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| 18:24 Uhr

FCE-Routinier ist nach langer Verletzung zurück
Tim Kruse und seine Pläne mit Energie

 Tim Kruse (M.) war bis zur Verletzung der Chef im Mittelfeld.
Tim Kruse (M.) war bis zur Verletzung der Chef im Mittelfeld. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus . Ende der Karriere im Sommer - oder doch noch nicht? Tim Kruse läuft sich nach langer Verletzungspause fit für den Abstiegskampf mit Energie Cottbus. Und er spricht über seine Zukunftspläne. Von Frank Noack

Seit Mittwoch ist es vorbei für Tim Kruse – aber zum Glück nur das Reha-Training. Nach der langen Verletzungspause aufgrund eines Achillessehnenanrisses kann der 36-jährige Routinier von Energie Cottbus nun wieder in das Lauftraining einsteigen. Für den FCE und natürlich vor allem für Kruse ist das eine richtig gute Nachricht. Wahrscheinlich kann der Mittelfeld-Chef doch noch rechtzeitig für die entscheidenden Spiele im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga auf den Rasen zurückkehren.

Sechs bis acht Wochen sind für das Aufbautraining veranschlagt. „Ich freue mich natürlich, dass ich endlich wieder loslegen kann. Wir müssen jetzt schauen, wie schnell es geht“, sagt Kruse.

An diesem Samstag gegen die Würzburger Kickers (14 Uhr) muss  der Routinier natürlich noch zuschauen. „Wenn alles gut läuft, können wir Ende März wieder mit Tim Kruse rechnen. Wir müssen jetzt abwarten, wie die Sehne die gesteigerte Belastung verträgt“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Dabei stand zwischenzeitlich sogar ein Karriere-Ende im Raum, weil für Tim Kruse im Sommer ohnehin Schluss mit dem Profifußball sein soll. Die Verletzung hatte sich der Mittelfeldspieler am 11. November im Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte (2:2) zugezogen. Danach musste er sieben Wochen lang einen Spezialschuh tragen, um die angerissene Sehne komplett ruhig zu stellen.

„Der Schuh war mein erstes Weihnachtsgeschenk“, blickt Kruse auf die Leidenszeit im Dezember zurück. Die mit Spannung erwartete Untersuchung an diesem Dienstag ergab, dass die Sehne gut zusammengewachsen und eine Operation demzufolge nicht notwendig ist. Ein solcher Eingriff wäre gleich­bedeutend mit dem vorzeitigen Ende der Karriere gewesen.

Damit hat sich Tim Kruse nach eigenen Angaben aber nicht wirklich beschäftigt. „Ganz ehrlich – ein vorzeitiges Karriere-Ende war für mich nie ein Thema, weil ich gespürt habe, dass es von Woche zu Woche besser wird. Von den Ärzten habe ich jetzt noch die Bestätigung dafür bekommen“, sagt der 2016 vom Halleschen FC nach Cottbus gewechselte Mittelfeldspieler.

In den vergangenen Wochen ­hatte Tim Kruse neben der Reha auch genügend Zeit, um noch einmal über sein geplantes Karriere-Ende im Sommer nachzudenken. Auch wenn so mancher den Routinier gern noch eine weitere Saison als Denker und Lenker des Mittel­feldes sehen würde, bleibt es bei der ursprünglich getroffenen Entscheidung: Nach der Saison macht Tim Kruse Schluss mit dem Profifußball. „Der Entschluss steht, daran wird sich nichts mehr ändern“, versichert er am Mittwoch auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Die Zukunft muss Energie Cottbus also ohne Tim Kruse planen, der sich über seine Pläne nach der Karriere noch bedeckt hält, die entsprechenden Ideen allerdings vorangetrieben hat. In der laufenden Saison könnte der Routinier und nach dem Abschied von Marc Stein wohl auch designierte Kapitän jedoch noch einmal eine wichtige Rolle im Kampf um den Klassenerhalt spielen.

Zumal speziell das Mittelfeld gehörig umstrukturiert werden musste. Neben Kruse fehlen derzeit auch Daniel Stanese, Paul Gehrmann, Fabio Viteritti, Maximilian Zimmer und Jonas Zickert aufgrund von Verletzungen. Mit Jürgen Gjasula (Viktoria Berlin) und Daniel Bohl (Hallescher FC) wurden kurz vor Transferschluss zwei neue Mittelfeldspieler geholt. Außerdem müssen die ebenfalls neuen Robert Müller (KFC Uerdingen) und Luke Hemmerisch (Erzgebirge Aue) jetzt schnell integriert werden. Sie alle stehen vor ihrem Debüt im FCE-­Trikot am Samstag gegen Würzburg.

Tim Kruse hat den Abstiegskampf in den vergangenen Wochen mehr oder weniger von der Seitenlinie aus verfolgt, weil er wegen seiner Achillessehnen-Verletzung in der Reha und nur selten in der Kabine war. Das wird sich jetzt wieder ändern.  Kruse weiß mit seiner langjährigen Profi-Erfahrung, dass der Klassenerhalt für den Aufsteiger kein Selbstläufer wird. Der FCE liegt derzeit zwar auf Tabellenplatz 15, ist allerdings punktgleich mit der Abstiegszone. „Nicht zuletzt wegen der Neuzugänge bin ich aber fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam die Sache gut über die Bühne bringen“, sagt Tim Kruse.