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Fußball
Geisler-Auswechslung tut Wollitz weh

Felix Geisler (r.) verliert hier den Zweikampf gegen den Berliner Nils Blumberg.
Felix Geisler (r.) verliert hier den Zweikampf gegen den Berliner Nils Blumberg. FOTO: Matthias Koch / imago/Matthias Koch
Berlin. Energie-Profi Felix Geisler erlebte beim Cottbuser Sieg gegen Herthas U23 einen fußballerischen Albtraum. Trainer Claus-Dieter Wollitz ist es deshalb wichtig, die extrem frühe Auswechslung richtig einzuordnen. Von Frank Noack

Auf dem Weg in die Kabine nach dem 2:0 (1:0)-Sieg von Energie Cottbus bei der U23 von Hertha BSC nahm Maximilian Zimmer seinen traurigen Mitspieler Felix Geisler in den Arm und munterte ihn auf. Aus gutem Grund: Denn Geisler hatte zuvor den Albtraum eines Fußballers erlebt. Bereits nach 33 Minuten wurde der kleine Mittelfeldspieler von Trainer Claus-Dieter Wollitz vom Rasen geholt.

Eine Auswechslung, die wehtat – in erster Linie natürlich Geisler, aber auch Wollitz. „Mir tut diese Auswechslung in der Seele weh. Ich habe ihm schon in der Halbzeitpause gesagt, dass ich das bei einem Spieler seiner Art normalerweise nicht mache. Aber wir wollten die Chance nutzen, die 70 Punkte vollzumachen“, erklärte der Coach.

Denn bis dahin lief weder bei Energie Cottbus noch bei Felix Geisler viel zusammen. Erst mit der Einwechslung von Alexander Siebeck sowie dem etwas überraschenden Führungstreffer durch Kevin Scheidhauer in der 34. Minute stabilisierte sich das Spiel der Gäste.

Trotzdem war Wollitz die Einordnung dieses frühen Wechsels ganz wichtig: „Man hat Geisler auch ein wenig allein gelassen. Er war quasi das Bauernopfer. Denn es gab noch andere Spieler, die auch nicht richtig drin waren im Spiel. Ich halte von ihm trotzdem sehr, sehr viel.“

Zumal Felix Geisler nach langer Verletzungspause weiterhin um den Anschluss kämpft. Und weil er mit seiner läuferischen Stärke in den entscheidenden Spielen im Mai noch ganz wichtig für die Mannschaft werden könnte. Nur am Mittwochabend im Hertha-Amateurstadion passte es eben überhaupt nicht zusammen.

Hertha BSC II gegen Energie Cottbus FOTO:

Umso besser passte es für den eingewechselten Alexander Siebeck, denn kurz vor Schluss erzielte der Winter-Neuzugang vom Karlsruher SC den Treffer zum 2:0-Endstand (90.+3). Und auch Siebeck hatte aufmunternde Worte für Felix Geisler. „Jeder hat mal ein schlechtes Spiel. Und jeder weiß auch, damit umzugehen. Man schläft eine Nacht drüber und dann geht es weiter“, sagte er an die Adresse von Geisler. Siebeck weiter: „Vielleicht macht er ja im nächsten Spiel ein Tor – dann ist alles wieder gut.“

So oder ähnlich hat es wahrscheinlich auch Maximilian Zimmer formuliert, als er beim Gang in die Kabine unmittelbar nach dem Schlusspfiff mentale Aufbauhilfe leistete.