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Zickert auf dem Weg zum Juwel

Jonas Zickert ist zurück auf dem Rasen, nachdem er sich im Mai 2016 in Erfurt einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.
Jonas Zickert ist zurück auf dem Rasen, nachdem er sich im Mai 2016 in Erfurt einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Jonas Zickert will nicht nur mitspielen. Endlich wieder! Er will sich auf dem Rasen auch zeigen. Frank Noack

Bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz beim 5:0-Heimsieg gegen Chemie Leipzig nach langer Verletzungspause setzte Zickert nach seiner Einwechslung nicht nur im Mittelfeld gleich Akzente, sondern suchte auch selbst den Torabschluss, was normalerweise nicht zu seinen Pflichtaufgaben gehört. "Wenn ich in der Position bin, traue ich mir natürlich zu, auch zu schießen. Wenn der Schuss dann reingeht, freue ich mich umso mehr", sagt das 19-jährige Eigen gewächs von Energie Cottbus.

Gegen Chemie Leipzig waren seine Schussversuche noch nicht von Erfolg gekrönt. An diesem Samstag im nächsten Heimspiel der Fußball-Regionalliga Nordost gegen Budissa Bautzen (13.30 Uhr, LR-Liveticker) will es Zickert aber erneut probieren.

Allein, dass er jetzt wieder zum 18er-Kader für die Pflichtspiele gehört, ist eine Riesensache für den ehemaligen Schüler der Lausitzer Sportschule, der seine Karriere bei der SG Groß Gaglow vor den Toren von Cottbus begonnen hat. Denn im Mai 2016 wurde die Karriere des Talents abrupt gestoppt: Im vorletzten Saisonspiel bei Rot-Weiß Erfurt zieht sich Zickert einen Kreuzbandriss zu. Eine Woche später steigt Energie Cottbus durch die Heim-Niederlage gegen die Reserve des FSV Mainz 05 aus der 3. Liga ab. Der Verein und Jonas Zickert erleben in dieser Zeit überaus bittere Tage.

14 Monate später sind beide wieder da - und wie! Energie ist mit dem 4:0 zum Auftakt bei der TSG Neustrelitz sowie dem 5:0 gegen Chemie Leipzig im wahrsten Sinne des Wortes an die Tabellenspitze gestürmt. Und auch Zickert durfte gegen Leipzig zum ersten Mal seit dem Kreuzbandriss wieder ran. Nach 60 Minuten ersetzte er Tim Kruse im zentralen Mittelfeld. Sein Gefühl beim Comeback nach der monatelangen Leidenszeit? Klasse! Natürlich. Zumal Energie zu diesem Zeitpunkt bereits mit 4:0 führte. "Gerade bei dem Spielstand hat man die Sicherheit und keinen Druck mehr, kann befreit aufspielen und dann läuft es von alleine", erklärt Zickert.

In den kommenden Wochen soll er behutsam aufgebaut werden und Spielpraxis sammeln. Trainer Claus-Dieter Wollitz hält große Stücke auf den Youngster mit dem robusten Zweikampfverhalten und dem großen Kämpferherz. Zumal Zickert auch die Spielintelligenz mitbringt, die für die Strategen-Rolle im Mittelfeld nötig ist. Deshalb hat der Verein den Vertrag bereits im Frühjahr bis Juni 2018 ver längert, obwohl Zickert zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbautraining nach seinem Kreuzbandriss war.

Und nach dem Comeback gegen Chemie Leipzig legte sich Wollitz fest: "Wenn Jonas Zickert gesund bleibt und wieder richtig fit wird, dann hat Cottbus ein echtes Juwel."

Strahlende Aussichten für den jungen Mittelfeldspieler. Zickert freut sich derweil erst einmal, dass sein Knie hält. "Ich fühle mich gut. Und jetzt will ich Stück für Stück mehr Minuten sammeln, Spiel praxis bekommen, im Training alles geben." Von Spiel zu Spiel denken, lautet die branchenübliche Devise. Auch gegen Bautzen.