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| 16:49 Uhr

Angesichts grober Fehler wächst der Druck
Wer führt Energie Cottbus aus der Krise?

 Energie steckt tief im Abstiegskampf der 3. Liga. Nach dem 0:3 in Meppen gab es auch Gesprächsbedarf mit den Fans. Am Samstag steht ein kompliziertes Heimspiel an: 1860 München kommt ins Stadion der Freundschaft.
Energie steckt tief im Abstiegskampf der 3. Liga. Nach dem 0:3 in Meppen gab es auch Gesprächsbedarf mit den Fans. Am Samstag steht ein kompliziertes Heimspiel an: 1860 München kommt ins Stadion der Freundschaft. FOTO: Christiane Weiland
Cottbus. Drei Niederlagen in Folge und Angst vor dem Abstieg: Energie Cottbus wirkt verunsichert. Mitten in der Saison braucht das Team neue Anführer.  Die RUNDSCHAU erklärt die derzeitige Hierarchie. Von Jan Lehmann

In drei Monaten endet die Drittliga-Saison und es ist absehbar: Energie Cottbus wird bis zum 18. Mai und der Partie bei Eintracht Braunschweig gegen den Abstieg kämpfen – wenn es gut läuft! Und wenn es nicht gut läuft? Das 0:3 in Meppen war die dritte Niederlage in Folge. Der FCE muss aufpassen, nicht schon früher den Anschluss an die sicheren Plätze zu verlieren.

Mit drei Zählern Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz gehen die Cottbuser am Samstag in das komplizierte Heimspiel gegen 1860 München – der Druck wächst. Und angesichts der Leistung von Meppen, als Energie es erneut nicht schaffte, ohne grobe Fehler durchzukommen, steht die Frage: Wer führt den FCE aus der Krise? Und ja, es ist zweifellos eine Krise. Vorn vergibt Torjäger Streli Mamba die Großchancen, hinten lässt Torhüter Avdo Spahic den entscheidenden Ball ­fallen. Und dazwischen hat jeder Spieler mit sich selbst zu tun. Die mit vier Neuzugängen stark veränderte Elf sucht eine neue Struktur. Und sie benötigt neue Anführer.

Es wird immer deutlicher, wie sehr der Abgang von Marc Stein nach Stuttgart (siehe Infobox) die Mannschaft geschwächt hat. Dessen Übersicht und Kopfballstärke waren wichtige Faktoren – zudem impfte der Kapitän seiner Mannschaft eine echte Drittliga-Mentalität ein. Beispielhaft dafür waren seine beiden späten Treffer gegen Unterhaching oder sein Kopfballtor mit gebrochener Nase in Kaiserslautern.

Doch auf den Faktor Stein kann Energie nicht mehr setzen. Neuzugang Robert Müller hat dessen ­Rolle in der Abwehr übernommen – im neuen Mannschaftsrat hat er ebenfalls gleich einen Platz bekommen. Der 32-Jährige betont kämpferisch: „Derzeit haben wir viel Gegenwind, doch wir können uns nur selbst aus der Lage befreien.

Vielleicht kann Fabio Viteritti einen wichtigen Anteil bringen. Nach überstandener Verletzung wurde er erneut eingewechselt und sorgte für neuen Schwung. Mit seiner hohen Laufbereitschaft und der immer weit herausgestreckten Brust gibt er auf dem Feld positive Signale an die Kollegen. Dass der dreifache Energie-Fußballer des Jahres allerdings nicht mehr in den Mannschaftsrat gewählt wurde, zeigt, wie sehr das Team intern im Umbruch ist. Und dennoch: Auch ein Spieler wie Kevin Weidlich, der in Meppen zur zweiten Halbzeit kam, kann der Mannschaft noch viel geben. Er ist wohl derjenige, der den inneren Kreis der Aufstiegself für den Abstiegskampf aufrichten kann.

Auffällig: Dimitar Rangelov hat sich bei vielen Spielern schnell großen Respekt erworben. Im Gegensatz zu seinen beiden vorherigen Gastspielen tritt der Bulgare deutlich kommunikativer auf. Dass er nun die Kapitänsbinde trägt, ist folgerichtig. Ob der 36-Jährige aber auch die Kraft hat, neben Streli Mamba die entscheidenden offensiven Akzente im Abstiegskampf zu setzen, muss man sehen.

Spannend ist auch die Torwart-Frage: Nicht wenige Fans fordern, dass Kevin Rauhut eine Chance bekommen sollte. Als neues Mannschaftsratsmitglied hat der 29-Jährige von außen schon großen Einfluss aufs Team. Fakt ist: Trainer Claus-Dieter Wollitz hat bisher am nicht immer fehlerfreien Spahic festgehalten. Doch angesichts der bedrohlichen Lage dürfte selbst ein Wechsel auf der sensiblen Position für ihn kein Tabu mehr sein.