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| 08:07 Uhr

Fußball
Wollitz fordert neuen Endspiel-Termin

Der entscheidende Schritt in Richtung Finale: Streli Mamba (M.) erzielte in der 60. Minute den Siegtreffer für Energie bei Union Fürstenwalde.
Der entscheidende Schritt in Richtung Finale: Streli Mamba (M.) erzielte in der 60. Minute den Siegtreffer für Energie bei Union Fürstenwalde. FOTO: Christiane Weiland
Fürstenwalde/Cottbus. Energie Cottbus steht nach dem Sieg in Fürstenwalde im Finale des Brandenburger Landespokals. Das Duell gegen Babelsberg steckt voller Brisanz. Von Frank Noack

Nach dem gewonnenen Halbfinale ist vor dem Kampf um den brisanten Final-Termin: Trainer Claus-Dieter Wollitz hat nach dem 3:2-Sieg von Energie Cottbus im Brandenburger Fußball-Landespokal bei Union Fürstenwalde seinen Wunsch nach einer Verlegung des Finales noch einmal erneuert. „Das wäre im ­Sinne des Fußballs“, erklärte Wollitz auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit Blick auf die drohende Termin-Kollision.

Das Pokalfinale gegen den SV Babelsberg, der sich mit 2:0 beim MSV Neuruppin durchgesetzt ­hatte,  ist für den 21. Mai terminiert. Am 24. und 27. Mai folgen dann die beiden Aufstiegsspiele zur 3. Liga – wenn der FCE seinen großen Vorsprung in der Tabelle der Regionalliga-Nordost wie erwartet ins Ziel bringt. Die Vorverlegung des Pokalfinales auf den 17. oder 18. Mai wäre laut Wollitz „im Sinne der Regionalliga Nordost und na klar, auch im Sinne von Energie Cottbus“. Denn: Wenn der FCE in die 3. Liga aufsteigen sollte, gibt es in der Staffel Nordost einen Absteiger weniger.

Direkt nach dem Schlusspfiff des hart umkämpften 3:2-Halbfinal­sieges in Fürstenwalde hatte ­Wollitz am Mikrofon des Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) seine Kritik am Endspiel-Termin noch deutlich emotionaler formuliert. Er at­tackierte dabei auch den Fußball-Landesverband (FLB) und dessen Präsidenten Siegfried Kirschen. „Das erste Ziel haben wir erreicht. Wir wollten ins Finale und wollen das dann natürlich auch gewinnen. Ob das am 21. Mai stattfindet, werden wir sehen. Vielleicht setzt Herr Kirschen das Spiel auch noch für den 23. Mai an und freut sich dabei, dass er danach die Pressekonferenz machen kann.“

Das war süffisant. Fest steht indes schon jetzt: Das Finale zwischen Energie und Babelsberg wird eine heiße Kiste! Denn die Fanlager beider Vereine verbindet nicht erst seit dem Skandalspiel am 28. April 2017 in Babelsberg eine tiefsitzende Abneigung. Damals gab es rassistische Äußerungen im Gäste-Fanblock, Pyrotechnik wurde durch beide Fanlager abgebrannt und es kam zu einem Platzsturm, der das Derby an den Rand des Abbruchs brachte.

Die Aufarbeitung der Vorfälle dauerte mehrere Monate und landete schließlich sogar vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes. Und sie ist auch an den Vereinsführungen sowie der sportlichen Leitung nicht spurlos vorbeigegangen.  Wollitz jedenfalls schoss am Wochenende gleich noch eine verbale Spitze in Richtung von SVB-Präsident Archibald Horlitz ab, der seiner Meinung nach „nur gegen Energie Cottbus schürt. Von daher ist da genügend Brisanz drin“.

Enges Spiel - aber Energie schafft es ins Finale FOTO:

Das ist vor allem deshalb pikant, weil Babelsberg bei der von Wollitz gewünschten Verlegung des Finales mitwirken müsste. Nach Angaben von FLB-Geschäftsführer Michael Hillmann muss eine solche Spielverlegung „einvernehmlich zwischen allen Beteiligten“ abgestimmt werden. Im konkreten Fall kommt hinzu, dass der Termin auch eine große sportpolitische Bedeutung besitzt. Denn am 21. Mai findet wieder der zentrale Finaltag der Amateure statt. Alle Endspiele werden im Rahmen einer Livekonferenz in der ARD ausgetragen. FLB-Geschäftsführer Hillmann hatte bereits vor einigen Wochen in der RUNDSCHAU deutlich gemacht, dass der Verband trotz der Terminkollision für ein Festhalten am ursprünglichen Finaltermin, also dem 21. Mai, plädiert, denn: „Der Finaltag ist eine super Plattform für den Amateurfußball.“

An diesem Montag findet übrigens eine planmäßige Sitzung des FLB-Vorstandes statt. Die von Energie gewünschte Vorverlegung wird dabei nach derzeitigem Stand kein Thema sein – weil zumindest bis zum Wochenende noch kein entsprechender Antrag vorlag. Allerdings hatte ja Energie auch erst am Samstag das Halbfinale in Fürstenwalde gewonnen.

Trainer Wollitz jedenfalls glaubt nicht wirklich an eine Vorverlegung des Endspiels: „Ich habe da wenig Hoffnung. Denn im Fußball gibt es leider nur wenig Solidarität.“