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Zahlt Energie doch für Müller - oder kommt Kirsten?

Wenn der Ball aufs Dynamo-Tor kam, hielt ihn Keeper Benjamin Kirsten fest.
Wenn der Ball aufs Dynamo-Tor kam, hielt ihn Keeper Benjamin Kirsten fest. FOTO: dpa
Cottbus. Energie will keine Ablöse für Torhüter Kevin Müller zahlen - oder vielleicht doch? Trainer Stefan Krämer deutet ein Umdenken an. Ansonsten könnte auch eine Identifikationsfigur von Erzrivale Dynamo Dresden auf dem Cottbuser Zettel stehen.

Im RUNDSCHAU-Interview hatte Roland Benschneider klar bekundet: "Wir können keine Ablöse zahlen." Deswegen wolle man mit dem VfB Stuttgart noch einmal über Torhüter Kevin Müller sprechen, der bisher nur von den Schwaben ausgeliehen ist. Benschneider betont: "Die Stuttgarter planen nicht mehr mit Kevin, er hat von uns ein Angebot vorzuliegen und würde gerne hierbleiben."

Keine Ablöse? Trainer Stefan Krämer deutete am Donnerstag bei der Pressekonferenz ein Umdenken an. Er erklärte: "Ich hätte Kevin gern hier im Tor. Wir werden versuchen, mit Stuttgart eine Lösung zu finden. Stuttgart wird ihn uns nicht umsonst geben, da haben ja auch Leute ein Gesicht zu wahren gegenüber dem Aufsichtsrat. Aber ich denke, wir können es hinkriegen, den Preis so zu drücken, dass es dann für uns doch machbar ist."

Falls dies nicht gelänge, müsste Energie sich anderweitig umsehen. Dafür werde gerade eine Liste von interessanten Torhütern erstellt, die Energie weiterhelfen könnten. Ein Kandidat für diese Liste ist Dynamo-Torhüter Benjamin Kirsten. Der 27-Jährige erfuhr am Mittwochabend, dass sein Vertrag in Dresden zum Saisonende nicht verlängert wird. Der Verein lässt damit eine Identifikationsfigur ziehen. Womöglich nach Cottbus? Trainer Stefan Krämer lässt sich nicht in die Karten gucken. Er sagt nur: "Ich bin kein Experte fürs Torwartspiel. Das machen bei uns Torwarttrainer Heiko Kretschmar und natürlich Roland Benschneider. Ich bin natürlich auch eingebunden, weiß aber ad hoc nicht, ob Benjamin Kirsten auch auf dieser Liste steht."

Nicht mehr auf der Liste hat Energie den Nachwuchskeeper Fritz Pflug, obwohl der kürzlich am DFB-Elite-Torwart-Camp in Bad Gögging teilnahm. Zu diesem Camp waren jeweils die besten vier Keeper der Jahrgänge 1996 bis 2000 durch den Deutschen Fußball-Bund eingeladen. Auch Andreas Köpke, Torwart-Coach der deutschen Weltmeistermannschaft, war in Bad Gögging vor Ort und schulte den Nachwuchs.

Warum ist Pflug für Cottbus nicht mehr gut genug? Trainer Krämer erklärte die Hintergründe dieser Personalie: "Fritz hätte im vergangenen Sommer zum 1. FC Kaiserslautern wechseln können. Er hat sich dann darauf verständigt, dass er erst sein Abitur fertig macht und dann die Freigabe von uns bekommt. Er war jetzt wieder in Kaiserslautern im Training. Ganz weg von seinen Berufungen zur Nationalmannschaft sehen wir leistungsmäßig Avdo Spahic besser."