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| 14:11 Uhr

Fußball
Wollitz kündigt Veränderungen an

Lasse Schlüter (M.) und Energie gerieten am Samstag bei Fortuna Köln frühzeitig in Rückstand. Neben der Niederlage gab es erneut einen Platzverweis.
Lasse Schlüter (M.) und Energie gerieten am Samstag bei Fortuna Köln frühzeitig in Rückstand. Neben der Niederlage gab es erneut einen Platzverweis. FOTO: Eibner-Pressefoto / Horn/Eibner-Pressefoto
Köln. Energie Cottbus braucht nach der Niederlage bei Fortuna Köln neue Impulse im Kampf um den Klassenerhalt. Sie könnten von zwei Neuzugängen kommen - schon am Samstag gegen Jena. Von Frank Noack

„Herr Wollitz“, wie der Energie-Trainer beinahe ehrfurchtsvoll von seinem Kölner Kollegen André Filipovic genannt wurde, ließ sich auffällig viel Zeit. Es dauerte eine ganze Weile, ehe der Coach von Energie Cottbus nach der 1:3 (0:2)-Niederlage bei Fortuna Köln zur Pressekonferenz erschien. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage lüftete Wollitz anschließend das Geheimnis seiner Verspätung. Es habe Gesprächsbedarf in der Kabine gegeben. „Fakt ist, dass wir derzeit zu wenig aus unseren Möglichkeiten machen. Das müssen wir auch intern so deutlich ansprechen“, sagte Wollitz nach der vierten Niederlage in den zurückliegenden fünf ­Partien der 3. Fußball-Liga. Der Aufsteiger ist mittlerweile auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht.

Er  vermittelte auch am Samstag vor 2448 Zuschauern im Kölner Südstadion den Eindruck, dass die in der dritthöchsten Spielklasse weitgehend unerfahrene Mannschaft zwar willig ist, aber dringend neue Impulse benötigt, um wieder stabiler zu werden.

Die 90 Minuten von Köln lassen sich im Prinzip in drei Phasen unterteilen. In Phase eins kassierte Energie nach individuellen Fehlern zwei schnelle Gegentore durch Moritz Hartmann (6. Minute) und Bone Uaferro (16.). In Phase zwei liefen die Gäste diesem Rückstand durchaus engagiert hinterher. Nach dem 1:2 durch Kevin Weidlich (57.) standen sie sogar kurz vor dem Ausgleich, ließen aber die letzte Konsequenz vermissen. Und in Phase drei machte Köln per Konter mit dem 3:1 durch Robin Scheu (76.) alles klar. Kurz danach kassierte Andrej Startsev nach einem Foul im Mittelfeld eine umstrittene Rote Karte. Dieser Platzverweis beendete dann auch die letzten Hoffnungen der Gäste auf das erste Erfolgserlebnis im Südstadion. Sechs Mal hat Energie dort gespielt – und sechs Mal verloren.

„In der 1. Halbzeit haben wir sehr kompakt gestanden. Nach dem Wechsel haben wir 20 Minuten gebettelt, dass etwas passiert. Cottbus hätte das 2:2 machen können, ja müssen“, analysierte Fortuna-Interimstrainer André Filipovic. Er hatte erst Anfang der Woche den Job von Uwe Koschinat übernommen, der zu Zweitligist SV Sandhausen wechselte.

Energie nahm am Ende nur dieses dezente Lob mit nach Hause. Die Punkte blieben in Köln. „Natürlich kann man Moral und Einstellung loben. Aber das ist das Mindeste, was wir zu liefern haben“, meinte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Aber damit allein wird der Klassenerhalt nicht zu erreichen sein. Dessen ist sich natürlich auch Wollitz bewusst. Die Statik der Mannschaft wirkte auch in Köln anfällig. Die Defensive wurde immer wieder über die Außenbahnen ausgehebelt. Und vorn fehlt es vor allem in den Auswärtsspielen an Durchschlagskraft. In sechs Partien sind dem FCE erst vier Tore gelungen.

„Es wird Veränderungen geben. Wir haben vielen Spielern sehr lange zugestanden, sich in der 3. Liga einzugewöhnen. Ab sofort werden jene Spieler auflaufen, die mit dieser schwierigen Phase, in der wir uns derzeit befinden, umgehen ­können“, kündigte Wollitz an. „Wir dürfen uns nicht mehr so leicht von den Spielchen der Gegner beeindrucken lassen.“

Es sind also gestandene Profis gefragt. Aber wer könnten diese Spieler sein? Fabian Holthaus vielleicht. Der Neuzugang, der in der vergangenen Woche einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben hatte, drängt sich mit seinem präzisen Passspiel als Alternative für die linke Seite auf. Und dann ist da ja auch noch Dimitar Rangelov. Der zurückge­kehrte Sturm-Routinier nimmt mittlerweile eine zentrale Rolle in den Planungen für das Ostderby gegen Carl Zeiss Jena am Samstag (14 Uhr) ein. Das System hat Wollitz ja schon umgestellt. In Köln setzte er genau wie zuvor im Landespokal in Fürstenwalde auf den Zwei-Mann-Sturm Streli Mamba und Kevin Scheid­hauer. Mit Rangelov steht nun eine weitere Alternative bereit.

„Bei Rangelov bin ich mir sicher, dass er mit seiner Körpersprache das Publikum im Heimspiel mitnehmen wird“, blickte Wollitz voraus.

Energie verliert in Köln FOTO: