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Wegweisendes Duell auf Augenhöhe

Meistens geht Energie als Favorit in die Heimspiele im Stadion der Freundschaft. Der BAK strotzt jedoch vor Selbstbewusstsein.
Meistens geht Energie als Favorit in die Heimspiele im Stadion der Freundschaft. Der BAK strotzt jedoch vor Selbstbewusstsein. FOTO: Beyer
Cottbus/Berlin. Ein Favorit ist vor diesem Topspiel schwer auszumachen. Sowohl Energie Cottbus als auch der BAK wollen näher an Tabellenführer Jena heranrücken. Es ist also ein wegweisendes Duell am Samstag im Stadion der Freundschaft. Und es ist ein Duell auf Augenhöhe. Der FCE hat zwar einen Punkt mehr auf dem Konto, die markigen Worte kommen aber aus Berlin. Frank Noack

Natürlich wissen beide Clubs um die Bedeutung dieser Premiere. Energie Cottbus und der Berliner AK standen sich noch nie in einem Pflichtspiel gegenüber. Und wer an diesem Samstag beim Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Nordost ab 14.05 Uhr im Stadion der Freundschaft (LR-Liveticker, rbb live) als Sieger vom Rasen geht, der darf sich als erster Verfolger von Carl Zeiss Jena fühlen und rückt zumindest für einen Tag näher an den bislang noch souveränen Tabellenführer heran. Denn die Thüringer spielen erst am Sonntag bei Oberlausitz Neugersdorf.

Der Respekt ist jedenfalls nicht zu überhören, wenn FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz über den BAK spricht. "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe", prophezeit er. Wollitz ergänzt: "Sie haben eine gute Strategie, einen Torjäger und einen klugen Trainer. Und sie kennen diese Situation aus dem Vorjahr." Auch damals stand der BAK ganz weit oben und verpasste den Meistertitel nur knapp (siehe Gegner-Check). Der achtfache Torschütze Miroslav Slavov hat großen Anteil daran, dass die Mannschaft auch unter dem neuen Trainer Jörg Goslar wieder eine Hauptrolle spielt.

Duelle auf Augenhöhe gibt es nicht jede Woche für Energie, weil der Drittliga-Absteiger in vielen Partien der klare Favorit ist. Die Cottbuser Bilanz in den bisherigen Duellen auf Augen höhe ist zwar ordentlich, aber ausbaufähig. Im Heimspiel gegen Viktoria Berlin gab es ein 1:1 und gleichzeitig das einzige Gegentor im Stadion der Freundschaft. Beim 3:1-Auswärtssieg gegen den BFC Dynamo lieferte das Team eine der besten Leistungen in dieser Saison ab. Und auch beim torlosen Remis bei Spitzenreiter Jena war Energie auf Augenhöhe, unter dem Strich vielleicht sogar die bessere Mannschaft.

All das zählt aber nicht mehr, wenn es am Samstagnachmittag gegen den Berliner AK geht. Dass die Gäste sich keinesfalls als Außenseiter sehen, beweisen die markigen Worte von Kapitän Maurice Trapp im Vorfeld des Topspiels des 12. Spieltages. "Ich denke, dass es ein Spiel auf Augenhöhe sein wird. Beide Mannschaften werden um jeden Meter kämpfen", erklärt der Innen verteidiger. Die Kampfansage von Trapp strotzt vor Selbst bewusstsein. "Ich glaube, dass wir uns am Ende durch setzen werden, weil unser Kader einfach breiter besetzt und besser ist. Wir werden unser Spiel mit viel Ballbesitz durchsetzen."

In einem Punkt hat Trapp durchaus recht: Der BAK kann sich zumindest von der Quantität auf einen beachtlichen Kader stützen. 29 Spieler sind derzeit unter Vertrag. Nur Wacker Nordhausen (35) hat noch mehr kickende Angestellte. Selbst der Kader von Ta bellenführer Jena (25) nimmt sich dagegen vergleichsweise bescheiden aus.

Energie Cottbus hat derzeit sogar nur 23 Spieler im Kader. Davon sind allerdings mit Jonas Zickert und Philipp Knechtel zwei Profis aufgrund von Kreuzbandrissen weiterhin für längere Zeit außer Gefecht.

Ob Quantität jedoch auch mit Qualität gleichzusetzen ist, muss sich an diesem Samstag erst noch zeigen. Trainer Wollitz jedenfalls vertraut seinem kleinen Kader. "Wir werden von Woche zu Woche organisierter und klarer strukturiert", sagt er. Immerhin hat Energie ein Ziel vor Augen: Mit einem Sieg würden die Lausitzer von jetzt sieben auf dann vier Punkte an Jena heranrücken. Auf jeden Fall für einen Tag.