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| 20:05 Uhr

Übles Nachspiel: Vorwürfe gegen Energie-Ordner

Screenshot aus dem YOUTUBE-Video zu den Ordner-Angriffen während des Spiels Energie Cottbus gegen Fortuna Düsseldorf
Screenshot aus dem YOUTUBE-Video zu den Ordner-Angriffen während des Spiels Energie Cottbus gegen Fortuna Düsseldorf FOTO: Youtube
Cottbus. Der 4:2-Heimsieg der Energie-Fußballer gegen Fortuna Düsseldorf am vorigen Samstag im Cottbuser Stadion der Freundschaft hat leider ein unerfreuliches Nachspiel: Zwei Ordner im Gästeblock sollen einen dunkelhäutigen Fortuna-Fan aus Düsseldorf am Samstag rassistisch beleidigt haben. Die Polizei bestätigt eine entsprechende Anzeige. Mit Video! Von Simone Wendler

Der Vorwurf richte sich gegen einen 29-jährigen und einen 36-jährigen Ordner, so der Pressesprecher des Schutzbereiches Cottbus/Spree-Neiße, Berndt Fleischer. Eine weitere Anzeige gab es nach dem Samstagsspiel gegen einen Fortuna-Anhänger. Dieser soll im Gästeblock Ordnungskräfte mit Reizgas attackiert haben.

Wie die Polizei des Schutzbereiches Cottbus-Spree-Neiße bestätigte, meldete sich ein dunkelhäutiger Düsseldorfer bei den Beamten, um gegen zwei Ordner Strafanzeige wegen rassistischer Beleidigungen zu stellen. Die Sicherheitsmänner hätten ihn wegen seine Hautfarbe abfällig beschimpft, so der in Frankreich geborene 19-jährige Deutsche.

Doch das ist offensichtlich nicht die einzige Anzeige, die die Beamten bearbeiten müssen. Auch ein Zwischenfall im Gästefanblock beim zweiten Energie-Tor führte zu einer Anzeige, diesmal vonseiten der Stadionordner. Sie gaben an, von einem Fortuna-Fan mit Reizgas angegriffen worden zu sein. Daraufhin habe man diese und einen weiteren Gästefan aus dem Stadion gebracht und einen der beiden der Polizei übergeben.

In Internetforen der Düsseldorfer Fortuna-Anhänger wird eine andere Version der Geschichte erzählt. Danach sollen die Sicherheitsleute im Gästefanblock ohne Grund einen Düsseldorfer die Treppe neben der sie standen herunter geschubst haben. Erst dadurch sei es zu einem größeren Handgemenge gekommen, so die Behauptung dort.

Ein Video, das im Internet steht, zeigt die entscheidenden Szenen nur undeutlich. Deutlich zu hören sind jedoch wiederholte „Nazis raus“-Rufe der Fortuna-Anhänger gegen die Ordnungsmänner nach der Auseinandersetzung an der Treppe. Auffallend vorher: Die Ordner haben schwarze Kapuzen auf den Köpfen, obwohl sie im überdachten Bereich stehen und es nicht besonders kalt war während des Spiels.

Quelle: http://www.fortuna-videos.de

Lars Töffling, Pressesprecher von Energie Cottbus, konnte am Montag noch wenig zu beiden Zwischenfällen sagen. Die Anzeige des dunkelhäutigen Düsseldorf-Fans war ihm bis zur Nachfrage der RUNDSCHAU nicht bekannt. Auch bei dem Gerangel im Gästeblock sei niemand vom Verein in unmittelbarer Nähe gewesen. Falls sich der Vorwurf der rassistischen Beleidigung gegen die beiden Einlasskontrolleure bestätigen sollte, werde es umgehend Konsequenzen geben. „Der Verein kann es sich überhaupt nicht leisten, dass es Ordner gibt, die solche Bemerkungen machen“, so Töfting. Beide Zwischenfälle der Begegnung gegen Fortuna würden am Mittwoch beim turnusmäßigen Sicherheitsgespräch des Vereins ausgewertet.

Da sitzt dann auch André Waiß mit am Tisch. Er ist Sicherheitsbeauftragter des FCE und gleichzeitig Chef der privaten Sicherheitsfirma, die den Ordnerdienst im Stadion stellt. „Ich kenne die Anzeige wegen Beleidigung noch nicht“, versicherte auch er am Montagnachmittag. Waiß war bis dahin nur der Zwischenfall im Gästeblock bekannt.

Der Ordnungsdienst von Waiß steht nicht zum ersten Mal in der öffentlichen Kritik. Vor etwa sechs Wochen hatten ehemalige Mitarbeiter seiner Firma den Vorwurf erhoben, dass gelegentlich auch vorbestrafte und gewaltbereite Hooligans in einigen der Ordnerwesten im Stadion der Freundschaft stecken würden.

Andre Waiß und der FC Energie Cottbus hatten diese Behauptungen sofort dementiert. Die Ordnerlisten würden regelmäßig vor den Einsätzen vom Cottbuser Ordnungsamt überprüft.

Ärger mit der Staatsanwaltschaft hat Andre Waiß jedoch wegen des Verdachtes auf Schwarzarbeit. Im vorigen Sommer wurden deshalb Büroräume in seinem Unternehmen durchsucht. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.