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| 09:09 Uhr

Fußball
Übergabe des Pokals in Cottbus geplant

Die Siegerehrung im Karl-Liebknecht-Stadion musste abgebrochen werden.
Die Siegerehrung im Karl-Liebknecht-Stadion musste abgebrochen werden. FOTO: dpa / Jan Kuppert
Babelsberg. Energie Cottbus hat zwar den Landespokal gewonnen, aber noch nicht erhalten: Der Fußball-Landesverband verspricht nach dem Eklat von Babelsberg eine zeitnahe Übergabe – diesmal aber in Cottbus. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Dieser Eklat beim 1:0-Sieg von Energie Cottbus im Finale des Brandenburger Landespokals beim SV Babelsberg löste Wut und Entsetzen aus. Weil Babelsberger Chaoten bei der Siegerehrung nach dem Spiel den Rasen und auch die FCE-Fans gezielt mit Pyrotechnik beschossen, musste die Pokalübergabe im Karö-Liebknecht-Stadion abgebrochen worden. Spieler, Trainer und Betreuer flüchteten am Montagabend in die Kabine.

Auch Siegfried Kirschen als Präsident des Fußball-Landesverbandes (FLB) war geschockt. „Ich bin sprachlos. Dass aus Sicherheitsgründen die Siegerehrung nicht stattfinden konnte, enttäuscht mächtig. Die Situation hat leider gezeigt, wie Fußball missbraucht werden kann. Ich stelle mir die Frage, wie lange wir uns das noch gefallen lassen müssen. Beantworten müssen das die Verantwortlichen im Staat, die zwar die Rechte besitzen, aber sie leider nicht wahrnehmen“, sagte Kirschen und lobte ausdrücklich die Cottbuser Anhänger: „Die Fans von Energie haben sich hervorragend verhalten. Sie haben sich nicht provozieren lassen.“

Der langjährige FLB-Chef, der nicht mehr für dieses Amt kandieren wird, kündigte eine zeitnahe Wiederholung der Ehrung an. Sie soll beim Rückspiel um den Drittliga-Aufstieg im Stadion der Freundschaft nachgeholt werden. Kirschen: „Wir werden die Ehrung des Landespokalsiegers am Sonntag in würdevoller Atmosphäre nachholen - dann hoffentlich mit der Ehrung für den Aufstieg.“

Auch der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke war entsetzt. „Ich finde es bitter, dass Chaoten aus dem Babelsberger Block die Übergabe des Pokals nicht nur gestört, sondern verhindert haben. Es bestand Gefahr für Leib und Leben der Spieler. Die Polizei hatte die Lage eigentlich gut im Griff. Aber leider ist es wieder einigen Chaoten gelungen, Feuerwerk ins Stadion zu schmuggeln.“

SVB-Trainer Almedin Civa dachte nach dem Spiel sogar über einen Rücktritt nach. „Für mich als Babelsberger ist das ein trauriger Tag. Es ist peinlich, dem Sieger nicht die verdiente Siegerehrung zukommen zu lassen. Ich entschuldige mich bei Energie Cottbus. Wenn wir nichts gegen diese Menschen tun können, sollten wir den Laden zumachen.“ Und auch Babelsberg-Präsident Archibald Horlitz erwägt „persönliche Konsequenzen“.