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| 17:34 Uhr

Wort zum Spieltag
Kurioses Kunststück vom DFB-Chef

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus. Der Profi-Fußball soll künftig für die Polizeieinsätze bei Hochsicherheitsspielen zahlen - und plötzlich macht DFB-Chef Grindel eine Rückwärtsrolle. Das dürfte nicht nur beim FC Energie Cottbus für Aufsehen sorgen. RUNDSCHAU-Reporter Jan Lehmann erklärt im „Wort zum Spieltag“, was so seltsam am Verhalten des DFB ist.

Da hat DFB-Präsident Reinhard Grindel ja eine bemerkenswerte Rolle rückwärts vollführt: Zu diesem kuriosen Kunststück kam es Dank des Bremer Gerichtsurteils über die finanzielle Beteiligung des Profi-Fußballs an den Kosten für Polizeieinsätze bei Hochsicherheitsspielen. Der DFB-Chef erklärte, dass der Fußball nicht für die Randale zur Verantwortung gezogen werden könne, weil die Spiele von den Chaoten nur als Plattform genutzt würden. Das klingt ja nachvollziehbar, doch nun darf man sich nicht nur beim FC Energie fragen, warum denn der DFB seit vielen Jahren die Vereine mit hohen Geldforderungen oder Geisterspielen für genau solche Randale bestraft, für die sie laut Grindel gar keine Verantwortung tragen? So schwierig das Bremer Urteil auch ist, weil es die Frage aufwirft, ob künftig auch die Veranstalter des Oktoberfestes oder die Parteien für ihre von der Polizei abgesicherten Wahlkampfveranstaltungen zahlen müssen, so reizvoll ist es auch. Schließlich dürfte die dadurch angestoßene Debatte endlich auch Bewegung in die äußerst fragwürdige Bestrafungskultur beim DFB bringen.