eintracht Braunschweig, den 1. FC Kaiserlauten und den Karlsruher SC. Wollitz weiß, dass die Messlatte nach dem Aufstieg deutlich höher liegt. Konzentrationsschwächen – vor allem in der entscheidenden Phase eines Spiels – werden künftig viel härter bestraft werden als in der Regionalliga. „In der 85. Minute in Bautzen eine Standardsituation zu verteidigen, kann und muss man von dieser Mannschaft erwarten. In der 3. Liga brauchen wir aber ganz andere psychische und physische Voraussetzungen“, betont Wollitz.

Dazu kommt außerdem: Betrachtet man die Größen der einzelnen Spieler, ist Energie ein vergleichsweise kleines Team. Gardemaß weisen lediglich Malte Karbstein und Kevin Scheidhauer mit jeweils 1,90 Meter auf. In der Regionalliga war der FCE den meisten Gegner von der Größe her unterlegen. In der 3. Liga dürfte sich daran kaum etwas ändern. „Das wird ein Thema werden in der 3. Liga. Was nützt uns spielerische Dominanz, wenn uns dann eine Standardsituation das Spiel zerstört. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir unter Druck gesetzt werden“, warnt Wollitz.

Diese Konzentration bis zur allerletzten Aktion soll in den nächsten Wochen bis zum Saisonstart am 27. Juli trainiert werden. Ein Indiz für die Verschärfung des Trainingspensums ist auch der Umstand, dass die erste Übungseinheit nicht wie gewohnt als lockerer Aufgalopp am Wochenende, sondern an diesem Montag stattfindet. Wir wollen den Samstag und Sonntag als Laufeinheiten mit den neuen Werten des Laktattests einbauen, um dann am Montag gleich zwei intensive ­Trainingseinheiten mit dem Ball machen zu können“, begründet Wollitz die Abkehr von der bisherigen Praxis.

Der FCE-Trainer nimmt dabei auch in Kauf, dass der Trainingsstart eben nicht mehr am fan-freundlichen Wochenende, sondern erst am Montag stattfindet. Los geht es um 10 Uhr mit der ersten Einheit in Dissenchen. Ab 17 Uhr wird dann im Stadion der Freundschaft trainiert.

Mit diesem Beginn am Spätnachmittag will man den Fans trotz der Umstellung so weit wie möglich entgegenkommen. Wollitz: „Es ist ein Dank an die Fans. Wir wollen uns für die phantastische Unterstützung in der vergangenen Saison bedanken und sie gleichzeitig mitnehmen, gemeinsam das nächste Ziel anzugehen: den Klassenerhalt in der 3. Liga im Mai 2019.“

Claus-Dieter Wollitz
Claus-Dieter Wollitz FOTO: imago/Steffen Beyer / Steffen Beyer