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Fußball
Mamba räumt letzte Missverständnisse aus

Der Publikumsliebling durfte nach seinem Comeback gleich wieder zu den Fans auf den Zaun. Ein Zeichen dafür, wie sehr sie ihn in Cottbus mögen.
Der Publikumsliebling durfte nach seinem Comeback gleich wieder zu den Fans auf den Zaun. Ein Zeichen dafür, wie sehr sie ihn in Cottbus mögen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Angreifer eröffnet Energie Cottbus mit seiner überraschenden Rückkehr wieder mehr Möglichkeiten. Trotzdem soll im Winter Verstärkung kommen.

Lasst uns froh und munter sein: Nach dem Energie-Heimsieg am Adventssonntag gegen Neugersdorf wurde im Stadion der Freundschaft wieder gefeiert und gesungen. Die Profis jubelten vor den Fans auf der Nordwand – so wie immer. Und Torjäger Streli Mamba kletterte wieder mit dem Megafon auf den Zaun – so wie schon lange nicht mehr. Viele FCE-Fans hatten wohl damit gerechnet, eher den Nikolaus beim Befüllen der blank polierten Stiefel zu erwischen, als Mamba in diesem Jahr noch einmal mit frisch geputzten Fußballschuhen im Energie-Trikot zu erleben.

Die überraschende Rückkehr des Publikumslieblings in den Kader, auf den Platz, in die Torschützenliste und schließlich auf den Zaun war das kleine Cottbuser Vorweihnachtsmärchen. Und Mamba strahlte wie bei der Bescherung. Er berichtete: „Ich bin glücklich. Für mich war das wie gemalt, ein Tor und einen Sieg zur Rückkehr – das wünscht man sich immer.“

Nach seinem Treffer zum 2:0-Endstand lief der Angreifer ganz langsam an der Nordwand vorbei und hielt sich die Hand ans Ohr. So als wollte er lauschen, ob wirklich auch alle Fans klatschen. Konnte es daran Zweifel geben? Womöglich. Schließlich war die Verletzungspause des 23-Jährigen von einigen Misstönen begleitet worden. Selbst für Trainer Claus-Dieter Wollitz war offenbar nicht klar: Ist der Stürmer wirklich verletzt – oder beginnt da ein Vertragspoker der unschönen Sorte?

Im Internet gab es Stimmen, die Mamba eine Söldnermentalität unterstellten und dem Verein dazu rieten, sich vom Torjäger zu trennen. Dies veranlasste Vereinspräsident Michael Wahlich dazu, ein Machtwort zu sprechen. Er nahm den Spieler und Schutz und erklärte: „Die Sicht der Foren und Netze, der Anonymen, wird unserem Spieler Streli Mamba nicht gerecht. Er ist ein Riesentalent, er will unbedingt spielen, er will das Projekt Aufstieg mit voller Kraft begleiten.“

Die internen Misstöne, die es dem Vernehmen nach tatsächlich gab, scheinen ausgeräumt. Auch mit Wollitz, der zwischenzeitlich bei einer Pressekonferenz die unklare Verletzungsgeschichte des Spielers ausführlich seziert und danach sauer gefragt hatte: „Soll ich für Herrn Mamba, oder wen auch immer, Lügengeschichten erzählen?“

Mamba räumte am Sonntag die letzten Missverständnisse aus und verdeutlichte „Es gab einen Moment für den Trainer, wo es ein bisschen unklar war, woher die Verletzung kommt. Aber wir haben dann gut kommuniziert und gut gearbeitet mit den Medizinern und den Physiotherapeuten. Jetzt bin ich wieder da.“ Sein Verhältnis zu Claus-Dieter Wollitz beschreibt Mamba als „sehr gut“ und verdeutlicht: „Der Trainer gibt mir eine sehr gute Unterstützung. Vor der Einwechslung hat er mir gesagt, ich soll spielen wie immer und ein Tor schießen.“

Dieser Plan ging vorzüglich auf, Mamba will jetzt schnell wieder richtig fit werden: „Ich brauche Training, Training, Training – und die beiden Spiele werden mir auch helfen.“ Wollitz betont, dass er durch den extrem antrittsschnellen Spieler wieder mehr Optionen im Offensivspiel habe. Mitspieler Fabio Viteritti betonte: „Er ist ein absolut besonderer Stürmer. Das sieht man schon an seiner Torquote. Gut, dass er wieder zurück ist.“

Doch eine Ein-Mann-Mamba-Show soll es in Cottbus nicht geben. Der Verein will sich im Winter in der Offensive verstärken. Daran ändert auch die vorzeitige Rückkehr des Torjägers nichts. So steht zum Beispiel nach den beiden verbleibenden Spielen in Altglienicke und gegen Neustrelitz die Entscheidung bei Probespieler Kevin Scheidhauer an. Der trainiert noch bis zur Weihnachtspause mit. Der 25-Jährige gab am Wochenende zu verstehend, dass in den Verhandlungen alles völlig offen sei.

Und bei Mamba? Stehen da auch Vertragsgespräche an? Der 23-Jährige wollte darüber nach seinem geglückten Comeback nicht nachdenken: „Ich habe einen Vertrag bis 2018. Wir sollten über Fakten reden. Ich bin glücklich, dass ich erstmal wieder fit bin. Alles andere interessiert mich gar nicht.“

Streli Mamba erzielte seinen elften Treffer im neunten Spiel.
Streli Mamba erzielte seinen elften Treffer im neunten Spiel. FOTO: Steffen Beyer