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| 18:09 Uhr

Fussball
Wollitz will Finale verlegen - was sagt der Verband?

„Das ist ein Unding“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.
„Das ist ein Unding“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus trifft am Sonntag auf den Berliner AK. Es ist der Beginn einer Terminhatz, die Trainer Claus-Dieter Wollitz „ein Unding“ nennt. Er hat deshalb jetzt einen Vorschlag gemacht. Von Frank Noack

Das Heimspiel von Energie Cottbus gegen den Berliner AK an diesem Sonntag (13.30 Uhr, LR-Liveticker und rbb-Livestream) ist der Auftakt für eine bemerkenswerte Terminhatz. Sie findet ihren Höhepunkt im April, wenn der FCE insgesamt sieben Spiele zu bestreiten hat, und geht im Mai in die entscheidende Phase. Neben dem möglichen Pokalfinale stehen dann auch die beiden Spiele um den Aufstieg in die 3. Liga auf dem Programm.

Das Thema der neuen RUNDSCHAU-Serie „Fokus Aufstieg – Heißer Tanz im Mai“ sowie die Termin-Kollision treibt auch Trainer Claus-Dieter Wollitz um. Was ihm Sorge bereitet: Innerhalb von nur sieben Tagen muss der FCE die drei entscheidenden Spiele dieser Saison absolvieren. „Das ist ein Unding. Sowohl körperlich als auch mental sind drei solche Spiele eine große Herausforderung“, kritisiert er die Termin-Kollision. Sollte sich Energie am 24. März im Pokal-Halbfinale bei Union Fürstenwalde durchsetzen, folgt Stand heute am 21. Mai das Finale. Am 24. und 27. Mai finden die Aufstiegsspiele statt.

Claus-Dieter Wollitz hat deshalb erstmals unmissverständlich den Wunsch nach einer Verlegung des Pokalfinales geäußert. „Sollte Energie ein Teilnehmer des Endspiels sein, hoffe ich auf die sportliche Fairness im Sinne der Regionalliga Nordost, um die bestmöglichen Voraussetzungen für die beiden Aufstiegsspiele zu schaffen. Ich wünsche mir, dass wir schon am 17. oder 18. Mai spielen können.“ Zumal auch die anderen Vereine davon profitieren könnten. Denn: Wenn Energie in die 3. Liga aufsteigen sollte, gibt es in der Staffel Nordost einen Absteiger weniger.

Als mahnendes Beispiel führt Wollitz den SV Elversberg an, dem eine ähnliche Termin-Kollision in der vergangenen Saison zum Verhängnis wurde. Als Meister der Regionalliga Südwest musste Elversberg an einem Donnerstag im Pokal-Finale gegen den 1. FC Saarbrücken ran (2:3). Drei Tage später stand das erste Aufstiegsspiel bei der SpVgg. Unterhaching auf dem Programm. Hier musste Elversberg dann der Doppelbelastung Tribut zollen. Nach einer ausgeglichenen 1. Hälfte brach der SVE ab der 59. Minute ein, kassierte einen Doppelschlag und verlor am Ende mit 0:3. Im Rückspiel gab es ein 2:2 – der Traum vom Aufstieg war geplatzt.

Beim Fußball-Landesverband (FLB) hat man zwar Verständnis für den Wunsch des FCE nach einer Verlegung des Endspiels, verweist aber auf die Bedeutung des Finaltags der Amateure. Seit zwei Jahren finden nahezu alle Landespokal-Endspiele zentral an einem Tag statt und werden in einer Konferenz live in der ARD übertragen. „Der Finaltag ist eine super Plattform für den Amateurfußball. Auch wir als Landesverband können uns glücklich schätzen, bei der ARD-Livekonferenz dabei zu sein. Deshalb ist uns sehr daran gelegen, dass dieser Spieltag zentral stattfindet“, sagt FLB-Geschäftsführer Michael Hillmann. „Wir können natürlich auch Energie Cottbus verstehen und sind uns der Termin-Kollision bewusst. Trotzdem hoffen wir auf das Verständnis des Vereins. Denn wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den anderen Landesverbänden.“

FOTO: Katrin Janetzko / LR