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| 15:21 Uhr

Relegationsspiel in Kiel
Zimmer: „Ich wusste, dass ich den reinmache“

Jubel nach dem 3:0 durch Maximilian Zimmer (links)
Jubel nach dem 3:0 durch Maximilian Zimmer (links) FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch
Kiel. Der traumhafte Freistoß von Maximilian Zimmer zum zwischenzeitlichen 3:0 gegen Weiche Flensburg war die Krönung einer überragenden ersten Halbzeit von Energie Cottbus im Aufstiegs-Hinspiel. Der Treffer war kein Zufall, jetzt will Zimmer endlich zurück in den Profi-Fußball. Von Jan Lehmann

Es war ein Moment aus dem Fußball-Bilderbuch: Als Maximilian Zimmer am Donnerstag im abendlichen Ostsee-Sonnenschein an der Strafraumgrenze des Kieler Holstein-Stadions stand, und noch einmal durchatmete, konnte man über den Köpfen der Energie-Fans förmlich eine große gemeinsame Gedankenblase sehen. Darin stand: „Den macht er rein.“

Zimmer trat zum Freistoß an, drei Schritte. Eins, zwei, drei. Der 25-Jährige sagte später: „Ich wusste, dass ich den reinmache.“ Und wie er das tat. Links oben schlug der Freistoß ein, Flensburgs Torhüter Florian Kirschke hatte nicht den Hauch einer Chance. Energie Cottbus führte nach 29 Minuten bereits mit 3:0 und die Gedankenblase über dem Cottbuser Fanblock explodierte zu einem gemeinschaftlichen Jubelschrei. Zimmer glückselig: „Das war ein überragender Augenblick.“

Dass der Mittelfeld-Künstler, der schon bei seinem Tor zum 2:0 mit einem wunderschönen Übersteiger brilliert hatte, solch starke Freistöße schießen kann, ist bekannt. Und dennoch war dieser Treffer Teil eines ganz besonderen Planes. Zimmer berichtete: „Ich habe mit dem Trainer genau nochmal diese Position trainiert, als die anderen sich fürs Pokalspiel am Montag vorbereitet haben.“

Trainer Claus-Dieter Wollitz hielt es deshalb auch nicht auf seinem Platz am Rande des Spielfelds. Wie von Sinnen stürmte der Cottbuser Coach auf den Rasen und jubelte mit Zimmer im Mittelkreis. Spätestens seit diesen beiden Treffern in Flensburg ist klar: Mit der Verpflichtung von Maximilian Zimmer hatte Wollitz im vergangenen Sommer wohl das entscheidende Puzzlestück für den nun greifbar nahen Aufstieg gefunden. Schon früh hatte sich der Cottbuser Trainer um den ehemaligen Junioren-Nationalspieler bemüht und für Zimmer war schnell klar, dass er zu Energie gehen würde. Er sagte damals nach seiner Ankunft in Cottbus gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich habe mich gleich für Energie entschieden, ohne mir die anderen Angebote anzuhören. Es war mir wichtig, dass der Trainer mich wirklich haben will.“

Für Zimmer könnte nun der Wunsch von der Rückkehr in den Profi-Fußball in Erfüllung gehen. Nach zwei Kreuzbandverletzungen hatte es den Berliner, der bei Hertha BSC groß geworden war, weit zurückgeworfen. Als ehemaliger Nachwuchs-Nationalspieler - er spielte in einem Jahrgang mit Weltmeistern wie Mario Götze (Borussia Dortmund) und Shkodran Mustafi (FC Arsenal) oder Barcelonas Torhüter Marc-André ter Stegen – musste Zimmer nun deutliche kleinere Brötchen als die ehemaligen Kollegen backen.

Doch der erste Schritt ist nun getan. Zimmer sagte nach dem 3:2-Sieg in Flensburg: „Die erste Halbzeit war generell von der Mannschaft überragend. Wir haben Weiche unter Druck gesetzt, waren richtig gut im Spiel. Nach der Halbzeit war klar, dass Flensburg nochmal alles raushaut. Wir haben dann vielleicht ein Tor zu viel bekommen. Aber wenn einer vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir hier 3:2 gewinnen, hätten wir das sofort unterschrieben. Jetzt müssen die zu uns kommen, vor 20000 Zuschauern. Ich bin trotzdem überzeugt, dass wir es packen.“

Er betonte: „Ich hoffe, dass die Fans uns noch einmal helfen. Wir haben drei Tage Zeit zu regenerieren. So eine Saison zehrt natürlich auch. Ackern, arbeiten, kämpfen – das ist alles was zählt. Ich hoffe, wir kommen dann durch.“ Es wäre für Maximilian Zimmer die Krönung einer Saison wie aus dem Bilderbuch.