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| 13:41 Uhr

Relegation
Weiche räumt Fehler im Sicherheits-Chaos ein

Der Umzug ins größere Stadion nach Kiel hat den Flensburger Verein vor Probleme gestellt
Der Umzug ins größere Stadion nach Kiel hat den Flensburger Verein vor Probleme gestellt FOTO: Frank Noack
Kiel. Das Aufstiegs-Hinspiel von Weiche Flensburg gegen Energie Cottbus stand wegen des Sicherheits-Chaos im Vorfeld auf der Kippe. Bis auf einige kleinere Vorfälle ging die Partie friedlich über die Bühne. Die Gastgeber räumen jedoch auch „hausgemachte“ Fehler ein. Von Frank Noack

Als Schiedsrichter Robert Kampka am Donnerstagabend im Kieler Holstein-Stadion das Aufstiegs-Hinspiel zwischen Weiche Flensburg und Energie Cottbus abpfiff, dürfte sich auch bei Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) eine gewisse Erleichterung breitgemacht haben. Er verfolgte den 3:2 (3:0)-Sieg des FCE von der Tribüne aus. Am Tag zuvor hatte er auf einer fünfstündigen Krisensitzung in seinem Ministerium das Sicherheitskonzept überarbeiten lassen und damit den Weg für die Austragung des Spiels freigemacht.

Die Polizei zog nach dem Schlusspfiff ein positives Fazit: „Zum Schluss wurden im Gästeblock einige Bengalos gezündet und ein Fan von #FCEnergie hat versucht, eine Wand zu besprühen. Ansonsten blieb es aus polizeilicher Sicht ruhig“, teilte die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Gastgeber Weiche Flensburg musste nach Kiel ausweichen, weil heimische Manfred-Werner-Stadion nicht den erforderlichen Sicherheitsstands entspricht. Mit der Organisation des Aufstiegs-Hinspiels gegen Energie schien der Meister der Regionalliga Nord im Vorfeld jedoch überfordert zu sein. Negativer Höhepunkt war das fehlende Sicherheitskonzept. Auch beim Kartenvorverkauf gab es Probleme, weil sich Cottbuser Fans über den Online-Ticketverkauf von Weiche Flensburg Eintrittskarten besorgt hatten. Erst durch die kurzfristige Hilfe des Innenministeriums sowie von Zweitligist Holstein Kiel war die Trennung zwischen den gut 3000 Energie-Fans und den Anhängern der Gastgeber möglich. Zudem wurde kurzfristig noch einmal Sicherheitspersonal nachgeordert – teilweise bis aus Magdeburg reisten die Ordner an.

Weiche-Geschäftsführer Harald Uhr räumt im RUNDSCHAU-Interview Fehler seines Vereins ein. „Das Chaos war vielleicht auch hausgemacht von uns. Wir waren zu blauäugig. Wir denken immer an schönen Fußball und alles Friedliche“, erklärte Uhr. Auch er zeigte sich am Ende erleichtert mit Blick auf die Gäste-Anhänger: „Leute, die Fans aus Cottbus sind doch klasse.“

Trotzdem sorgte das Sicherheits-Chaos auch nach dem Schlusspfiff für kontroverse Diskussionen. Trainer Claus-Dieter Wollitz übte scharfe Kritik und machte keinen Hehl daraus, dass das Sicherheits-Chaos einen Tag vor dem Spiel die Vorbereitung aus psychologischer Sicht durchaus beeinflusst hat. Aus Sicht von Wollitz nicht ganz zufällig: „Ich glaube nicht an Zufall – auch wenn das von der Gegenseite sicher vehement verneint wird. Wenn es Sicherheitsbedenken gab, dann muss man das intern klären. So etwas darf nicht rauskommen. Das ist einfach nicht korrekt. Gerade, weil es in diesen Aufstiegs-Spielen drei Verlierer geben wird, sollten wir auf moralische Werte achten.“