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Wollitz: Wütender Sarkasmus vor der Woche der Wahrheit

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz lässt Druck vom Kessel. Er wehrt sich gegen die in seinen Augen zu hohe Erwartungshaltung.
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz lässt Druck vom Kessel. Er wehrt sich gegen die in seinen Augen zu hohe Erwartungshaltung. FOTO: Picture Point/pfr1
Cottbus. Energie Cottbus geht mit großen Personalsorgen in die Woche der Wahrheit mit den Spielen gegen Viktoria Berlin und Jena. Der Trainer ist jetzt schon auf hundertachtzig. Jan Lehmann

Bei so vielen Hiobsbotschaften weiß sich Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nur mit wütendem Sarkasmus zu helfen. Angesichts der drohenden Ausfälle von vier Stammspielern (siehe Infobox) in der Alles-oder-nichts-Woche mit der Nachholpartie bei Viktoria Berlin (Mittwoch, 17.30 Uhr) und dem Spitzenspiel gegen Carl Zeiss Jena (Sonntag, 14 Uhr) ist der Coach schon auf hundertachtzig.

Energie könnte den Rückstand auf Jena auf drei Punkte schmelzen lassen. Doch die Vorzeichen sind schlecht. Wollitz schwankte bei der Pressekonferenz am Montag zwischen beißender Ironie und großer Wut. Er gab sarkastisch vor, sich zu freuen, weil sein Kader groß genug sei und er endlich mal aus dem Vollen schöpfen könne. Als er spöttisch anfügte, dass es Mittwoch und Sonntag Siege mit fünf Toren Unterschied geben werde, wurde deutlich, wie sehr es in ihm brodelt.

Denn statt der "30 Spieler" wie Wollitz süffisant beschreibt, stehen ihm nur noch 14 einsatzfähige Feldspieler zur Verfügung. Und so ist Energie in beiden Spielen keineswegs Favorit. Doch warum ist Wollitz so wütend? Er sagt: "Seit der Niederlage gegen Auerbach herrscht Unruhe." Ihm ist die Erwartungshaltung an die Mannschaft, die im Sommer neu zusammengestellt wurde und laut Wollitz "so günstig wie noch nie in Cottbus" ist, viel zu hoch.

Zudem verweist er darauf, dass Titelkonkurrent Jena in seinen Augen bei Schiedsrichterentscheidungen bevorzugt und Energie durch die englische Woche direkt vorm Topspiel benachteiligt werde. Der Coach: "Diese Fakten zählen überhaupt nicht - und das nervt mich einfach, weil es eine Respektlosigkeit ist." Der Coach ist jetzt schon auf hundertachtzig. Das lässt erahnen, wie turbulent die kommenden Tage werden.

Zum Thema:
Energie Cottbus muss im Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin (Mittwoch, 17.30 Uhr) auf Tim Kruse (Oberschenkelprobleme) und Fabio Viteritti (Wadenverletzung) verzichten. Hinter den Einsätzen von Joshua Putze und Marcel Baude (beide Innenbanddehnung) stehen laut Trainer Claus-Dieter Wollitz große Fragezeichen. Damit müsste der Energie auf vier Stammspieler verzichten. Mit den Langzeitverletzten Alexander Meyer, Philipp Knechtel und Jonas Zickert fehlen ohnehin schon drei Spieler.