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| 17:43 Uhr

Energie-Fußballer des Jahres
Viteritti: Titel, Traumtor, Trainerwut

Cottbus. Fabio Viteritti ist der Energie-Fußballer des Jahres 2017. Der Mittelfeldspieler wurde vor dem Spiel gegen Halberstadt geehrt – und ging nach einem ereignisreichen Nachmittag mit Kopfschmerzen nach Hause. Von Jan Lehmann

Selbst als Titelverteidiger ist man vor Beulen nicht geschützt. Fabio Viteritti jedenfalls ging nach dem 3:1-Heimsieg gegen Germania Halberstadt mit dem Titel „Energie-Fußballer des Jahres 2017“ und Kopfschmerzen nach Hause. Nach einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit musste der Mittelfeldspieler an der Außenlinie behandelt werden – ein Pflaster zeugte später von der kleinen Risswunde.

Schmerzhaft dürfte allerdings auch die Wutrede von Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der Partie gewesen sein. Der Coach hatte die Mannschaft noch im Mittelkreis zusammengeholt und deutlich gemacht, dass er mit der Einstellung in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden war. Wollitz erklärte in der Pressekonferenz: „Wer nach diesem Spiel zufrieden ist, der ist falsch im Beruf.“ Er beschrieb: „In der zweiten Halbzeit hatten wir 5 zu 6 Ecken und bei uns keine Organisation mehr. Ein Loch im Zentrum, die Spieler sind wild durch die Gegend gelaufen. Im Moment fehlt die letzte Disziplin. Und das entspricht nicht dem Charakter der Mannschaft.“

Auch Viteritti war nach dem Heimsieg nicht zufrieden. Er rätselte: „Ich weiß nicht, ob das eine Krankheit im Fußball ist, dass man weniger macht, wenn man ein Mann mehr ist. Wir haben das dann nicht mehr richtig in Griff bekommen.“ Ab der 31. Minute hatte Energie nach der gelb-roten Karte für den Halberstädter Adil Lachheb in Überzahl agiert, da führten die Cottbuser bereits mit 2:0. Nach der frühen Führung durch Streli Mamba (3.) sorgte Viteritti mit einem Traumtor für die Vorentscheidung. „Mit dem Fotoapparat“ habe der Cottbuser dieses Tor geknipst, formuliert Halberstadts Trainer Andreas Petersen nach dem Schlenzer ins rechte untere Eck.

Es sind diese Aktionen, für die Viteritti von den FCE-Fans geliebt wird. In 63 Spielen hat er für Energie Cottbus bereits 27 Tore erzielt und 25 Treffer vorbereitet. Schon im vergangenen Jahr hatte der Mann aus Lörrach an der Schweizer Grenze so den Titel „Energie-Fußballer des Jahres“ erobert. Dieses Mal verwies er Sommer-Neuzugang Maximilian Zimmer und den zweifachen Samstags-Torschützen Streli Mamba auf die Plätze. Doch der 24-Jährige betont: „Es ist natürlich eine Ehre. Aber auch wenn das immer so gesagt wird, in dieser Mannschaft hätte es wirklich jeder verdient.“

Diese Aussage ehrt ihn, gilt aber vielleicht nicht für den Samstagnachmittag. Trainer Wollitz jedenfalls hätte in der Runde im Mittelkreis wohl eher keine Titel verteilt.