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| 08:24 Uhr

Fußball
„Stein brutal“ - Sorgen um den FCE-Helden vom Betzenberg

FOTO: Energie Cottbus
Kaiserslautern. Für solche Siege braucht es besondere Spieler: Kapitän Marc Stein war am Freitagabend bei Energie Cottbus der Held vom Betzenberg. Mit gebrochener Nase köpfte er das Führungstor und dirigierte das Abwehrbollwerk. Doch wie geht es mit dem verletzten Kapitän nun weiter? Von Jan Lehmann

Am Tag kommen die Schmerzen – und wohl auch der Stolz. Energie-Kapitän Marc Stein war bei Cottbuser 2:0-Auswärtssieg in Kaiserslautern am Freitagabend der Held vom Betzenberg. Mit gebrochener Nase köpfte der 33-Jährige erneut das Führungstor und dirigierte zudem seine Mannschaft zu einer blitzsauberen Auswärtsleistung im legendären Fritz-Walter-Stadion.

Bereits in der 6. Minute hatte Marc Stein sich schwer im Gesicht verletzt – nach einem Zusammenprall mit der Lauterer Dominik Schad musste er lange an der Außenlinie behandelt werden. Die Cottbuser Betreuer versuchten irgendwie, die Blutung zu stoppen. Stein berichtete später bei „Telekom Sport“: „Als ich mir nach dem Zweikampf an die Nase gefasst habe, war mir klar, was los ist. Sie ist wohl gebrochen. Es ging dann nur noch darum, ob die Schmerzen erträglich sind und ich weiter­spielen kann.“

Das konnte er – und wie. Stein war Dreh- und Angelpunkt der Fünferkette in der Cottbuser Abwehr. Mit schiefer Nase, kerzengeradem Rücken und viel Adrenalin im Körper sortierte er die Formation immer wieder neu, war zudem in entscheidenden Abwehrsituationen mit der Fußspitze pünktlich zur Stelle. Und vorn machte Stein das, was de FCE in dieser Saison nun schon sieben Punkte beschert hat. Wie schon in der vergangenen Woche köpfte Stein nach einer Flanke von Fabian Holthaus das 1:0 (47. Minute) für Energie.

Mit dem Wattestopfen in der Nase stieg der Kapitän am höchsten und erziele nach den beiden Toren gegen Unterhaching (2:2) sowie dem Treffer gegen Jena sein viertes Saisontor. Lauterns Keeper Wolfgang Hesl konstatierte später frustriert: „Energie hilft der Standard, das ist für die der Türöffner. Das passt zu deren Spielweise wie die Faust aufs Auge, dass sie noch mehr auf Konter spielen können.“

Weil Stein und seine Mannen auch in der zweiten Halbzeit nur eine echte Torchance des großen Liga-Favoriten zuließen, konnte Energie tatsächlich kontern und mit dem Tor von Lasse Schlüter zum 2:0 (75.) alles klar machen. Nicht nur für Mitspieler Fabio Viteritti war der Kapitän der Held des Tages. Viteritti erklärte glücklich im Spielertunnel: „Marc Stein ist brutal - er köpft mit einer gebrochenen Nase das Ding da rein. Er ist ein absoluter Führungsspieler, der Leader in der Mannschaft. Er bringt uns voran und pusht die Mannschaft immer wieder, es ist unglaublich was er leistet.“

Stein musste derweil schnell in die Kabine, er wurde sofort wieder behandelt. Erst in der kommenden Woche wird nun geklärt werden, wie es mit dem 33-Jährigen weiter geht. Bei Energie muss man sich Sorgen machen. Es ist noch nicht klar, ob Stein operiert werden muss – oder ob er am kommenden Samstag im Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte (14 Uhr) möglicherweise mit einer Gesichtsmaske wieder auf dem Rasen stehen kann. Zumindest die neunstündige Busfahrt nach Cottbus blieb dem Kapitän erspart. Für das freie Wochenende durfte Stein am Freitagabend gleich in Richtung Stuttgart zu seiner Ehefrau Julia und dem gemeinsamen Sohn Ben düsen. Das dürfte die Schmerzen etwas erträglicher machen.