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| 15:51 Uhr

Fußball
Weltmeisterlicher Transfer in der 3. Liga

Kevin Großkreutz (r.) wechselte vom Zweitligisten Darmstadt 98 zu KFC Uerdingen.
Kevin Großkreutz (r.) wechselte vom Zweitligisten Darmstadt 98 zu KFC Uerdingen. FOTO: imago/Revierfoto / Revierfoto
Leipzig. Absteiger Kaiserslautern sowie die Aufsteiger Cottbus, Uerdingen und München verfolgen ganz unterschiedliche Taktiken bei der Kader-Zusammenstellung. Von John Hennig und Frank Noack

Ein Weltmeister und viele weitere ehemalige Größen: Der Transfersommer hat der an diesem Freitag startenden 3. Fußball-Liga bislang einigen spektakulären Zuwachs beschert. Kevin Großkreutz, 2014 noch Weltmeister in Brasilien, setzt seinen sportlichen Abstieg weiter fort und kickt nun beim Aufsteiger KFC Uerdingen, der mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Stefan Aigner gleich noch einen namentlichen Hoch­karäter holte. Mitaufsteiger 1860 verstärkte sich mit Stefan Lex (FC Ingolstadt), Quirin Moll (Eintracht Braunschweig) und Adriano Grimaldi (Preußen Münster).

Insgesamt waren die Drittligisten nach zwei verhältnismäßig ruhigen Transfer-Sommern in der Vergangenheit während der Weltmeisterschaft äußerst aktiv: Bis zum Montagabend hatten die 20 Vereine bereits 462 Spielerwechsel getätigt – mehr als vor zwei Jahren zum Transferende. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt kurz vor dem Saisonstart 435 Wechsel.

Nicht viel zu dieser Transferbilanz beigetragen hat Energie Cottbus. Denn der Liga-Neuling setzt nahezu komplett auf seinen Vorjahreskader: Lediglich zwei Zu- und vier Abgänge verzeichnete der Aufsteiger aus der Lausitz. Allerdings zittert Cottbus noch um den Verbleib von Torjäger Streli Mamba, der von Zweitligisten, vor allem dem SC Paderborn, umworben wird. 

Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern verfolgt eine ganz andere Strategie. Er geht dabei mit einer runderneuerten Mannschaft in die erste Drittliga-Saison seiner Vereinsgeschichte: Sportvorstand Martin Bader und Sportdirektor Boris Notzon krempelten die Mannschaft komplett um. Die Pfälzer mussten gleich 28 Abgänge verkraften und verpflichteten dafür 22 neue Spieler, die bis zum ersten Saisonspiel am Samstag gegen Aufsteiger 1860 München (14 Uhr/ARD) zusammengefunden haben müssen. „In der dritten Liga geht es um Kampf und Leidenschaft. Wir müssen das gemeinsam als Truppe annehmen“, sagt Rückkehrer und Kapitän Florian Dick, der den Betzenberg bereits bestens kennt.

Mit Christopher Hemlein (Bielefeld), Kevin Kraus (Heidenheim) oder Timmy Thiele (Jena) konnte Kaiserslautern gleich mehrere Hochkaräter verpflichten, so dass die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck trotz des Umbruchs als großer Favorit in die neue Saison geht.

Das Auftaktspiel am Freitag (19 Uhr/live bei Telekom Sport) bestreitet der zweite Absteiger Eintracht Braunschweig gegen den in der Relegation gescheiterten Karlsruher SC. Auch Braunschweig hat nahezu alle Leistungsträger verloren. Und die, die noch da sind – wie Christoffer Nyman, Suleiman Abdullahi oder Gustav Valsvik – gelten bis zum Schluss des Transferfensters als Wechselkandidaten.

Von den etablierten Drittligisten sorgten die Sportfreunde Lotte und der Hallesche FC für die größte Rotation im Kader. Jeweils 14 Neuzugängen stehen 15 Abgänge gegenüber. Verbunden war dies mit Trainerwechseln in der Sommerpause. In Lotte übernahm der frühere Dresdner Bundesliga-Spieler Matthias Maucksch, in Halle der bisherige Zwickauer Fußball-Lehrer Torsten Ziegner. Insgesamt standen bis zum Montagabend 225 Zu- und 237 Abgänge fest. Das Transferfenster schließt allerdings erst am 31. August, so dass die Drittligisten noch fast sechs Wochen und fünf Spieltage Zeit haben, um nachzubessern.

Adriano Grimaldi ging von Münster zu 1860 München.
Adriano Grimaldi ging von Münster zu 1860 München. FOTO: imago/MIS / Bernd Feil/M.i.S.
Timmy Thiele wechselte aus Jena zum 1. FC Kaiserslautern.
Timmy Thiele wechselte aus Jena zum 1. FC Kaiserslautern. FOTO: imago/Eibner / EIBNER/eer