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| 08:16 Uhr

Vor dem großen Bayern-Spiel (mit VIDEOS)
Energie Cottbus im Fokus der Fußball-Republik

Großer Medien-Rummel beim Training von Energie Cottbus FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Der Rummel vor dem großen Spiel des FC Energie Cottbus gegen Bayern München ist enorm. FCE-Coach Wollitz und sein Team bewältigen vor dem DFB-Pokalduell einen Medien-Marathon. Von Jan Lehmann

Die Spielersuche beginnt in diesen Tagen für Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bereits um sechs Uhr morgens. „Da habe ich heute die ersten E-Mails beantwortet und die Vorschläge zur Vertragsgestaltung rausgeschickt“, berichtet der FCE-Coach am Donnerstag. Diese Frühschicht sei nötig gewesen, so Wollitz, „weil ich ja wusste, dass ich viel zu tun haben werde“.

Das große DFB-Pokalspiel am Montagabend gegen Bayern München (20.45 Uhr/live in der ARD und im RUNDSCHAU-Ticker) wirft seine Schatten voraus – und das vor allem in Form von Fernsehkameras. Beim Vormittagstraining am Donnerstag sind drei TV-Teams dabei, das Medienaufkommen beim Viertligisten ist enorm. Pressesprecher Stefan Scharfenberg-Hecht berichtet, dass es allein für Trainer Wollitz so viele Interviewanfragen gegeben habe, dass er einige sogar absagen musste. Er sagt: „Der Trainer ist ja auch nur ein Mensch, muss zwischendurch mal etwas essen, schlafen – und natürlich auch noch unsere Mannschaft vorbereiten.“

Am Donnerstag macht Wollitz das beim Training schon im Fokus der Fußball-Republik, allein die ARD hat für Frühstücksfernsehen, Mittagsmagazin und Nachrichtensendungen Beiträge eingeplant. Linksverteidiger Ben Meyer sagt angesichts des Medienrummels: „Mit den Kameras, das ist ein bisschen ungewohnt. Sonst haben wir hier nur unsere Stammgäste. Trotzdem konzentriert man sich nur auf die Inhalte, die der Trainer bespricht.“

Und Wollitz benennt diese Inhalte offen: „Es geht darum, die Mannschaft zu stabilisieren. Dieses Spiel ist schließlich gefährlich, man kann an dem Ergebnis auch zerbrechen.“ Der Trainer hat ein bisschen Sorge um sein junges Team, eine Sensation gegen die Bayern will er gar nicht erst andeuten. Zu klar sind für Wollitz die Fronten. Der Coach sagt: „Mit unserer eingespielten Drittliga-Mannschaft hätte ich vielleicht vom Wunder geträumt.“ Mit dem völlig neu zusammengestellten Kader, der zuletzt beim 5:3 gegen Erfurt mehrmals mächtig wackelte, mag er indes nicht darüber nachdenken.

Nach der Trainingseinheit beginnt für Spieler und Trainer der Interview-Marathon. Den Profis ist anzumerken, wie sehr sie sich auf das Spiel freuen. Paul Gehrmann beispielsweise bestätigt: „Dieses Spiel ist ein Kindheitstraum.“ Er freut sich besonders auf den französischen Nationalspieler Kingsley Coman und erklärt fröhlich: „Sein Antritt ist echt nicht schlecht, den möchte ich mal live erleben.“

Wollitz indes tritt in den Interviews sehr konzentriert und  auffallend zurückhaltend auf. Er betont dabei vor allem, wie sehr ihn dieses Spiel für die Menschen in der Lausitz freue. Der Trainer erklärt gegenüber der RUNDSCHAU: „Es geht mir darum, zu zeigen, dass es hier eine Region gibt, die weiterhin nach Profi-Fußbal lechzt und, dass Energie Cottbus noch nicht von der Bildfläche verschwunden ist.“ Der FCE-Coach betont: „Ich kann sehr gut einordnen, dass dieses große Interesse natürlich dem FC Bayern gilt. Wir sind nur der Club, der das Glück hatte, dass dieses Los gezogen wurde.“

Das große Los hievt Energie auf die ganz große Bühne. Bei der Live-Übertragung der ARD wird ein Millionen-Publikum dabei sein. Zum Vergleich: Die Erstrunden-Partie zwischen Greuther Fürth und Borussia Dortmund, die im Vorjahr vom öffentlich-rechtlichen Sender gezeigt wurde, sahen 5,16 Millionen Zuschauer. Weil zudem auch noch Sky und Servus TV live aus dem ausverkauften Stadion der Freundschaft übertragen und die Fernsehbilder beispielsweise von ESPN nach Amerika und DAZN bis nach Japan gesendet werden, dürften noch weitaus mehr Fußball-Fans am Montag in die Lausitz schauen.

Energie Cottbus steht also ein Fußball-Festtag bevor – der Mannschaft bis dahin auch noch eine Menge Arbeit. Und Trainer Wollitz bleibt nicht nur bei Medienvertretern sondern auch bei den Spielerberatern ein gefragter Mann. Der Coach berichtet am Donnerstag, dass er weiter mit Spielern in Kontakt sei, die seiner Mannschaft mehr Qualität verleihen würden. Für die Zusage einer dieser Verstärkungen würde er wohl sogar eine Nachtschicht einlegen. Lesen Sie auch:

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 Training unter besonderen Bedingungen: Dimitar Rangelov und seine Teamkollegen bereiten sich vor TV-Kameras auf das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern vor.
Training unter besonderen Bedingungen: Dimitar Rangelov und seine Teamkollegen bereiten sich vor TV-Kameras auf das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern vor. FOTO: Michael Helbig
 FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte so viele Interviewanfragen, dass einige vom Verein sogar abgelehnt werden mussten.
FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte so viele Interviewanfragen, dass einige vom Verein sogar abgelehnt werden mussten. FOTO: Michael Helbig