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Wollitz bekräftigt Kritik am DFB: "Bist der Idiot"

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat nach dem 1:0-Sieg gegen Schönberg seine Kritik am DFB noch einmal erneuert. Einen Streik hält er nach wie vor für ein legitimes Mittel, um gegen die umstrittene Relegationsregelung zu protestieren. Frank Noack Jan Lehmann

Die wichtigste Nachricht vorab: Energie Cottbus ist am Samstag gegen den FC Schönberg angetreten, hat das erste Pflichtspiel des neuen Jahres dank des Treffers von Neuzugang Marcelo in der 74. Minute mit 1:0 (0:0) gewonnen und Platz zwei in der Fußball-Regionalliga Nordost verteidigt. Trainer Claus-Dieter Wollitz bleibt jedoch dabei - einen Warnstreik hält er nach wie vor für ein legitimes Mittel, um gegen die umstrittene Relegationsregelung zu protestieren. "Wenn einer nicht mehr antritt, dann fangen die Herren mal an, darüber nachzudenken, was hier eigentlich los ist", erneuert Wollitz seine Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Der Erste in der Tabelle müsse am Ende der Saison aufsteigen - und zwar ohne Relegation. Wollitz legt in Richtung DFB des nach: "Ich möchte einfach, dass diese Liga mehr lebt und interessanter wird. Im Moment macht man diese Liga total kaputt. Aber das interessiert den DFB nicht."

Bereits vor dem Spiel gegen Schönberg hatte der FCE-Trainer in einer viel beachteten Pressekonferenz ( Wie Weselsky: Wollitz will den Warnstreik ) mit seinem Streikaufruf für jede Menge Diskussionen gesorgt. Angesichts der großen wirtschaftlichen und sportlichen Unterschiede in den verschiedenen Regionalliga-Staffeln sieht er eine große Gefahr für den gerechten Wettbewerb um den Aufstieg. Energie Cottbus liegt derzeit auf dem 2. Tabellenplatz und hat vier Punkte Rückstand auf den FC Carl Zeiss Jena.

Wollitz befürchtet, dass Sponsoren und Fans einen solchen Wettbewerb mit dem engsten Nadelöhr im deutschen Fußball, also den Relegationsspielen, auf Dauer nicht mittragen werden. Wie der DFB die kleinen Vereine an der Schnittstelle zwischen Profi-Fußball und Amateursport allein lasse, sei laut Wollitz "an Lächerlichkeit nicht zu überbieten".

"Derjenige, der es anschiebt, ist am Anfang immer der Idiot."

Die Probleme der Regionalliga zeigten sich auch an diesem Wochenende: Wegen der winterlichen Bedingungen konnten in der Nordost-Staffel nur zwei der neun Partien ausgetragen werden. Gespielt wurde lediglich in Cottbus und in Jena, da beide Clubs aus ihren besseren Zeiten eine Rasenheizung in die 4. Liga mitgebracht haben.

Auf RUNDSCHAU-Nachfrage hatte der DFB ziemlich schmallippig reagiert. Man werde sich zu diesem Thema nicht äußern, da die Regionalliga in der Zuständigkeit der Regionalverbände fällt, hieß es aus der DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt am Main.

Wollitz will trotzdem weiter mit aller Vehemenz gegen die Relegation kämpfen und nimmt dabei auch Anfeindungen in Kauf. Das stellte er jetzt noch einmal klar. "Man kann sich nicht alles gefallen lassen. Derjenige, der es anschiebt, ist am Anfang immer der Idiot. Solange, bis das Konzept durchgedrückt ist", erklärt der Energie-Trainer.