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Transferpoker um Shala

Mit 21 Toren war Andis Shala in der zurückliegenden Saison der zweitbeste Torschütze in der Regionalliga Nordost.
Mit 21 Toren war Andis Shala in der zurückliegenden Saison der zweitbeste Torschütze in der Regionalliga Nordost. FOTO: Imago/img1
Cottbus. Wenn Energie Cottbus an diesem Mittwoch mit dem Laktattest in die Vorbereitung auf die neue Saison startet, wird die gesuchte Verstärkung für den Angriff noch nicht dabei sein. Ist eine Vollzugsmeldung in der wichtigsten Personalie dieser Transferperiode bis zum ersten Training am Samstag um 11 Uhr realistisch? "Ich will es nicht ausschließen", erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz. Frank Noack

Doch die Suche nach einem Stürmer mit Stammplatz-Potenzial gestaltet sich - wie erwartet - sehr schwierig. Zum Beispiel die Bemühungen um eine Verpflichtung von Torjäger Andis Shala vom Regionalliga-Konkurrenten SV Babelsberg. Energie hat inzwischen zwar ein Angebot für Shala in Babelsberg abgegeben, bestätigt Almedin Civa. Der Sportdirektor hat nach dem Abschied von Cem Efe auch den Trainerposten bei den Filmstädtern für die kommende Saison übernommen. Auf Nachfrage der RUNDSCHAU betont Civa: "Ich habe das Angebot an unsere Vereinsführung weitergeleitet. Wir werden es jetzt gemeinsam prüfen. Es muss für alle Seiten passen - für Babelsberg, für Energie und natürlich für Andis Shala."

Die branchenübliche Formulierung bedeutet im Umkehrschluss wohl so viel wie: Das vorliegende Angebot erfüllt noch nicht die Ansprüche, die Babelsberg an die Höhe der Ablösesumme für Shala hat.

Immerhin: Dass Energie in Person von Trainer Claus-Dieter Wollitz den offiziellen Weg gegangen ist und direkt beim Verein wegen Shala angefragt hat, ist in Babelsberg gut angekommen. "Die bisherigen Gespräche sind sehr professionell verlaufen", bestätigt Civa. Ob dieser Punkt am Ende den Ausschlag zugunsten des FCE geben könnte, ist jedoch völlig offen. Denn Babelsberg möchte bei einem Abgang seines Torjägers natürlich Kasse machen.

Fakt ist, dass der 28-jährige Shala mit 21 Toren in 31 Spielen in der zurückliegenden Saison eine Top-Quote abgeliefert und sich in das Blickfeld anderer Vereine - auch aus der 3. Liga - geschossen hat. Obwohl der Kosovo-Albaner im vergangenen Sommer in Babelsberg einen Vertrag bis 2019 unterschrieben hatte, spricht viel für einen vorzeitigen Abschied. Nach dem Abschied mehrerer Stammspieler muss der neue Trainer Almedin Civa einen Neuanfang unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen starten. Bilal Cubukcu, Ugurtan Cepni und Matthias Steinborn wechseln zum BFC Dynamo, Laurin von Piechowski hat beim Drittligisten Chemnitzer FC unterschrieben. Und auch Erdal Akdari wird Babelsberg verlassen. Und jetzt auch noch Shala? "Andis ist ein ganz wichtiger Spieler bei uns. Sein Abschied wäre ein Riesenverlust für uns. Aber wir sehen natürlich auch, dass eine gewisse Nachfrage da ist. Deshalb bin ich mit ihm in einem ständigen Austausch, was seine Zukunft betrifft", erklärt Civa.

Bereits im vergangenen Sommer war Andis Shala im Blickfeld von Energie Cottbus. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga konnte man sich allerdings nicht dazu durchringen, den damals ablösefreien Torjäger für den Neuaufbau zu verpflichten. Trainer Wollitz startete kurz vor Transferschluss zwar einen finalen Versuch, zu diesem Zeitpunkt hatte Shala aber bereits in Babelsberg um drei Jahre verlängert. Nun befindet sich das Thema also in der zweiten Runde - der Ausgang ist völlig ungewiss.

Immerhin hat Energie noch einen Trumpf in der Hinterhand: Denn mit Neuzugang Maximilian Zimmer vom Berliner AK kickt künftig einer der besten Kumpels von Shala in Cottbus. Freundschaft allein wird aber nicht reichen, um den Torjäger zu bekommen.