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Wann verlängert Joshua Putze bei Energie? Verlängert er überhaupt?

Joshua Putze (l.) hat seine Rückkehr zu Energie nicht bereut und sagt: "Es war ein gutes Jahr." Aber reicht das für eine Vertragsverlängerung?
Joshua Putze (l.) hat seine Rückkehr zu Energie nicht bereut und sagt: "Es war ein gutes Jahr." Aber reicht das für eine Vertragsverlängerung? FOTO: Beyer
Update Cottbus. Joshua Putze ist der letzte Energie-Leistungsträger, der seinen Vertrag noch nicht verlängert hat. Trotz großer Wertschätzung will Trainer Wollitz dem Mittelfeldspieler aber nicht hinterherlaufen – aus gutem Grund. Frank Noack

Die Antwort auf die derzeit spannendste Personalfrage beim Fußball-Regionalligisten FC Energie Cottbus ist eine Lobeshymne. Oder zwei. Genau genommen ist es sogar ein Loblied mit mehreren Strophen, das FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz auf seinen Mittelfeldspieler Joshua Putze singt. "Es ist ja kein Geheimnis, dass ich von ihm total überzeugt bin. Ich halte ihn für sehr entwicklungsfähig. Er kann eine richtige Figur in dieser Mannschaft werden", sagt Wollitz über den gerade einmal 22-jährigen Mittelfeldspieler.

Noch weitere Strophen des Lobliedes gefällig? Kein Problem! Sie beschäftigen sich mit der Fitness und der technischen Ausbildung von Putze. "Er ist ein Spieler, der zwei Spiele am Stück spielen kann. Er ist beidfüßig. Und er ist ein Box-to-Box-Spieler", erklärt Wollitz. Also ein Spieler, der den gesamten Raum zwischen beiden Strafräumen beackern kann.

Solche Spieler möchte natürlich jeder Trainer gern in seiner Mannschaft haben. Weil sie sowohl offensive wie auch defensive Aufgaben übernehmen können. Je nachdem, in der Nähe welchen Strafraumes sie sich gerade befinden.

Man darf also vermuten, dass diese Box-to-Box-Fähigkeiten ein Grund dafür sind, dass Putze als einziger Leistungsträger seinen Vertrag noch nicht verlängert hat. Denn: Dem Vernehmen nach liegen ihm Anfragen anderer Clubs vor. Wer Joshua Putze in diesen Tagen nach seinen Plänen für die kommende Saison fragt, erhält als Antwort ein breites Grinsen. Und den ausweichenden Satz: "Wir werden sehen, was die Zukunft bringt."

Im vergangenen Sommer kehrte der gebürtige Berliner und ehemalige Schüler der Lausitzer Sportschule zum FCE zurück. Von 2006 bis 2013 trug Putze schon einmal das rot-weiße Trikot, ehe er mangels persönlicher Perspektive zum BFC Dynamo wechselte. In der 4. Liga haben der Mittelfeldspieler und Energie nun wieder zueinandergefunden. Die Rückkehr hat Putze nicht bereut: "Diese Saison hat viel Spaß gemacht. Es war ein gutes Jahr." Auch die nochmalige Nachfrage, was diese positive Bilanz für seine Zukunft heißt, lächelt er weg.

Nach einer Knöchelverletzung am Saisonanfang hat sich Putze mehr und mehr zum Taktgeber im Cottbuser Mittelfeld aufgeschwungen. Dass der wegen seines Spielstils manchmal schlaksig wirkende Youngster trotzdem nicht nur Fans auf den Rängen hat, ist Wollitz nicht entgangen. Solche Kritik, die sich auch schon mal in dezenten Pfiffen äußert, spornt den Coach aber bei der Förderung des Spielers eher noch an. "Er wird in seiner Körper sprache manchmal falsch interpretiert. Aber wir sehen ihn jeden Tag im Training. Wie er arbeitet, was er für Extraschichten macht."

Die Wertschätzung des Trainers für seinen Box-to-Box-Arbeiter ist jedenfalls enorm. Trotzdem will Wollitz ihm nicht hinterherlaufen und den neuen Vertrag wie Sauerbier offerieren. Der FCE-Coach erklärt zu diesem Pokerspiel: "Er muss es für sich entscheiden. Wenn er kommt, dann ist das genau wie bei Viteritti in ein paar Minuten geregelt."

Man könnte es also das Viteritti-Prinzip nennen, mit dem Putze geködert werden soll. Die Parallelen sind in der Tat auffällig: Auch Fabio Viteritti hat eine starke Saison gespielt und sich nach dem Wechsel von der TSG Neustrelitz nach Cottbus für höhere Aufgaben empfohlen. Dass Spieler und Berater in einer solchen Situation den Markt sondieren, ist branchenüblich. Und Wollitz weiß, dass Energie Cottbus derzeit nur wenige Argumente hat, um in einer solchen Konstellation Druck auf den Spieler auszuüben. "Ich habe auch zu Viteritti gesagt: Du entscheidest den Weg." Dieser Weg mündete inzwischen in die Vertragsverlängerung bis zum Juni 2018.

So soll es nach dem Willen von Wollitz auch bei Joshua Putze laufen. Wenig überraschend ist, dass der Trainer eine klare Empfehlung für den umworbenen Mittelfeldspieler hat. "Wenn ich ihm einen Rat geben müsste und dürfte, dann wissen Sie, wie die Entscheidung ausfällt", schmunzelt Wollitz und singt wieder ein Loblied - diesmal aber auf die Bedingungen bei Energie Cottbus. "Ich glaube, Joshua Putze braucht ein harmonisches und vertrautes Umfeld. Dann wird die 4. Liga nicht seine letzte Station sein."

Update: In der heutigen Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel am Samstag bei Oberlausitz Neugersdorf (13.30 Uhr/LR-Liveticker) hat Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz auch noch einmal über die Personalie Joshua Putze gesprochen und seinen Standpunkt bekräftigt. "Der Stand ist klar - daran hat sich nichts geändert", erklärte Wollitz. Gleichzeitig kündigte er eine "kurzfristige Entscheidung" an. Nach RUNDSCHAU-Informationen könnte die Entscheidung noch in dieser Woche fallen.