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Klare Worte
FCE-Trainer Wollitz: „Das Bild von Cottbus ist eine Katastrophe“

Claus-Dieter Wollitz findet deutliche Worte über die Zustände in Cottbus.
Claus-Dieter Wollitz findet deutliche Worte über die Zustände in Cottbus. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen in Cottbus bereiten auch dem Fußball-Regionalligisten Energie Cottbus Sorgen.

Die Entwicklungen in der Lausitz beschäftigen auch den FC Energie Cottbus. Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz erklärte, dass ihm das aktuelle Image von Cottbus Probleme dabei bereite, Spieler zum Regionalliga-Spitzenreiter zu locken oder Profis zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen. Wollitz sagte am Samstag: „Das Bild von Cottbus nach außen ist eine Katastrophe.“

Er bezog sich dabei vor allem auf einen Bericht in der „Bild“-Zeitung mit dem Titel „Cottbus macht dicht“. Der gebürtige Ostwestfale erklärte verärgert: „Dieser Bericht war äußerst respektlos und man hat das Gefühl, dass Cottbus noch genauso ist wie 1990. Hier hätte sich gar nichts verändert. Eine ganze Seite, die eine Situation beschreibt, als ob man hier nicht leben kann, als ob man hier nicht auf die Straße gehen kann.  Ich bin echt fassungslos.“ Wollitz, der sich immer wieder als Fan der Lausitz und speziell von Cottbus positioniert hat, fügte an: „Entweder kriege ich etwas nicht mit oder ich bin so naiv, dass ich das verdränge.“

Der Coach räumte allerdings ein, dass die aktuellen Unruhen auch in der Mannschaft ein Thema seien. Er sagte: „Es rumort in Cottbus. Die Spieler beschäftigen sich sehr damit und es sind auch schon einige Spieler außerhalb des Stadions belästigt worden.“ Weil Energie gerade dabei ist, den aktuell so erfolgreichen Kader langfristig an den Verein zu binden, ist diese Problematik ein echtes Hindernis für den Club. Wollitz betonte: „Wir haben eine Situation, die ist nicht so einfach. Und die Spieler gucken deshalb genau hin, was jetzt passiert. Ich hoffe, dass die Politik sich klar positioniert.“

Er selbst beschäftige sich intensiv mit seiner Zukunft. Der Vertrag des Trainers verlängert sich in Cottbus nur, wenn er mit der Mannschaft im Mai den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga schafft. Ob Wollitz ansonsten bei Energie bleibt, ist derzeit offen. „Ich fange ehrlich bei mir an und frage mich: ,Was willst du eigentlich?‘ Also ich will nicht in einem Umfeld arbeiten, wo ich Tag und Nacht Angst haben muss.“