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| 02:39 Uhr

Wollitz bietet Geisler zweite Chance an

Felix Geisler absolvierte in der Endphase der Vorsaison sechs Spiele für den FC Energie – danach ging er nach Zwickau.
Felix Geisler absolvierte in der Endphase der Vorsaison sechs Spiele für den FC Energie – danach ging er nach Zwickau. FOTO: Koch/mkc1
Cottbus. Dieses Gerücht wabert schon länger durch Cottbus: Felix Geisler ist beim FSV Zwickau unzufrieden und würde gern zum FC Energie zurückkehren. Nun bietet Trainer Wollitz dem Talent tatsächlich eine zweite Chance an. Einem anderen Eigengewächs erteilte der FCE indes eine Absage. Jan Lehmann

Diese Personalie wird heiß diskutiert: Als die RUNDSCHAU in der Vorwoche eine mögliche Rückkehr von Felix Geisler nach Cottbus ins Gespräch brachte, entspann sich in den sozialen Netzwerken im Internet eine heftige Debatte. Das eine Meinungslager sieht in Geisler eine Art Verräter, der den Verein nach dem Abstieg in Richtung Zwickau verlassen hat. Das andere Lager hingegen würde sich über die Rückkehr des Vetschauers, der in der Lausitzer Sportschule und im Nachwuchs des FC Energie ausgebildet worden war, sehr freuen.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz gehört offenbar zur zweiten Fraktion, jedenfalls bietet der 51-Jährige dem Zwickauer Reservisten eine zweite Chance in der Lausitz an. Wollitz betont am Mittwoch: "Es bringt nichts, nachtragend zu sein."

Was war passiert? Wollitz hatte in der Endphase der Drittliga-Saison trotz der schwierigen Mission im Abstiegskampf voll auf den 19-jährigen Mittelfeldspieler gesetzt. Mit seiner frechen, unbekümmerten Spielweise avancierte Geisler dabei zu einem der neuen Hoffnungsträger, der den FCE nach dem schockierenden Abstieg aus dem Tal der Tränen holen sollte.

Geisler hatte seine Vertragsverlängerung dabei vom Verbleib von Trainer Wollitz abhängig gemacht. Doch obwohl der Coach wie erhofft in Cottbus unterschrieb, folgte sein Schützling den Verlockungen von Drittliga-Aufsteiger FSV Zwickau. In einer Vereinserklärung formulierte der Trainer damals seine Enttäuschung noch recht diplomatisch: "Es hieß zwar zunächst, dass er sein Bleiben von meiner Trainertätigkeit abhängig macht. Aber das war wohl nur eine von mehreren Bedingungen. Felix Geisler ist gebürtiger Lausitzer, 19 Jahre alt und bekam von uns die Chance, sich zu zeigen. Deshalb sind viele im Verein enttäuscht, dass er trotz unseres wirklich guten Angebotes wechselt."

Heute wird Wollitz deutlicher und sagt: "Dass Felix damals trotz der Unterstützung, die wir ihm gegeben haben, nicht geblieben ist, konnte ich schlichtweg nicht verstehen. Etwas Derartiges habe ich bei einem jungen Spieler auch noch nicht erlebt."

Und dennoch: Wollitz würde Geisler gern wieder in Cottbus sehen. Er schätzt die Spielweise und das Potenzial des Dribblers. Der Trainer sagt: "Ich habe kein Problem damit, einem Spieler eine zweite Chance zu geben - erst recht nicht einem 19-Jährigen. Felix Geisler müsste den ersten Schritt machen und auf uns zukommen."

Heißt: Wollitz wartet auf eine Anfrage von Geislers Berater, bisher gibt es die noch nicht. Die Chancen für die Rückkehr stehen aber nicht schlecht, denn die Zwickauer müssen aktuell ihren Etat entlasten. Die abstiegsgefährdeten und finanziell angeschlagenen Sachsen sollen bis zum 23. Januar noch eine Lücke von 186 000 Euro schließen. Ein Abgang von Geisler, der über drei Kurzeinsätze nicht hinauskam, wäre da beim FSV sicher zu verschmerzen.

Ein anderer Ex-Cottbuser, der nun in Zwickau spielt, wurde ebenfalls schon bei Energie angeboten. Robert Berger, der im vorigen Winter vom damaligen Trainer Vasile Miriuta quasi vom Hof gejagt worden war, hat seinen Berater ein mögliches Interesse aus Cottbus abfragen lassen. Doch Trainer Wollitz lehnte ab: "Ich hätte einen Spieler wie Robert damals nie weggeschickt. Ich schätze seine Mentalität."

Und trotzdem gibt es aktuell keinen Platz für den Rechtsverteidiger im Cottbuser Kader. Wollitz: "Unsere Möglichkeiten geben es zurzeit nicht her, dass wir ihn zurücknehmen. Außerdem hat sich Marcel Baude bei uns als Rechtsverteidiger hervorragend eingelebt, und ich denke, dass er in seiner Entwicklung auch noch nicht fertig ist. Ich erwarte von ihm den nächsten Schritt."

Wann es indes den nächsten Schritt in der Personalie Geisler geben wird, bleibt abzuwarten. Die Transferperiode läuft bis zum 31. Januar um 18 Uhr. Bis dahin dürfte es noch einige Gespräche zu diesem Thema geben - und sicher auch noch ein paar hitzige Diskussionen.

Der FC Energie sucht noch nach Testspielgegnern - mehr im Energie-Blog: www.lr-online.de/energie