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| 18:19 Uhr

Fußball
Wollitz spricht über Verkauf von Spahic

Avdo Spahic kam im Jahr 2014 als Nachwuchstorhüter zu Energie Cottbus. Jetzt ist der gebürtige Bosnier die Nummer eins in der 3. Liga.
Avdo Spahic kam im Jahr 2014 als Nachwuchstorhüter zu Energie Cottbus. Jetzt ist der gebürtige Bosnier die Nummer eins in der 3. Liga. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus spielt am Samstag bei Fortuna Köln und setzt weiterhin auf Eigengewächs Avdo Spahic im Tor – zumindest bis Sommer. Trainer Wollitz spricht erstmals darüber, was danach passieren könnte. Von Frank Noack

Die Frage nach der Besetzung der Torwart-Position bei Energie Cottbus beantwortet Trainer Claus-Dieter Wollitz vor  dem Auswärtsspiel bei Fortuna Köln mit einem Vertrauensbeweis für die aktuelle Nummer eins. „Es ist kurzfristig nicht geplant zu wechseln. Wir sind mit allen drei Torhütern top­zufrieden“, erklärt Wollitz. Wenn der FCE an diesem Samstag im Kölner Süd­stadion antritt (14 Uhr, LR-Live­ticker) wird Avdo Spahic also wieder zwischen den Pfosten ­stehen – so wie in ­allen anderen Cottbuser Drittliga-­Partien zuvor auch.

Der erst 21 Jahre alte Keeper hat seinen Status als Nummer eins bisher erfolgreich verteidigt. Kevin Rauhut (28) bekam beim 1:0-Sieg im Landespokal-Achtelfinale bei Union Fürstenwalde am Sonntag seine Chance. Vervollständigt wird das Trio durch Tim Stawecki (18).  Der Youngster durfte sich zuletzt über die Einladung in das U19-­Perspektivteam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) freuen.

Dass das Thema Torhüter vor dem Spiel in Köln überhaupt ein Thema ist, hängt einerseits mit der souveränen Leistung von Herausforderer Rauhut im Landespokal zusammen. Er blieb ohne Gegentor und präsentierte sich in der Kommunikation mit seinen Vorderleuten gewohnt lautstark. Es hängt andererseits auch mit der durchwachsenen Bilanz des FCE in den jüngsten Drittliga-Spielen zusammen.  In den letzten vier Partien hat der Aufsteiger nur einmal gewonnen und acht Gegen­tore kassiert. Avdo ­Spahic machte dabei zwar nicht mehr ­Fehler als seine Mitspieler. Er strahlte aber eben auch nicht mehr jene Souveränität aus, die ihn am Anfang der ­Saison auszeichnete.

Trainer Wollitz hat sich zum Thema Torhüter vor dem Spiel in Köln noch einmal klar positioniert – zugunsten von Spahic. „Kevin Rauhut ist ein guter Torhüter und eine wichtige Person für die Mannschaft. Er ist ein top Profi“, erklärt der Coach. Er sagt aber auch: „Wir möchten trotzdem keine Torwart-Diskussion.“

Angesichts von Tabellenplatz 14 ist der Wunsch verständlich. Zumal sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat, dass es weiter vorn im Team deutlich größere Baustellen gibt als zwischen den Pfosten. Er habe keine Lust, bei jeder diskussionswürdigen Aktion des Torhüters über das große Ganze zu verhandeln, bekräftigt Wollitz. Klar ist aber auch, dass diese Positionierung erfolgsabhängig ist.

Die Personalie Avdo Spahic kann Energie Cottbus dennoch schon jetzt als Erfolgsgeschichte verbuchen. Denn der Verein machte das Eigengewächs zur Nummer eins. Das kommt in der 3. Liga nicht oft vor. Übrigens ließ Wollitz auch durch­blicken, dass der FCE mit ­Spahic womöglich Kasse machen kann. 2020 läuft der Vertrag aus. Im Sommer 2019 könnte Energie noch Ablöse einstreichen. „Am liebsten wäre mir, wenn Avdo bis Sommer keinen Ball mehr reinlässt und wir können ihn dann für sehr viel Geld verkaufen“, erklärt Wollitz.  „Wir möchten gern langfristig mit Rauhut und Stawecki verlängern, um dann einen dritten Torhüter aufzubauen und uns ­­weiterzuentwickeln.“

Wenn Spahic so stark spielt, wie Wollitz sich das vorstellt, dann dürfte er ohnehin schwer zu halten sein.

 Aufstellung Köln
Aufstellung Köln FOTO: LR