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Was macht Energie mit dem Geldregen?

Maximilian Philipp
Maximilian Philipp FOTO: dpa
Cottbus. Das ist ein warmer Geldregen für den FC Energie. Rund zwei Millionen Euro erhält der Fußball-Regionalligist für den Wechsel des früheren Cottbusers Maximilian Philipp vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund – also zehn Prozent der Ablöse in Höhe von etwa 20 Millionen Euro. Frank Noack

Zum Vergleich: Der geplante Etat des FCE für die kommende Saison beträgt 1,3 Millionen Euro. Die RUNDSCHAU erklärt, wie der Verein die Millionen-Einnahmen aus dem Philipp-Transfer investiert.

Wann fließen die zwei Millionen auf das Konto von Energie Cottbus?
Beim Wechsel von Maximilian Philipp aus Cottbus nach Freiburg im Januar 2013 wurde vertraglich festgelegt, dass Energie bei einem Weiterverkauf des Stürmers zehn Prozent der Ablösesumme erhält. Grundlage für die Zahlung ist neben der Zehn-Prozent-Klausel die Transfervereinbarung zwischen Freiburg und Borussia Dortmund. Sie regelt auch die Zahlungsziele; also, wann und gegebenenfalls in welchen Raten die Ablöse zu zahlen ist. Erst, wenn das Geld in Freiburg eingetroffen ist, wird davon der Zehn-Prozent-Anteil an Energie weitergereicht. Beide Clubs sind diesbezüglich im Gespräch.

An welcher Stelle rangiert der Philipp-Deal in der Rekordliste der Spielerverkäufe bei Energie?
Teuerster Transfer ist nach wie vor der Wechsel von Nils Petersen zu Bayern München im Jahr 2011. 2,8 Millionen Euro zahlte der Rekordmeister damals für den Torjäger. Dazu kamen in der Folgezeit weitere Erfolgsprämien, von denen auch der FCE profitierte. Es folgt der Wechsel von Leonardo Bittencourt zu Borussia Dortmund (2012/2,7 Millionen Euro). 2007 überwies der VfL Wolfsburg jeweils 2,5 Millionen Euro für die beiden Rumänen Sergiu Radu und Vlad Muntenau. Im Fall von Maximilian Philipp (zwei Millionen) verdient Energie nun zum ersten Mal in dieser Größenordnung durch den Weiterverkauf eines Spielers.

Wie plant der FC Energie mit dieser Millionen-Einnahme?
"Diese zusätzliche Einnahme ist eine schöne Sache", sagt Präsident Michael Wahlich. "Aber wir machen deswegen nicht gleich Freudentänze. Wir werden mit dem Geld verantwortungsbewusst umgehen und versuchen, den Verein weiter betriebswirtschaftlich zu stabilisieren", ergänzt Wahlich mit Blick auf die Verbindlichkeiten von knapp sieben Millionen Euro.

Fließt ein Teil der Einnahmen auch in die Mannschaft?
Ja, versichert Wahlich. "Es ist ja bekannt, dass wir einen Stürmer suchen. Dafür haben wir nun einen zusätzlichen Puffer, auch wenn wir ganz sicher keinen 200 000-Euro-Mann holen werden."

Bleibt es trotz der Millionen aus dem Philipp-Transfer beim Plan, zusätzliche Gelder zu generieren?
"Wir brauchen trotzdem die Erhöhung der Eintrittspreise, des Mitgliedsbeitrages und auch die Sonderumlage", stellt Wahlich klar. Die Entscheidung fällt bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni.