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Zwischen Kick und Kreißsaal

Mit neun Treffern ist Benjamin Förster Energies bester Torschütze.
Mit neun Treffern ist Benjamin Förster Energies bester Torschütze. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. FCE-Torjäger Benjamin Förster ist wieder fit und könnte gegen den BFC in die Startelf rücken. Wegen eines freudigen Ereignisses wird er aber womöglich gar nicht im Stadion sein. Frank Noack

Diese beiden Termine hat sich Benjamin Förster ganz dick im Kalender angestrichen. An diesem Samstag will der Tor jäger von Energie Cottbus im Spiel gegen den BFC Dynamo (14 Uhr, Stadion der Freundschaft) zunächst sein Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause feiern. Und am Montag ist dann der voraus berechnete Geburts termin für Töchterchen Emma. Förster schwebt in diesen Tagen also zwischen Kick und Kreißsaal.

An der Rückkehr auf den Rasen hat der 27-jährige Stürmer hart gearbeitet. Seit zwei Wochen darf Förster wieder mit der Mannschaft trainieren. Mitte Januar hatte er sich im Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg eine zehn Zentimeter lange Risswunde am Oberschenkel zugezogen. Wegen der witterungsbedingten Spielabsagen in der Fußball-Regionalliga Nordost hat er seitdem nur eine Partie verpasst. Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Schönberg drückte der neunfache Torschütze als Zuschauer von der Bank aus die Daumen. Jetzt kann er wieder selbst mithelfen, die vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Jena wettzumachen. "Ich bin wieder fit", versichert Förster. "Klar, die drei Wochen Trainingspause merke ich schon noch. Aber das wird mit jedem Spiel besser werden", ist er optimistisch.

Gut möglich, dass der wieder genesene Torjäger gegen den BFC auch gleich in die Startelf rückt. "Er hat die meisten Tore für uns erzielt und war bis zu seiner Verletzung in einer guten Form", beschreibt Trainer Claus-Dieter Wollitz die Ausgangslage für die Besetzung der Sturmposition.

Die Situation ist vergleichbar mit dem Saisonstart. Damals kassierte Förster im ersten Spiel bei Lok Leipzig eine gelb-rote Karte und war danach für eine Partie gesperrt. Im folgenden Spiel gegen Viktoria Berlin (1:1) musste der Stürmer zunächst auf der Bank Platz nehmen, konnte als Einwechsler aber nicht für die entscheidenden Impulse sorgen. Vor diesem Hintergrund spricht einiges dafür, dass Förster gegen den BFC in der Startelf steht und solange spielt, wie die Kraft reicht. "Wir müssen schauen, was der Kopf, der Bauch und die Vernunft sagen", kündigt Wollitz an.

Es ist also ausgerechnet ein Duell zwischen Förster und Tom Nattermann, der gegen Schönberg in der Sturmspitze spielte. Beide Konkurrenten verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. "Tom hat sehr gut trainiert. Er hätte es ebenso verdient zu spielen", betont Benjamin Förster. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass er selbst gar nicht im Stadion ist! Denn gemeinsam mit Freundin Kim wartet der Torjäger auf die Geburt von Töchterchen Emma. Am liebsten will er natürlich bei beiden Terminen dabei sein. Erst beim Kick gegen den BFC und dann bei der Geburt im Kreißsaal.