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Verbale Grätschen im Kabinengang

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. "Pele, trotzdem!" Meuselwitz-Trainer Heiko Weber reichte Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz zum Abschied die Hand – eine versöhnliche Geste nach einem hitzigen Sonntag. Energie Cottbus hatte zwar dank des 1:0-Siegtreffers von Tim Kruse (19. Jan Lehmann

Minute) den fünften Sieg im fünften Regionalliga-Spiel eingefahren. Doch die Zornesfurchen auf der Stirn von Claus-Dieter Wollitz hatten frühzeitig angezeigt: Etwas stimmt da nicht. Nachdem Wollitz direkt nach dem Abpfiff noch auf dem Rasen und im Kabinengang mit einigen verbalen Grätschen seinem Frust freien Lauf gelassen hatte, formulierte er später diplomatischer: "Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen. Wir müssen schneller spielen."

Doch das ging gegen Meuselwitz eben nicht. 5231 Zuschauer sahen, wie sich die Gäste in ihrer eigenen Hälfte regelrecht verschanzten. Für Offensiv-Liebhaber Wollitz ein Ärgernis, fürs Publikum über weite Strecken eine echte Zumutung. Man muss ZFC-Coach Heiko Weber zugestehen, dass ihn die Cottbuser sicher geliebt hätte, wenn er vor zehn Jahren in seinem einzigen Spiel als FCE-Interimstrainer mit dieser Destruktivtaktik das Spiel beim FC Bayern gewonnen hätte. Doch die Partie am 26. September 2007 ging ja mit 0:5 verloren.

Und auch dieses Mal waren die Meuselwitzer letztlich chancenlos. Energie-Profi Maximilian Zimmer erklärte: "Wir haben uns etwas einlullen lassen. Wir können auch nicht jeden Gegner mit 5:0 aus dem Stadion hauen."

Der Außenpfosten-Treffer von Janik Mäder (55.) ließ den FCE zwar kurzzeitig zittern. Danach versank das Spiel aber im Regionalliga-Mittelmaß - mit vielen Provokationen, Diskussionen und einer fragwürdigen gelb-roten Karte für Tim Kruse (90.+2). wegen eines vermeintlichen Handspiels.

Bemerkenswert: Selbst mit dem Rückstand blieb die Weber-Elf bei ihrer Defensivstrategie. Für den Trainer ein legitimes Mittel. Er betonte: "Wir haben den Gegner vor Probleme gestellt, die er in dieser Saison noch nicht kannte." Zu den verbalen Grätschen meinte Weber vielsagend: "Ich freue mich auf das Rückspiel in Meuselwitz."

Das findet ja erst im Februar statt. Bis dahin kann man sich in Cottbus vielleicht eher auf das nächste Heimspiel freuen. In drei Wochen kommt der BFC Dynamo. Die Berliner sind als Tabellenzweiter mit fünf Punkten Rückstand gemeinsam mit Lok Leipzig die ärgsten Verfolger des FCE. Womöglich haben die dann ein größeres Interesse daran, etwas öfter die Mittellinie zu überqueren.