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Fussball
Wollitz: „Sanogo passt nicht in diese Mannschaft“

Boubacar Sanogo spielte von 2012 bis 2014 bei Energie Cottbus. Jetzt trägt er das blaue Trikot der VSG Altglienicke.
Boubacar Sanogo spielte von 2012 bis 2014 bei Energie Cottbus. Jetzt trägt er das blaue Trikot der VSG Altglienicke. FOTO: Matthias Koch
Cottbus. Energie Cottbus hat Respekt vor den Altstars der VSG Altglienicke – aber auch einen Plan für das emotionale Duell am Samstag. Von Frank Noack

Es wird vermutlich eines der emotionalsten Spiele für Energie Cottbus in dieser Regionalliga-­Saison. Denn bei der VSG Alt­glienicke haben viele Spieler eine rot-weiße Vergangenheit – allen voran natürlich die beiden Routiniers Torsten Mattuschka und Boubacar Saonogo. Der Respekt ist jedenfalls groß beim FCE vor dem Duell ­gegen den Aufsteiger an diesem Samstag im Jahnsportpark in ­Berlin (13.30 Uhr, LR-Liveticker).

„Mattuschka kann eine Mannschaft ­pushen und er hat eine große ­Qualität bei ruhenden Bällen. Sanogo ist stark im Kopfballspiel und er wird natürlich zeigen ­wollen: ­Warum hat man ihn nicht nach Cottbus zurückgeholt?“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Torsten Mattuschka musste im Sommer 2016 nach dem Abstieg aus der 3. Liga gehen, weil Energie den Neuanfang in der Regionalliga mit frischen Kräften anpacken ­wollte. Boubacar Sanogo war im Oktober 2017 wieder ein Thema in Cottbus. Doch Wollitz sprach sich damals kategorisch gegen eine Rückkehr des einstigen Torjägers aus, der von 2012 bis 2014 für den FCE gespielt hatte.

Und diese Entscheidung würde Wollitz nach eigenem Bekunden heute wieder so treffen, auch wenn das eigene Team nach wie vor er­hebliche Personalsorgen in der Offensive hat. „Sanogo passt nicht in diese Mannschaft“, erklärt Wollitz auf Nachfrage der RUNDSCHAU.

Was der FCE-Coach damit meint: Kurzfristig hätte der inzwischen 34 Jahre alte Stürmer von der Elfenbeinkürste hier in der Lausitz zwar möglicherweise helfen ­können. Immerhin ist Youngster Gabriel Boakye auch weiterhin der einzige Angreifer im Kader. Benjamin Förster ist langfristig verletzt, das Comeback von Streli Mamba wird vermutlich ebenfalls erst im neuen Jahr stattfinden. Hätte in dieser Situation also nicht ein Mann wie Sanogo doch helfen können? „Ich sehe keinen Sinn in einer kurzfristigen Lösung. Denn wir wollen die Mannschaft langfristig entwickeln“, betont Wollitz am Donnerstag noch einmal und ergänzt: „Natürlich hätten wir ihm einen Vertrag bis Saisonende geben können – aber dann muss es sportlich und auch finanziell passen.“

Zumal Sanogo natürlich nicht mehr jener Boubacar ist, der Cottbus im Juni 2014 verlassen hat. Die Zeit ist auch an dem Routinier nicht spurlos vorbeigegangen. Der 34-Jährige  hat seit seinem Abschied aus Deutschland nicht mehr ­konstant unter Profi-Bedingungen trainiert und gespielt. Ob er mit der ­hohen Intensität des aktuellen FCE-Teams in den Übungs­einheiten sowie dann am Wochenende klar gekommen wäre, muss also mit ­einem Fragezeichen versehen werden.

Und: Auch den Sonderstatus, den Altstars wie Sanogo und Mattuschka in Altglienicke genießen, kann man sich innerhalb der seit Sommer 2016 gewachsenen Hierarchie des Wollitz-Teams irgendwie nicht so richtig vorstellen.

In jedem Fall schickt Wollitz sein Team am Samstag mit einer klaren Marschroute in das emotionale Spiel. Sie lautet: Tempo, Tempo, Tempo! „Wir wollen ein extrem ­hohes Spieltempo auf den Platz bringen“, kündigt der Trainer an.

Denn bei allem Respekt vor den Routiniers in Reihen der VSG Alt­glienicke – in diesem Bereich hat man beim souveränen Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Nordost offenbar die Schwachstelle des Kontrahenten ausgemacht. Wenn es ums Gewinnen geht, müssen manchmal halt selbst die Emotionen zurückstehen.

FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz wollte Sanogo nicht
 zurückholen.
FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz wollte Sanogo nicht zurückholen. FOTO: Steffen Beyer