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Wollitz ärgert sich über Los und DFB-Chef

Die Fehde zwischen Wollitz und DFB-Chef Grindel geht weiter.
Die Fehde zwischen Wollitz und DFB-Chef Grindel geht weiter. FOTO: Beyer
Cottbus. Ein FCE-Anhänger hatte am Sonntagabend auf der Facebook-Seite der RUNDSCHAU-Sportredaktion das Motto für das bevorstehende Duell zwischen Energie Cottbus und dem Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart in der 1. Pokalrunde ganz schnell gefunden. Frank Noack

Sein Vorschlag: "Revanche für 97".

Damals - exakt vor fast 20 Jahren - standen sich beide Clubs am 14. Juni im Pokalfinale im Berliner Olympiastadion gegenüber. Der VfB setzte sich mit 2:0 (1:0) durch - und er geht natürlich auch diesmal als haushoher Favorit in die Partie.

"Das ist ein ganz schweres Los für uns. Der VfB hat eine junge und sehr dynamische Mannschaft. Sie waren schon in der 2. Liga richtig gut und werden in der Bundesliga ganz sicher nicht schwächer werden", sagt Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Gespielt wird vom 11. bis 14. August. Die genaue Terminierung erfolgt nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in den nächsten zehn bis zwölf Tagen.

Doch nicht nur wegen des schweren Gegners in der 1. Runde hatte FCE-Trainer Wollitz am Sonntagabend keine wirkliche Freude an dieser Auslosung im Rahmen der ARD-Sportschau durch Ex-Profi Sebastian Kehl, der den DFB-Pokal 2012 mit Borussia Dortmund gewonnen hatte. Denn neben dem Kontrahenten Stuttgart bekam Wollitz via TV auch noch eine recht süffisante Botschaft von DFB-Präsident Reinhard Grindel übermittelt, der die Auslosung überwachte. Nach Ansicht von Grindel ist der VfB Stuttgart ein durchaus attraktiver Gegner, "auch wenn Pele Wollitz ja selten gute Worte über den DFB verliert".

Grindel spielte damit auf die Kritik von Wollitz am Modus der Regionalliga inklusive Relegation in den vergangenen Monaten an. Der Konter des Energie-Coaches: "Es freut mich, dass wir zumindest wahrgenommen werden. Es wäre allerdings noch besser, wenn Herr Grindel seinen charmanten Worten über die Amateure nun auch Taten folgen lassen würde."

Immerhin: Die erste Runde ist mit 139 000 Euro dotiert. Abzüglich der 25 000 Euro, die Energie auf der Basis eines Solidaritätsabkommens an den brandenburgischen Verband abgeben muss, bleibt immer noch eine sechsstellige Summe übrig. Und in Runde zwei werden dann sogar rund 300 000 Euroaus geschüttet. Aber davor steht für den FCE erst einmal die hohe Hürde VfB Stuttgart.

Kader: Nach RUNDSCHAU-Information steht Felix Geisler (20) vor einer Rückkehr nach Cottbus. Die Verhandlungen mit dem Mittelfeldspieler vom FSV Zwickau sind weit fortgeschritten.