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| 13:48 Uhr

Fußball
Wollitz kritisiert Ausschluss des SVB: „Brutales Urteil“

Wegen der Ausschreitungen konnte die Siegerehrung nicht stattfinden.
Wegen der Ausschreitungen konnte die Siegerehrung nicht stattfinden. FOTO: dpa / Jan Kuppert
Cottbus. Energie-Trainer Wollitz hat den Pokal-Ausschluss des SV Babelsberg durch den FLB kritisiert. Er regt nach den Ausschreitungen im Pokalfinale eine andere Lösung an. Von Frank Noack

In den vergangenen beiden Jahren gab es immer wieder Ärger zwischen Energie Cottbus und dem SV Babelsberg. Trotzdem empfindet FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz den angekündigten Ausschluss des ehemaligen Regionalliga-Konkurrenten aus dem Fußball-Landespokal aufgrund der Vorkommnisse beim Endspiel am 21. Mai in Babelsberg als zu hart. „Das ist ein brutales Urteil für den Verein, brutal für die Mannschaft. Ich hätte mir gewünscht, dass man statt des Ausschlusses noch einmal ein Warnsignal setzt, zum Beispiel durch eine höhere Geldstrafe“, erklärt Wollitz auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Das Sportgericht des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) reagiert mit dem Ausschluss des SV Babelsberg vom Pokalwettbewerb unter anderem auf die Ausschreitungen im Karl-Liebknecht-Stadion, sagte der Vorsitzende des FLB-Sportgerichts, Olaf Luzi. Vermummte Babelsberg-Anhänger hatten nach dem 1:0-Sieg von Energie Cottbus zahlreiche Knallkörper und Nebeltöpfe aufs Spielfeld sowie in Richtung des Gäste-Blocks geworfen und damit die Siegerehrung verhindert.

Ordner und andere Personen hätten sich teilweise vor den Wurfgeschossen in Sicherheit bringen müssen, sagte Luzi. Dies sei beim Urteil „strafverschärfend“ berücksichtigt worden – genau wie die Tatsache, dass der Verein in der Vergangenheit mehrfach wegen des Abbrennens von Pyrotechnik durch seine Anhänger verurteilt wurde. Auch diesmal hätten die Babelsberger neben dem Pokalausschluss eine Geldstrafe von 4500 Euro erhalten. Davon könnte der Regionalligist 2000 Euro für sicherheitstechnische und gewaltpräventive Maßnahmen verwenden.

Der SV Babelsberg habe sich in der Vorbereitung auf das Pokalfinale im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion zwar vorbildlich verhalten, sagte Luzi. Das Fehlverhalten der Fans sei aber dem Verein zuzurechnen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Babelsberg kann bis zum 23. Juli Einspruch einlegen.

Der Vereinsvorsitzende Archibald Horlitz kündigte in der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ bereits an, „mit allen Mitteln“ gegen den Ausschluss vorzugehen. Mittelfeldspieler Manuel Hoffmann sprach von „unschönen Szenen“ im Finale. „Dennoch empfinde ich es als schockierend, dass wir als Mannschaft darunter leiden müssen.“

Energie-Trainer Wollitz betont: „Ich empfinde trotz aller Rivalität keine Häme. Im Gegenteil - ich hoffe, dass es eine andere Lösung gibt und Babelsberg doch noch am Pokal-Wettbewerb teilnehmen kann.“

Video FuPa-TV

„Ich empfinde trotz aller Rivalität keine Häme“, sagt Claus-Dieter Wollitz.
„Ich empfinde trotz aller Rivalität keine Häme“, sagt Claus-Dieter Wollitz. FOTO: Steffen Beyer