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Wann bekommt der FCE die Philipp-Millionen?

Maximilian Philipp ist der bisher teuerste Neuzugang beim BVB in dieser Saison. RB Leipzig war auch an ihm interessiert.
Maximilian Philipp ist der bisher teuerste Neuzugang beim BVB in dieser Saison. RB Leipzig war auch an ihm interessiert. FOTO: dpa
Cottbus. Wenn Borussia Dortmund am Freitag in die Saison startet, dann wird der Ex-Cottbuser Maximilian Philipp noch fehlen. Der U21-Europameister holt seinen Urlaub nach, ehe er zum Team stößt. Jan Lehmann

Sein Wechsel zum BVB war in der Lausitz das Thema dieses Fußballsommers - weil der FC Energie dank einer Klausel mitverdient. Zehn Prozent erhält der FCE von der Ablöse, die soll zwischen 15 und 20 Millionen Euro liegen. In Cottbus kann man also mit 1,5 bis zwei Millionen Euro rechnen.

Nun steht die Frage: Wann bekommt der FCE das Geld? Auf RUNDSCHAU-Anfrage teilte der Verein mit, dass man sich dazu nicht äußern wolle. Es ist aber wohl so, dass Energie abwarten muss. So hängt es beispielsweise davon ab, ob Freiburg und Dortmund eine Ratenzahlung vereinbart haben - dann bekäme auch der FCE nur häppchenweise seinen Anteil. Apropos Anteil, bei der Mitgliederversammlung hatte FCE-Präsident Michael Wahlich nochmal thematisiert, wer für die segensreiche Klausel beim Philipp-Transfer nach Freiburg verantwortlich sei. Er berichtete: "Philipp war damals die Lebensversicherung der U19 in der Bundesliga - die nach dem Weggang abstieg." Die damalige sportliche Leitung - also Trainer Rudi Bommer und Sportdirektor Christian Beeck - sei aber am Tauschgeschäft mit dem Freiburger Christian Bickel interessiert gewesen. Philipp ging im Winter 2013 in den Breisgau, Bickel kam in die Lausitz.

Wahlich vermutet, dass die Information über die Klausel von einem Insider an die Öffentlichkeit gebracht worden sei. "Vielleicht, um das eigene Ego zu stärken", so der Präsident. Ex-Trainer Rudi Bommer hatte nach Bekanntwerden des Geldsegens im RUNDSCHAU-Interview erklärt: "Wir haben gemeinsam mit Christian Beeck mit dem Transfer das Beste für den Verein rausgeholt." Beeck erklärte, die Klausel sei "marktübliches Prozedere" gewesen.

Diese Bommer-Beeck-Version bekommt beim FCE allerdings nicht sonderlich viel Zustimmung. Präsident Michael Wahlich lobte stattdessen bei der Mitgliederversammlung ausdrücklich das Verhandlungsgeschick des ehemaligen Präsidiums. Der damalige Vize-Präsident Wolfgang Neubert sagt ebenfalls deutlich: "Wir haben amüsiert zur Kenntnis genommen, wer alles für die Klausel gesorgt haben will. Ich sage: Verantwortlich dafür war Ulrich Lepsch."

Der damalige Energie-Präsident Ulrich Lepsch erklärte dazu auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "Die Verantwortlichen im Nachwuchsleistungszentrum und der damalige Sportdirektor Christian Beeck haben es nicht geschafft, den Spieler länger an Energie Cottbus zu binden. Als Maximilian Philipp dann seinen Wechsel in der Winterpause forciert hat, haben wir als Vereinsführung zumindest die entsprechenden Vertragskonditionen mit der besagten Klausel festgelegt. Solche Klauseln waren bei uns üblich."

Fakt ist: Diese Klausel ist ein Segen für den FCE, auch wenn der Verein wohl noch eine Weile auf das Geld warten muss. Präsident Michael Wahl betont ohnehin: "Mit dem Geldregen müssen wir sehr professionell umgehen. Es wird nicht jedes Jahr ein Philipp vom Himmel fallen." Maximilian Philipp indes ist der Rummel um die hohe Ablöse gar nicht recht. Gegenüber dem "Redaktions-Netzwerk Deutschland" erklärte er: "Diese Summen sind meines Erachtens unmenschlich, das ist für mich viel zu viel Geld." In Cottbus wird man das in diesem konkreten Fall sicher etwas anders sehen.

Zum Thema:
Der griechische Probespieler Christos Papadimitriou (23) spielt am Sonntag noch einmal beim FC Energie vor. Die Lausitzer treffen dann in Finsterwalde im Stadion des Friedens (15 Uhr) auf den tschechischen Erstligisten FK Bohemians 1905 Prag. Der schnelle Linksverteidiger hatte im Test in Peitz (8:0) einen guten Eindruck hinterlassen.