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Fußball
Viel Gepäck für die leichte Schulter

Fitnesstrainer Christopher Busse beobachtet am Sonntagvormittag Andrej Startsev und Christos Papadimitriou im Kraftraum.
Fitnesstrainer Christopher Busse beobachtet am Sonntagvormittag Andrej Startsev und Christos Papadimitriou im Kraftraum. FOTO: Michael Hundt / Matthias Koch / Matthias Koch
Cottbus. Regionalliga-Spitzenreiter Energie Cottbus startet in eine vollgepackte Wintervorbereitung. Trainer Wollitz will gar nicht erst Selbstzufriedenheit aufkommen lassen. Der Fokus liegt klar auf den Aufstiegsspielen.

Drei Einheiten am ersten Wochenende, am Mittwoch gleich das erste Testspiel gegen den Halleschen FC (14 Uhr), danach folgen innerhalb von zehn Tagen noch drei weitere Tests gegen die höherklassigen Gegner Magdeburg, Braunschweig und Dukla Prag. Bei Energie Cottbus verliert man zu Jahresbeginn keine Zeit. Trainer Claus-Dieter Wollitz erklärte: „Das soll ein Zeichen dafür sein, dass wir nicht die Beine hochnehmen, sondern große Ziele haben.“

Der Coach will verhindern, dass seine Spieler die Regionalliga Nord­ost angesichts der komfortablen Führung von 14 Punkten auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb gibt er ihnen für die Wintervorbereitung viel Gepäck mit. Sein Plan: „Wir wollen noch mehr im Fitnessbereich tun, um am Saisonende noch einmal zulegen zu können.“ Am Samstag wurde auf dem Rasen ein Laufparcours absolviert, am Sonntagvormittag gab es einen Kraftzirkel im Fitnessraum.

Ganz klar: Der Fokus liegt auf den beiden Aufstiegsspielen Ende Mai, die Energie wohl mit ziemlicher Sicherheit erreichen dürfte. Dann will der FCE richtig stark sein.

Vollgepackt zur ersten Einheit: U19-Stürmer Moritz Broschinski (v.l.) sowie Malte Karbstein und Jonas Zickert haben wie ihre Teamkollegen bei Energie Cottbus in diesen Tagen einiges zu schleppen.
Vollgepackt zur ersten Einheit: U19-Stürmer Moritz Broschinski (v.l.) sowie Malte Karbstein und Jonas Zickert haben wie ihre Teamkollegen bei Energie Cottbus in diesen Tagen einiges zu schleppen. FOTO: Michael Helbig

Darauf ist auch das Testspiel-Programm ausgerichtet: Vier Begegnungen in zehn Tagen – Energie dürfte im Januar wohl mehr Partien bestreiten als danach. Denn dass die ersten beiden Regionalliga-Auswärtsspiele bei Chemie Leipzig (28. Januar) und Budissa Bautzen (4. Februar) tatsächlich stattfinden, ist ungewiss. Beide Plätze, also der im Alfred-Kunze-Sportpark sowie das Stadion an der Müllerwiese, verfügen über keine Stadionheizung.

Da drohen die Regionalliga-typischen Spielausfälle – und Energie womöglich ein vollgepackter Spielplan im März, April und Mai. Allein die Tatsache, dass das Landespokal-Finale (21. Mai) – für das sich Energie allerdings erst noch im Halbfinale bei Union Fürstenwalde qualifizieren muss – und die beiden Aufstiegsspiele (24./27. Mai) innerhalb einer Woche stattfinden, verdeutlicht die spezielle Herausforderung für den FC Energie im kommenden Halbjahr.

Der körperlicher Zustand der Profis scheint indes auf einem guten Niveau zu sein. Fitnesstrainer Christopher Busse konnte angesichts der GPS-gesteuerten Pulsuhren konstatieren, dass alle Profis ihre Hausaufgaben über den Jahreswechsel erledigt haben. Einige Akteure kamen zudem sogar mit weniger Körpergewicht aus dem Urlaub zurück.

Allerdings gibt es auch Sorgen: Nur 16 Feldspieler waren am Samstag bei der ersten Einheit auf dem Rasen. Neuzugang Kevin Scheidhauer verpasste den Trainingsauftakt wegen einer Mandelentzündung. Fabio Viteritti (Achillessehne) und Tim Kruse (Wade), Max Grundmann (Augenverletzung) sowie Philipp Knechtel und Benjamin Förster (beide Reha-Training) mussten ebenfalls kürzer treten. Björn Ziegenbein fällt nach seiner Knie-Operation noch lange aus.

Die anderen Spieler will Wollitz so schnell wie möglich zurück im Mannschaftstraining haben. Denn der interne Konkurrenzkampf soll dabei helfen, dass die Akteure die Konzentration bis zum Mai hochhalten. Auch den vermeintlich sicheren Stammplatz sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen.