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| 17:21 Uhr

Fußball
Wollitz kämpft um den FCE-Geschäftsführer

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kämpft um Ruhe im Verein und betont: „Der Club muss immer größer sein als die Personen.“
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kämpft um Ruhe im Verein und betont: „Der Club muss immer größer sein als die Personen.“ FOTO: Steffen Beyer
Cottbus . Der Energie-Trainer hofft, dass Normen Kothe seine Kündigung widerruft. Vorm Spiel gegen Zwickau ruft er zu Geschlossenheit auf. Von Jan Lehmann

Mit einem emotionalen Statement hat sich Trainer Claus-Dieter Wollitz vor dem Spiel gegen den FSV Zwickau (Samstag/14 Uhr/LR-Liveticker) noch einmal zum Machtkampf innerhalb des FC Energie Cottbus geäußert. Nachdem Präsident Michael Wahlich und Geschäftsführer Normen Kothe vergangene Woche ihren Rückzug angekündigt hatten, war ein Disput im Club offen zutage getreten. Präsident Wahlich hatte in einer öffentlich gewordenen E-Mail „Spielchen und Intrigen“ angedeutet.

Wollitz versuchte nun vor dem ersten Heimspiel nach den beiden Rücktrittsankündigungen die Situation zu befrieden. Er hielt ein Plädoyer für den Verein – und für Geschäftsführer Kothe. Wollitz hofft auf eine Wende in dieser Personalie. „Es muss alles getan werden, um ihn umzustimmen. Ich glaube, dass Normen Kothe ein Anker für den Fußball-Standort Cottbus ist. Ich kämpfe darum, dass er bleibt.“

Kothe ist seit fast 14 Jahren im Verein und seit 2011 als Geschäftsführer tätig. Wollitz betont: „Wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen. Er hat sich zu einer Top-Persönlichkeit entwickelt und gerade in den schwierigen Phasen nach den beiden Abstiegen sehr hart gearbeitet.“ Wollitz beschreibt Kothe als integrativen Fixpunkt auf der Geschäftsstelle. Weil Kothe allerdings auch versucht, gegen Verfehlungen im Cottbuser Fanblock konsequent vorzugehen, hat er in der Fanszene sicher nicht nur Freunde. Und dennoch betont Wollitz: „So einen Geschäftsführer zu ersetzen, wird nicht einfach sein.“

Während bei (Noch)-Präsident Michael Wahlich nach Informationen der RUNDSCHAU eine Umkehr der Rücktrittsentscheidung ausgeschlossen ist, könnte das bei Kothe womöglich anders sein. Der 37-Jährige befindet sich gerade im Urlaub im Ausland und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Im offiziellen Statement zu seinem geplanten Rückzug hatte er jedoch eine tiefe Verbindung zum Verein offenbart: „Ich bin sehr dankbar, dass ich diese besondere Erfahrung, diesen besonderen Verein, dem unser Opa Bodo Krautz seinen Namen gegeben hat, über so lange Zeit treu begleiten und mitgestalten durfte. Dabei habe ich mich häufig in den Wind gestellt, das in vorderster Linie und einiges ausgehalten – im Dienst der Sache habe ich das immer sehr gern gemacht und dabei unheimlich viel, auch und insbesondere über Menschen gelernt“, so Kothe.

Zwischen den Zeilen dieser Mitteilung war zu lesen, dass auch Kothe an den Gräben innerhalb des Clubs verzweifelte. Er betonte: „Ich möchte allen bewusst machen, dass unser Verein nur dann funktioniert, wenn alle, wirklich alle sich in den Dienst des Clubs stellen.“

Diesen Tenor übernahm auch Wollitz, der am Donnerstag noch mal betonte, dass er zu den ehemaligen Energie-Präsidenten Ulrich Lepsch und Wolfgang Neubert wie auch zu Michael Wahlich nach wie vor ein gutes Verhältnis pflege. Das ist deshalb bemerkenswert, weil der aktuelle Konflikt wohl vor allem zwischen Wahlich und Lepsch in dessen Rolle als Vorstandsvorsitzender des FCE-Hauptsponsors Sparkasse Spree-Neiße entbrannt ist. Lepsch hatte auf RUNDSCHAU-Nachfrage allerdings betont: „Selbstverständlich werden wir unser seit vielen Jahren umfangreiches Engagement unabhängig von personellen Veränderungen im Sinne des FC Energie Cottbus beibehalten.“

Wollitz versucht nun, die Gräben zumindest etwas zuzuschütten und erinnert alle Beteiligten daran: „Der Club muss immer größer sein als die Personen. Er ist das höchste Gut, was wir haben. Wir haben ihm alle zu dienen, nur dann können wir erfolgreich sein.“ Vor dem wichtigen Drittliga-Spiel gegen Zwickau betonte der Cottbuser Trainer, dass er stolz wäre, „wenn wir zur Ruhe kommen und zu Geschlossenheit finden – im Interesse der Lausitzer Fußballer“.

Normen Kothe hat nach 14 Jahren im Verein beim FCE gekündigt.
Normen Kothe hat nach 14 Jahren im Verein beim FCE gekündigt. FOTO: Steffen Beyer