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| 19:10 Uhr

Trainingsstart bei Energie Cottbus (mit VIDEO)
Fünf Fragezeichen und ein Dämpfer

FOTO: FC Energie
Cottbus. Beim Trainingsauftakt von Energie Cottbus waren doch mehr Spieler als erwartet dabei. Der Verein macht ein Geheimnis um die fünf Probespieler. Trainer Wollitz muss indes eine Enttäuschung verkraften. Von Jan Lehmann

Manchmal wünscht man sich als Fußballfan oder auch als RUNDSCHAU-Reporter ein paar kleine technische Hilfsmittel. Nein, nicht unbedingt den Videoschiedsrichter mit all seinen Tücken. Aber beim Trainingsauftakt von Energie Cottbus am Mittwoch wären eine Gesichtsscanner oder ein Richtmikrofon gar nicht so verkehrt gewesen.

Dann hätte man beispielsweise ermitteln können, wer denn jene fünf Probespieler bei der ersten Einheit des neuen Cottbuser Regionalliga-Kaders waren. Der Verein vermied am Mittwoch tunlichst, die Namen dieser Akteure zu nennen. Trainer Claus-Dieter Wollitz erklärte dazu: „Es ist schon besser, wenn nicht gleich bekannt ist, wen wir hier zur Probe haben. Sonst werden schnell wieder andere Vereine aufmerksam. Wir lassen lieber die Namen noch unter Verdeck.“ Er erinnerte an den vergangenen Winter, als Energie den Verteidiger Thomas Konrad als Probespieler zu Gast hatte. „Den kannte damals keiner. Intern wurde ich gefragt, ob er gut genug für uns ist. Zwei Tage später hat er beim VfL Osnabrück unterschrieben und spielt künftig in der 2. Bundesliga“, so Wollitz.

Der Coach nahm nach der ersten Trainingseinheit, die auf dem Platz in Dissenchen mit insgesamt 17 Feldspielern und drei Torhütern doch besser besucht, als erwartet war, gewohnt ausführlich Stellung. Mit Tom Landmann, Tobias Eisenhut und Torhüter Julian Simon waren drei Akteure aus dem Nachwuchs dabei. Wollitz berichtete von ersten Anfangsschwierigkeiten und warnte eindringlich davor, die vom Verein ausgerufene „Mission Wiederaufstieg“ dem aktuellen Kader als Druck aufzuerlegen. „Für dieses Ziel brauchen wir eine stabile, erfahrene Mannschaft, die qualitativ ausgewogen ist. All das ist bisher nicht vorhanden“, betonte der Trainer und sagte: „Es gibt keinen Grund, euphorisch zu sein und falschen Optimismus zu verbreiten.“

Einen zusätzlichen Dämpfer hatte Wollitz schon erhalten, als er die Spieler am Mittwochmorgen in der Kabine begrüßte. Denn dort fehlte Torhüter Avdo Spahic auf seinem angestammten Platz. „Ich hätte mir gewünscht, dass er hier erscheint, weil er grundsätzlich einen Vertrag bis zum 30. Juni hat“, erklärte Wollitz enttäuscht und berichtete, dass es unterschiedliche Auffassungen über eine Option in den Arbeitspapieren des 22-Jährigen gibt. Es sei juristisch nicht klar, ob Energie die Laufzeit des Vertrages des Stammtorhüters einseitig verlängern könne. Wollitz gab zu, dass er in dieser Frage am Ende seines Lateins sei und beschrieb: „Ich habe mich schon als Spieler nicht mit irgendwelchen Optionen in Verträgen beschäftigt, sondern mich lieber an einen Tisch gesetzt und alles besprochen.“

Angesichts der aktuellen Entwicklungen erscheint es nun als sehr unwahrscheinlich, dass Spahic auch in der kommenden Saison bei Energie im Tor steht. Dagegen hofft Wollitz noch immer auf die Unterschrift von Abwehrchef Robert Müller. Er sagte: „Bei Müller geben wir alles, weil wir glauben, dass es ein Führungsspieler ist. Er ist ein sehr guter Aufbauspieler, ausgestattet mit einer Riesenerfahrung.“

 Viel Bewegung beim Cottbuser Trainingsauftakt in Dissenchen – doch der Eindruck täuscht. Der Energie-Kader weist noch viele Leerstellen auf.
Viel Bewegung beim Cottbuser Trainingsauftakt in Dissenchen – doch der Eindruck täuscht. Der Energie-Kader weist noch viele Leerstellen auf. FOTO: FC Energie

In den kommenden Tagen könnte sich personell einiges tun. Der Cheftrainer berichtete, dass er mehrere Stunden täglich telefoniere. Er verriet: „Wenn jene Spieler zusagen würden, mit denen wir verhandeln, würde es gar nicht so schlecht aussehen.“ Womöglich wird die nächste Verpflichtung ja schon bald verkündet. Nach den Interviewterminen stürmte Wollitz jedenfalls hinter FCE-Geschäftsführer Karsten Sachs her, um ihm mit dem Handy am Ohr zu erklären, dass schnell die Vertragspapiere für einen Spieler vorbereitet werden müssten. Um wen es sich dabei handelte, blieb offen. Wie schon erwähnt: Da wäre ein Richtmikrofon ganz hilfreich gewesen.

FOTO: FC Energie