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Wollitz: "Heute hasse ich den Fußball"

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Nach dem 5:6 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart gibt es für die Cottbuser Mannschaft und das Publikum viele Komplimente. Trotzdem ist die Enttäuschung riesengroß - nicht nur bei Trainer Wollitz. Sven Hering Frank Noack

Unglücklich ausgeschieden, trotzdem eine Menge Motivation für die Liga mitgenommen. So lautet das Fazit der Cottbuser Energie-Kicker nach dem 5:6-Elfmeterdrama in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den VfB Stuttgart am Sonntagabend im Stadion der Freundschaft. Komplimente gab es dabei vom Bundesligisten.

VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler sagte: "Es war ein hart umkämpftes Spiel, in dem wir eine gute Moral gezeigt haben. Natürlich ist Elfmeterschießen am Ende auch immer Glück, doch wir sind nach dem 0:2-Rückstand gut zurückgekommen, das war entscheidend."

Stuttgarts Trainer Hannes Wolf betonte: "Cottbus war in der Verlängerung aktiver und hätte den Sieg verdient gehabt, Riesenkompliment für diese Leistung."

Und FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz erklärte: "Heute hasse ich den Fußball, obwohl ich ihn so sehr liebe und lebe. Diese Niederlage hat die Mannschaft nicht verdient. Sie hat phantastisch gespielt. Das war Werbung für den Fußball."

Björn Ziegenbein hätte das Spiel für den FCE in der Verlängerung entscheiden können. In der 113. Minute war er mit einem unwiderstehlichen Solo in den Stuttgarter Strafraum gestürmt und dort dann zu Fall gekommen: "Ich bin im Strafraum eindeutig festgehalten worden. Das wird man in jedem Fernsehbild sehen, ich wäre sonst frei vor dem Tor gewesen. Am Ende ist so ein Elfmeterschießen immer eine Scheiß-Glückssache. Unsere Mannschaft hat aber ihr Potential gezeigt in einer großartigen Atmosphäre", sagte er.

Kevin Weidlich, der nach einer Verletzungspause zunächst auf der Bank saß, später dann eingewechselt wurde, betonte: "Solch ein Publikum gehört nicht in die vierte Liga, das sollte uns bei unserem Ziel, dem Aufstieg, nochmal extra motivieren."

Streli Mamba, der als einzige Spitze unglaubliche Wege ging, erklärte: "Ich bin stolz auf unsere gezeigte Leistung. Wir waren dem VfB ebenbürtig. Das Publikum war überragend. Die Fans haben uns über das gesamte Spiel getragen. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel gegen Auerbach."

Benjamin Förster kam kurz vor dem Ende der Verlängerung ins Spiel und vergab schließlich den entscheidenden Elfmeter. "Wir haben heute überragenden Fußball gespielt. Leider sind wir dafür nicht belohnt worden. Beim Elfmeter ist mein Standbein weggerutscht. Nach dem Schuss gab es für mich nur noch Leere. Als Mannschaft gehen wir aber auf jeden Fall gestärkt aus diesem Pokalspiel hervor", so Förster, der im letzten Punktspiel vor einer Woche gegen Budissa Bautzen mit Rot vom Platz musste. "Für mich persönlich war es deshalb eher eine Woche zum Vergessen."