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| 16:57 Uhr

Cottbus
Teamgeist als zwölfter Mann beim FCE

„Die Mannschaft hat sich inzwischen nicht nur sportlich, sondern auch sozial gefunden“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.
„Die Mannschaft hat sich inzwischen nicht nur sportlich, sondern auch sozial gefunden“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz. FOTO: fotostand / Fotostand / Weiland
Cottbus. Energie Cottbus setzt beim Start gegen Rostock am Sonntag auf seine eingespielte Mannschaft und die Fans. Trainer Wollitz will sich mit den Gegnern „auf Augenhöhe treffen“. Von Frank Noack

Das Vorspiel zum lang ersehnten Fußballfest an diesem Sonntag im Stadion der Freundschaft dauerte gut zwei Jahre. Drei Termine waren in dieser Zeit wahrscheinlich ganz besonders wichtig: Juni 2016 – Energie Cottbus startet den Neubeginn nach dem schmerzhaften Abstieg mit einem neuen und jungen Team. Juli 2017 – Energie beginnt seine zweite Saison in der Regionalliga mit einem souveränen 4:0-Sieg bei der TSG Neustrelitz. Mai 2018 – Der Aufstieg ist perfekt! Energie zittert zwar, kehrt nach einem 0:0 im Rückspiel gegen Weiche Flensburg aber zurück in den Profi-Fußball. „Am 27. Mai ist uns die Krönung gelungen. Jetzt gilt es, die Herausforderungen der 3. Liga anzunehmen“, sagt FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz vor dem Start an diesem Sonntag gegen Hansa ­Rostock (13 Uhr, LR-Liveticker, Livestream bei Telekom Sport).

Die äußeren Bedingungen versprechen ein Fußballfest. Bis Freitag waren 12 500 Karten verkauft. Knapp 2500 Fans werden die Gäste aus Rostock begleiten. Bei Energie rechnet man mit 15 000 Besuchern im Stadion der Freundschaft.

Nüchtern betrachtet, könnte man die Rückkehr in die 3. Liga als Wiedergutmachung eines Betriebsunfalls vor zwei Jahren werten – wobei der Absturz in die Regionalliga letztlich kein Unfall, sondern die Quittung für jahrelange Fehlentwicklungen war. Vor allem aber geht für die meisten Spieler mit diesem Spiel ein Traum in Erfüllung – der Traum von der 3. Liga. Für fast alle FCE-Profis ist diese Spielklasse absolutes Neuland. „Ich freue mich schon darauf, meinen ersten Ball in der 3. Liga zu kicken“,  erklärt Mittelfeldspieler Kevin Weidlich im sozialen Netzwerk Facebook. Zur Sicherheit hat Weidlich hinter seine Mitteilung noch drei Ausrufezeichen gesetzt, damit der Inhalt der Botschaft – nämlich Vorfreude pur – auch wirklich bei jedem Leser ankommt.

Es ist auch deshalb eine besondere Partie, weil sich Spieler und Verein diesen Traum auf besondere Art und Weise erfüllt haben: Statt auf namhafte Neuzugänge setzt Energie auf den Teamgeist und ein eingespieltes Team. Diese beiden Tugenden sollen die Basis für den Klassenerhalt sein. „Wir haben vor zwei Jahren gesagt: Wenn wir den Aufstieg schaffen, dann ist das unsere Mannschaft. Die Mannschaft hat sich nicht nur sportlich, sondern auch sozial gefunden“, betont Wollitz.

Während für die Spieler also ein Traum in Erfüllung geht, ist es für den Coach der zweite Aufstieg in seiner Karriere als Fußballlehrer. In der Saison 2006/2007 führte er den VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga. Auch Wollitz ist heiß auf die bevorstehende Saison: „Ich freue mich, dieses spannende Projekt weiterführen zu dürfen. Energie Cottbus ist zwar Aufsteiger, hat aber auch was zu bieten. In taktischer Hinsicht werden wir uns mit vielen Mannschaften auf Augenhöhe treffen.“

Bereits gegen Rostock stehen diese Tugenden auf dem Prüfstand. Denn die Gäste haben den Aufstieg zum Saisonziel erklärt. Anders als in den beiden Regionalliga-Jahren ist der FCE diesmal nicht der Favorit. Die Zuversicht bei Wollitz ist jedenfalls groß: „Wir spielen nicht nur mit elf Spielern, sondern zusätzlich mit unserem Publikum im Rücken und dem Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.“

FOTO: LR