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| 02:39 Uhr

Zu viele Gedanken im Kopf

Fabio Kaufmann (M., gegen Fortuna-Kapitän Daniel Flottmann) hatte in der letzten Minute den Siegtreffer auf dem Fuß.
Fabio Kaufmann (M., gegen Fortuna-Kapitän Daniel Flottmann) hatte in der letzten Minute den Siegtreffer auf dem Fuß. FOTO: Steffen Beyer/sby1
Cottbus. Der FC Energie Cottbus hat sich und seine Fans zum 50. Geburtstag nur mit einem Zähler gegen Fortuna Köln beschenkt. Im ersten Pflichtspiel 2016 lief noch nicht genug zusammen, um gefällige Domstädter bezwingen zu können. Es war bereits das neunte Unentschieden unter Miriuta. Steven Wiesnerund Tobias Voigt / swr1

Sowas hat man lange nicht gesehen. Die Atmosphäre im Stadion der Freundschaft mit 12 655 Schaulustigen, einer richtig hübschen Choreografie auf der Osttribüne und einem Geräuschpegel, der dem Anlass des 50. Geburtstags würdig wurde, sorgte für einen Gänsehautfaktor, wie man ihn in Cottbus zu besten Bundesliga-Zeiten hatte erleben dürfen. Doch was die Kulisse auf den Traversen versprach, konnten die Spieler auf dem Rasen nicht halten. Bouziane hätte nach etwa fünf Minuten für eine Initialzündung sorgen können, als er auf dem rechten Flügel durchgebrochen war. Doch der an diesem Tag glücklose Techniker hatte wohl zu viele Gedanken im Kopf und verlor den Ball, eher er flanken konnte.

In der Folgezeit bekamen die Schützlinge von Vasile Miriuta kaum einen Fuß mehr vor den anderen. Die Gäste vom Rhein wussten die Energie-Defensive immer wieder in die Bredouille zu bringen, allen voran der agile Biada stellte die Viererkette vor so manches Problem. In der 10. Minute stellte er FCE-Keeper Renno erstmals per Freistoß auf die Probe, kurz darauf ließ er Schorch ins Leere grätschen, verfehlte den Kasten aber um ein paar Höhenmeter (18.).

Torschuss Nummer drei gab Biada nach 41 Minuten ab. Damit hatte der Kölner im ersten Durchgang schon zwei mehr zustandegebracht als die gesamte Energie-Elf. Sukuta-Pasu besaß unmittelbar vor der Pause die nennenswerteste Szene, setzte den Ball aber aus spitzem Winkel neben das Tor. Die Domstädter legten einen überzeugenden Auftritt hin. Die breite Brust nach vier Siegen in Serie (darunter ein 5:1 gegen Rostock) war unverkennbar. So hatte die Elf von Trainer Uwe Koschinat lange viel mehr mit den Überresten der Fan-Choreo zu kämpfen, die noch auf dem Spielfeld lagen, als mit ihren Gegenspielern.

Erst nach dem Seitenwechsel fand Energie allmählich zum Kombinationsgefüge. Das stand im Besonderen mit der Hereinnahme von Michel im Zusammenhang, der das Cottbuser Angriffsspiel deutlich belebte und mit seinen Versuchen aus der Distanz für Gefahr sorgte. Die größte Cottbuser Chance hatte in der Schlussminute aber Kaufmann. Er scheiterte mit einem flachen Schuss an Poggenborg. Es war das erste und einzige Mal, dass der Gäste-Schlussmann eingreifen musste. Im Gegenzug hatte man sogar noch Glück, dass Fortunas Top-Stürmer Königs zweimal in bester Schussposition geblockt werden konnte.

So stoppte Energie zwar den Kölner Vormarsch, das 0:0 war gleichzeitig aber auch die neunte Punkteteilung unter Miriuta. "Es war schon beeindruckend, was unsere Fans auf die Beine gestellt haben. Schade, dass wir sie nicht mit einem Sieg beschenken konnten", sagte Manuel Zeitz. Sein Trainer ergänzte: "Wir waren in der ersten Halbzeit ein bisschen nervös, auch wegen des Jubiläums. Aber ich bin zufrieden mit unserem ersten Spiel." Immerhin bleibt Miriuta auch im zwölften Spiel ungeschlagen. Sowas sieht man ja auch nicht alle Tage.