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Fußball
Was steckt bei Energie hinter der Mamba-Absage?

Streli Mamba feierte gegen Babelsberg sein Comeback. Doch nun fällt er schon wieder aus – und die Gründe dafür sind nicht klar.
Streli Mamba feierte gegen Babelsberg sein Comeback. Doch nun fällt er schon wieder aus – und die Gründe dafür sind nicht klar. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Torjäger Mamba ist vorm Fürstenwalde-Spiel erneut verletzt. Gibt es da ein ernstes Problem? Trainer Wollitz findet deutliche Wort - und der Angreifer reagiert darauf. Von Jan Lehmann

Was ist nur los mit Streli Mamba? Die Nummer 11 von Energie Cottbus fällt für das Spiel am Sonntag beim Regionalliga-Überraschungsteam Union Fürstenwalde (13.30 Uhr/LR-Liveticker) aus – und das aus rätselhaftem Grund.

Der Torjäger hatte nach seiner Muskelverletzung am Oberschenkel zuletzt erst gegen Babelsberg (4:0) sein Comeback gegeben und prompt sein zehntes Saisontor im achten Spiel erzielt. Jetzt hat sich der 23-Jährige wegen einer Verletzung an der Hüfte erneut abgemeldet. Trainer Claus-Dieter Wollitz berichtete am Freitag verdächtig ausführlich: „Streli hat am Montag das Regenerationstraining mitgemacht, hatte am Dienstag frei. Am Mittwochnachmittag hatte er den Wunsch, nicht mitzutrainieren. Dem haben wir entsprochen. Am Donnerstag hat er nach zehn Minuten Erwärmung gesagt, dass er Probleme an der Hüfte hat.“ Der Coach fügte an: „Er wird auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung stehen.“

Für den souveränen Viertliga-Spitzenreiter ist der Ausfall des Toptorjägers natürlich unangenehm. Doch Wollitz betont: „Wir sind als Mannschaft Gott sei Dank so stabil und zielorientiert, dass wir nicht über Spieler diskutieren müssen, die am Sonntag nicht spielen können.“ Schwerwiegendere Folgen könnte das Thema jedoch für das interne Klima haben. Denn mit Sicherheit ist es kein Zufall, dass Wollitz den Ablauf der Verletzungsmeldung so detailliert darstellte. Und obendrein noch betonte, dass jene Spieler, die am Sonntag auflaufen, sicher dankbar seien, beim Tabellenführer spielen zu dürfen.

Auf diesen kritischen Unterton angesprochen fragte der Coach: „Soll ich für Herrn Mamba, oder wen auch immer, Lügengeschichten erzählen, wenn der Verein sich Ehrlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat? Zu einer neuen Identität und Transparenz gehört die Wahrheit.“ Deswegen habe er den Ablauf so dargestellt, wie er ihn erlebt habe, so Wollitz, der zugab, dass es ihm ein Rätsel sei, wie sich Mamba die Verletzung zugezogen habe.

Steckt also mehr hinter der
Absage des Angreifers? In Internetforen wurde gleich über einen möglichen Wechsel des so erfolgreichen Torschützens schwadroniert. Das ist außerhalb des Transferperiode nicht möglich. Aber dennoch könnte Mambas vertragliche Situation eine Rolle spielen. Wollitz berichtete am Freitag: „Fakt ist: Wenn wir in die 3. Liga aufsteigen, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.“

Ist dies womöglich der Knackpunkt? Auch über den ehemaligen Energie-Angreifer Boubacar Sanogo wurde im Zweitliga-Abstiegsjahr 2014 hinter vorgehaltener Hand getuschelt, dass er nicht mehr auflaufen wollte, weil sich ab einer gewissen Anzahl von Spielen sein Vertrag in Cottbus automatisch verlängert hätte – zu Kondiditionen, die dem Ivorer dem Vernehmen nach nicht gepasst haben.

Droht bei Mamba nun ein solches Szenario? Der Angreifer weist solche Spekulationen von sich. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärte er am Freitagnachmittag: „Ich habe mit dem Trainer ein super Verhältnis. Mit Vertragsangelegenheiten hat die Verletzung nichts zu tun. Ich habe bei Energie einen Vertrag bis 2018, an etwas anderes denke ich überhaupt nicht.“

Und was genau ist mit der Verletzung? Da bleibt der Angreifer vage: „Ich habe noch keine Diagnose. Da müssen wir abwarten und dann beraten, was zu tun ist.“

Aufstellung Fürstenwalde
Aufstellung Fürstenwalde FOTO: LR