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| 14:24 Uhr

Fußball
Wollitz-Appell nach „brutaler“ Niederlage

„Wir brauchen jetzt Unterstützung und Rückendeckung“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.
„Wir brauchen jetzt Unterstützung und Rückendeckung“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz. FOTO: imago/Eibner / Michael Bermel/Eibner-Pressefoto
Karlsruhe. Energie Cottbus verliert trotz bester Chancen in Karlsruhe mit 0:2 (0:1) und diskutiert weiter über die Querelen im Verein. Zumal jetzt zwei ganz wichtige Heimspiele anstehen. Von Frank Noack

Der Fußball ist manchmal gar nicht so kompliziert wie es auf den ersten Blick scheint. Er sei bisweilen sogar „brutal“ einfach, befand Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der 0:2 (0:1)-Niederlage von Energie Cottbus beim Karlsruher SC. „Wir haben zu Recht verloren, auch wenn diese Niederlage brutal ist“, erklärte Wollitz nach dem mittlerweile siebten Spiel ohne Sieg für den Aufsteiger in die 3. Liga. „Im Fußball ist entscheidend, wer Tore erzielen kann. Und wer we­niger Fehler macht. Wir haben ­heute ­grobe Fehler gemacht.“

Diese Fehler – beispielsweise als Keeper Avdo Spahic unnötiger­weise weit aus seinem Tor eilte – ermöglichten den Gastgebern die Tore durch Marvin Pourie (25.) und Anton Fink (55.). Energie überbot sich dagegen im Auslassen von besten Möglichkeiten.

Den negativen Höhepunkt aus Cottbuser Sicht erlebten die 10 814 Zuschauer im Karlsruher Wildparkstadion bereits in der 7. Minute, als Kapitän Marc Stein zunächst die Latte traf, danach mehrere FCE-Versuche scheiterten, ehe Fabian Graudenz den Ball schließlich aus Nahdistanz über die Latte beförderte. 

Karlsruhes Coach Alois Schwartz räumte ein: „Wir haben den Gegner mit unserer Passivität zunächst eingeladen. Cottbus hätte ein Tor verdient gehabt. Dieses Tor haben aber wir gemacht. Danach lief es besser.“

Deshalb trat Energie beim Debüt von Neuzugang Lars Bender als Rechtsverteidiger die Heimreise erneut mit leeren Händen an und ist in die Abstiegszone gerutscht. Auch das zarte Pflänzchen Selbstvertrauen hat in den vergangenen Wochen gelitten. Am Samstag in Karlsruhe war dieses Selbstvertrauen in der Startphase stark wie ein Baum. Nach dem ersten Gegentreffer brach dieser Baum jedoch krachend zusammen.

„Es ist schwer, immer einem Rückstand hinterherzulaufen. Wir müssen endlich die individuellen Fehler abstellen“, ärgert sich Mittelfeldspieler Maximilian Zimmer. „Es geht dabei nicht um einzelne Spieler, denn wir machen alle Fehler.“

Und natürlich stellt sich auch die Frage, wie die jetzt offen zutage getretenen Querelen im Verein sich auf die Leistung der Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt auswirken. Immerhin war es das erste Spiel nach Bekanntwerden des Rückzuges von Präsident Michael Wahlich und Geschäftsführer Normen Kothe aufgrund von internen Machtkämpfen. Als Alibi für die Niederlage wollten aber weder Wollitz noch die Spieler diese Querelen verstanden wissen. „Wir bekommen das alles zwar mit, aber als Mannschaft müssen wir uns auf das Sportliche konzentrieren“, betont Lasse Schlüter.

Und dennoch wird der zum Jahresende scheidende Präsident eine Lücke hinterlassen. „Er ist ein super Typ, ich kann nichts Negatives sagen“, ergänzt Schlüter.

Zumindest einen positiven Aspekt könnten die jetzt getroffenen Personalentscheidungen in der Vereinsführung haben. Wollitz hofft jedenfalls, dass sich die finanzielle Situation demnächst wieder entspannt. Immerhin war im Zusammenhang mit den internen Machtstreitigkeiten auch von ausbleibenden Sponsorengeldern die Rede.

„Wir brauchen jetzt Unterstützung und Rückendeckung, um unsere Ziele zu erreichen“, appelliert der Energie-Trainer in alle Richtungen. Zumal jetzt die beiden wichtigen Heimspiele gegen den FSV Zwickau und den Halleschen FC anstehen.  Wollitz: „Jedem musste klar sein, dass es eine schwierige Saison wird. Ich bin nach wie vor hochmotiviert und zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“

Denn ein erneuter Abstieg wäre zweifellos noch viel brutaler als die vielen vergebenen Chancen  in Karlsruhe.

Fabio Viteritti (r.) wird in dieser Szene vom Karlsruher David Pisot attackiert.
Fabio Viteritti (r.) wird in dieser Szene vom Karlsruher David Pisot attackiert. FOTO: imago/Eibner / Michael Bermel/Eibner-Pressefoto