ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:31 Uhr

Abschied des Energie-Stürmers (mit VIDEO)
„Verwirrender“ Mamba: Märchen im Vollsprint

 Streli Mamba (M.) kam vor drei Jahren aus der 5. Liga.
Streli Mamba (M.) kam vor drei Jahren aus der 5. Liga. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Vor drei Jahren spielte Streli Mamba in der 5. Liga. Ab der kommenden Saison sprintet er in der Bundesliga. Zum Abschied bekommt er von Energie-Trainer Wollitz noch einen Rat mit auf den Weg. Von Frank Noack

Sein allerletztes Tor im Trikot von Energie Cottbus war zweifellos eines der wichtigsten in den vergangenen drei Jahren. Streli Mamba schoss den FCE mit seinem Treffer beim 1:0 gegen Optik Rathenow zum Sieg im Brandenburger Fußball-Landespokal und sicherte damit nicht nur den Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals, sondern gleichzeitig auch 200 000 Euro für den Neuaufbau in der Regionalliga.

Auch für Streli Mamba schien dieser Treffer in Rathenow eine Erleichterung zu sein. Denn der 24-jährige Torjäger wirkte danach gelöst wie selten, was man auch daran erkannte, dass er – anders als in den Wochen zuvor – sogar Interviews gab. „Die Freude über den Pokalsieg sollte trotzdem groß sein, auch wenn es in der Liga mit dem Abstieg ziemlich bitter für uns gelaufen ist. Wir sind wegen eines einzigen Tores abgestiegen“, erklärte Mamba im RUNDSCHAU-Interview.

Dieses eine fehlende Tor – es tut immer noch verdammt weh. Zumal Streli Mamba diesen einen Treffer in der zurückliegenden Saison gleich mehrfach auf dem Fuß hatte. Mit elf Treffern war Mamba am Ende zwar bester Schütze des Teams – trotzdem wird er vielen Fans wohl vor allem als Torjäger der vergebenen Chancen im Gedächtnis bleiben. Es gibt interne Statistiken, die sprechen gleichzeitig für und gegen Mamba. Ja, dank seiner herausragenden Schnelligkeit erspielte sich der Stürmer viele Tormöglichkeiten. So viele Möglichkeiten übrigens wie kein anderer Spieler der 3. Liga. Und nein, die meisten der Bälle fanden am Ende nicht den Weg in den gegnerischen Kasten.

Dafür fand Streli Mamba den Weg in die Bundesliga. Überraschungs-Aufsteiger SC Paderborn stattete ihn mit einem Dreijahres-Vertrag bis 2022 aus, nachdem die Westfalen den FCE-Angreifer schon im vergangenen Sommer holen wollten. Damals scheiterte der Wechsel aber an der geforderten Ablösesumme in Höhe von 750 000 Euro.

Die vergangenen drei Jahre bei Energie Cottbus haben gezeigt: Am wohlsten fühlt sich Mamba, wenn er in den freien Raum sprinten kann. Dass der Paderborner Sport-Geschäftsführer Markus Krösche bei der Verpflichtung des Torjägers dessen „hohe Qualität in den 1:1-Duellen“ hervorhebt, darf man wohl in erster Linie als Motivation für die zukünftige Arbeit des Neuzugangs in Paderborn werten.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz traut Mamba bei seinem neuen Club einiges zu, hat aber auch einen dringenden Rat. „Seine Schnelligkeit ist super und wird ihm in der Bundesliga helfen, weil Paderborn sicher auf Konter spielen wird. Aber er braucht Räume für sein Spiel“, erklärte Wollitz. „Und er braucht die nötige Fitness, die er sich jeden Tag im Training holen muss. Das fängt jetzt im Urlaub schon an. Da muss er die Basis schaffen, um dann gut vorbereitet zu starten.“

Wer genau hinhört, kann auch darin einen Hinweis erkennen, woran Mamba arbeiten muss. Denn trotz seiner 24 Jahre steht der Stürmer immer noch am Anfang seiner Karriere. Vor drei Jahren holte ihn Energie aus der 5. Liga vom SV Sandhausen II aus der Oberliga Baden-Württemberg. Bis dahin hatte Mamba im Männerbereich praktisch in jeder Saison den Verein gewechselt. In einem vierwöchigen Probetraining überzeugte er in Cottbus – vor allem dank seiner Schnelligkeit.

Fußballerisch waren die Anfänge in der Lausitz dagegen eher, wenn man das so sagen darf, unorthodox. „Sein Spiel ist manchmal etwas verwirrend, wobei ich das nicht negativ meine“, sagte Trainer Wollitz damals nach den ersten Testspielen über Mamba.

Dass dieser Streli Mamba nun in der Bundesliga kicken darf, klingt nach einem kleinen Fußball-Märchen. Und das ist es wohl auch. „Ich hätte mir das nicht in den schönsten Träumen ausgemalt. Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken“, erklärt Mamba zum Abschied. „Ich bin hier zum Profifußballer gereift. Das werde ich niemals vergessen. Dass ich in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen darf, ist ein Verdienst der Mannschaft von Energie Cottbus.“

Jener Mannschaft, die jetzt nach dem Abstieg auseinanderbricht. Wie das Gesicht des neuen FCE-Teams aussieht, ist noch völlig unklar.