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| 18:27 Uhr

FCE-Neuzugang aus Kanada
Stanese muss sich Platz in der Startelf erkämpfen

Daniel Stanese (M.) wechselte vom künftigen Drittliga-Konkurrenten VfR Aalen in die Lausitz.
Daniel Stanese (M.) wechselte vom künftigen Drittliga-Konkurrenten VfR Aalen in die Lausitz. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Neuzugang Daniel Stanese fühlt sich zwar schon jetzt wohl bei Energie Cottbus – aber einen Platz in der Startelf hat er derzeit nicht. Die Intensität im Training ist ungewohnt hoch für den Kanadier. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Etwa 560 Kilometer sind es vom Stadion des VfR Aalen in Baden-Württemberg bis zum Stadion der Freundschaft in Cottbus. Der Weg in die Startformation des FC Energie ist für Daniel Stanese ebenfalls kein Katzensprung. Denn der 24-jährige Kanadier muss sich seinen Platz im Team des Aufsteigers in die 3. Liga erst erkämpfen. Das Zwischenfazit nach den bisherigen fünf Testspielen: Obwohl Stanese viele gute Voraussetzungen mitbringt, ist vor allem Geduld gefragt – und  zwar von beiden Seiten. Immerhin kommt er in ein Team, das in den vergangenen beiden Regionalliga-Jahren zu einer echten Einheit zusammengewachsen ist. „Er ist in eine Mannschaft reingekommen, in der es im Spiel und auch auf dem Trainingsplatz mittlerweile viele Automatismen gibt. Wir müssen deshalb Geduld mit ihm haben. Aber er wird seinen Weg finden und zu einer Verstärkung werden“, erklärt FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Stanese ist laufstark, beidfüßig und verfügt über ein sehr gutes Kopfballspiel. Alles Tugenden, die ihn eigentlich für die Rolle des Abräumers im zentralen Mittelfeld prädestinieren. Wenn Energie Cottbus am 29. Juli mit dem Heimspiel gegen Hansa Rostock in die neue Saison startet, wird auf dieser Position aber nach Lage der Dinge wie gewohnt Tim Kruse spielen. Denn Stanese muss sich auch in körperlicher Hinsicht erst an die tägliche Trainingsarbeit gewöhnen. „Diese Intensität ist neu für ihn, weil wir viele Spielformen haben, die sehr intensiv sind“, wirbt Wollitz ausdrücklich um Geduld mit dem Neuzugang.

Daniel Stanese wird eine Verstärkung für Energie Cottbus werden – da sind sich alle Beteiligten sicher. Der Kanadier bereut seinen Wechsel von Baden-Württemberg, wo er zwei Jahre lang gespielt hat, jedenfalls nicht. „Das ist hier ein großer Traditionsverein. Ich kenne auch viele kanadische Spieler, die hier früher gespielt haben. Das hat mich überzeugt, hier zu unterschreiben. Die Cottbuser sind einfach ein großes Team“, erklärt der ehemalige U20-Nationalspieler Kanadas. Auch in der Nationalelf der Ahornblätter kam er in einer Partie zum Einsatz.

Rückblick: 2013 wechselt Stanese nach Deutschland und schließt sich der Nachwuchsabteilung des 1. FC Nürnberg an. Anschließend spielt er für die Reserve des FC Augsburg, danach geht es weiter nach Aalen. Und nun will er sich also in Cottbus durchsetzen.

Kanadier in Cottbus? Da war doch mal was! Stimmt. Der bekannteste Name aus Kanada ist Kevin McKenna, der von 1998 bis 2001 und von 2005 bis 2007 das Energie-Trikot trug. Mit Adam Straith hat ein weiterer Kanadier in Cottbus gespielt (2008 bis 2012). Gabriel Boakye wechselte erst jetzt im Sommer vom FCE zum 1. FC Köln II. Mit Straith hat sich Stanese übrigens ausgetauscht, bevor er den Zweijahres-Vertrag in Cottbus unterzeichnete. „Adam hat mir gesagt, dass Cottbus ein toller Verein ist und ich soll einfach unterschreiben“, berichtet der Neuzugang.

Im Aufstiegsteam des FC Energie ist der Kanadier einer der wenigen Spieler, die sich in der 3. Liga bereits auskennen. In zwei Dritt­ligaspielzeiten absolvierte er insgesamt 48 Spiele für den VfR Aalen. Dort wurde er vor allem von Trainer Peter Vollmann gefördert. Im Sommer war dann Schluss für Vollmann in Aalen  – und auch für Daniel ­Stanese, der sich in Cottbus nicht zuletzt dank Trainer Claus-Dieter Wollitz schon recht heimisch fühlt: „Er ist ein korrekter Mensch und ein richtig guter Trainer. Ich freue mich sehr, mit ihm zu arbeiten.“

Das Ziel des Neuzugangs ist natürlich der Sprung in die Startformation, den Stanese so schnell wie möglich schaffen will. Zumindest aber bis November, denn dann kommt Adam Straith mit den Sportfreunden Lotte in das Stadion der Freundschaft. Und dieser Adam Straith hatte ihm ja schließlich den Wechsel nach Cottbus empfohlen.

Der Ex-Cottbuser Adam Straith spielt in Lotte.
Der Ex-Cottbuser Adam Straith spielt in Lotte. FOTO: imago/osnapix / osnapix