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"Was sind denn das für Johnnys?"

Servicekraft bei der Aufstiegsfeier: Torsten Mattuschka verteilt in der Mannschaftskabine der VSG Altglienicke nach der Meisterschaft in der Oberliga Nord die Erfrischungsgetränke.
Servicekraft bei der Aufstiegsfeier: Torsten Mattuschka verteilt in der Mannschaftskabine der VSG Altglienicke nach der Meisterschaft in der Oberliga Nord die Erfrischungsgetränke. FOTO: Matthias Koch/mkc1
Nach dem Regionalliga-Aufstieg mit Altglienicke freut sich der 36-Jährige auf seine Rückkehr ins Stadion der Freundschaft. Zuvor ist Mattuschka aber in anderer Rolle in der Heimat zu Gast: Als Co-Autor seiner Biografie. Jan Lehmann

Torsten Mattuschka, haben Sie die Meisterfeier mit der VSG Altglienicke gut überstanden?
Mattuschka Ja, wir haben gut gefeiert. So ein Aufstieg ist immer toll, welcher Fußballer feiert da nicht gern? Und gerade nach dem bitteren Abstieg mit Energie im vergangenen Jahr kann ich diesen Erfolg nun sehr genießen.

Denken Sie noch oft an Energie?
Mattuschka Ja, sehr oft. Es ist für mich, als ob dieses Spiel gegen Mainz erst eine Woche her ist. Dieser Absturz mit Cottbus beschäftigt mich immer noch, das habe ich nicht abgeschüttelt.

Jetzt kommen Sie als Gegner zurück ins Stadion der Freundschaft.
Mattuschka Das ist schon krass. Mit der Volkssport Gemeinschaft Altglienicke spielen wir jetzt gegen Energie Cottbus - in einem Punktspiel. Das ist wirklich Wahnsinn. Noch einmal im Stadion der Freundschaft aufzulaufen, das ist für mich natürlich auch persönlich ein großes Ding. Und überhaupt, gegen wen wir dann alles spielen: BFC Dynamo, Lok Leipzig, Babelsberg, Chemie. Die werden sich erstmal alle fragen: ,VSG? Was sind denn das für Johnnys?'

Sie sind jetzt 36 Jahre alt. Sind Sie überhaupt noch fit genug für die Regionalliga?
Mattuschka Ich hoffe das natürlich sehr und werde mich in der Vorbereitung noch einmal richtig quälen. Klar wird das für uns eine brutale Liga, in der wir auch einige Rückschläge kassieren werden. Aber ich habe richtig Bock darauf: Endlich wieder schön mit dem Bus rumfahren und vor so großem Publikum spielen. Das hat mir in der Oberliga gefehlt - und jetzt werden wir teilweise vor Tausenden Zuschauern kicken. Es ist wirklich krass. Und für mich persönlich ist das noch einmal eine Chance, mir zu beweisen, dass es noch für die Regionalliga reicht.

Wie gut ist denn Altglienicke auf das Abenteuer Regionalliga vorbereitet?
Mattuschka Der Verein muss sicher in einigen Bereichen neu aufgestellt werden. Geschäftsstelle, Pressearbeit, Sponsorensuche - das machen hier ja alles Ehrenamtliche. Deswegen geht es für uns zuerst mal nur darum, die Klasse zu halten. Der Verein muss an dieser Aufgabe wachsen, damit wir keine Eintagsfliege sind, sondern uns in der Regionalliga etablieren.

Sie arbeiten inzwischen hauptberuflich beim VSG-Hauptsponsor, der Fanartikel vertreibt. Werden Sie jetzt innerhalb des Vereins auch noch mehr Aufgaben übernehmen?
Mattuschka Das ist gut möglich. Wir wollen uns in dieser Woche zusammensetzen und besprechen, wo ich dem Verein noch abseits des Fußballplatzes mehr helfen kann. Mal sehen, was sich der sportliche Leiter Daniel Böhm da so vorstellt.

Abseits des Platzes machen Sie derzeit auch als Co-Autor Schlagzeilen. Wie läuft es mit Ihrer Biografie "Kultkicker mit Herz und Plauze", die sie mit Autor Matthias Koch herausgebracht haben?
Mattuschka Ich denke gut. Verkaufszahlen kenne ich nicht, aber die sind mir auch nicht so wichtig. Es ist für mich eine ganz neue Erfahrung, jetzt auf Lesungen aus meinem eigenen Leben vorzulesen. Vor 15 Jahren hätte ich mir nie träumen lassen, dass es mal ein Buch über mich gibt. Und dass ich damit zu meinem Heimatverein nach Merzdorf zurückkomme.

Der Termin steht?
Mattuschka Ja, am 22. Juni in der Merzdorfer Alpenschänke. Es wäre echt cool, wenn da ein paar Leute hinkommen würden. Es kostet fünf Euro Eintritt und das Geld spende ich dem Nachwuchs von Rot-Weiß Merzdorf. Wäre schön, wenn da ein bisschen was zusammenkäme.

Mit Torsten Mattuschka

sprach Jan Lehmann