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| 18:23 Uhr

Fußball
Sprintet Streli Mamba doch noch weg?

Torjäger Streli Mamba (l.) will Energie verlassen – der Verein bleibt bei seinem Veto.
Torjäger Streli Mamba (l.) will Energie verlassen – der Verein bleibt bei seinem Veto. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die RUNDSCHAU erklärt, wie Energie Cottbus und die Drittliga-Konkurrenz in der letzten Transferwoche planen. Viele Vereine hoffen wie immer auf Last-Minute-Schnäppchen. Der FCE hofft, dass Mamba bleibt. Von Frank Noack

In der kommenden Woche biegt die Sommer-Transferperiode im deutschen Profi-Fußball auf die Zielgerade ein. Bis Freitag, 31. August, können die Clubs neue Spieler verpflichten. Bei Energie Cottbus sind die Augen vor allem auf Streli Mamba gerichtet. Bleibt der abwanderungswillige Torjäger und akzeptiert das Veto des Vereins? Oder geht er? Die RUNDSCHAU gibt einen Überblick über die Pläne des FCE und der Konkurrenz in der 3. Liga.

So plant Energie Cottbus

Im seit Wochen andauernden Tauziehen um Streli Mamba (24 Jahre) läuft wie erwartet alles auf die letzte Transfer-Woche hinaus. Der 19-fache Torschütze der vergangenen Regionalliga-Saison liebäugelt weiter mit einem vorzeitigen Abschied. Der SC Paderborn hatte bereits ein Angebot abgeben. Energie hat dieses Angebot jedoch abgelehnt und sein Veto gegen einen Wechsel eingelegt. „Fakt ist, dass Mamba weiterhin den Verein verlassen möchte. Fakt ist aber auch, dass wir ihn nicht gehen lassen wollen. Es sei denn, es kommt ein deutlich höheres Angebot als bisher auf den Tisch“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Nach RUNDSCHAU-Information liegt die interne Schmerzgrenze beim FCE bei mindestens 750 000 Euro. Fraglich, ob Paderborn oder ein anderer Zweitligist diese Summe bezahlt. Zumal Mamba, der von seiner Schnelligkeit lebt, erst in den letzten beiden Jahren in Cottbus zum Profi ausgebildet worden ist. Der Vertrag von Streli ­Mamba endet im Juni 2019 – dann kann er ablösefrei wechseln.

Werder Bremen ist weiterhin an Innenverteidiger Malte Karbstein (20) interessiert. Der Youngster soll zunächst in der U23 des Bundes­ligisten aufgebaut werden. Genau wie bei Mamba hat Energie das bisherige Angebot der Norddeutschen abgelehnt. Denkbar ist zudem, dass der FCE andere junge Spieler ausleiht, damit sie beispielsweise in der Regionalliga Wettkampfpraxis sammeln können.

So planen die Mitaufsteiger

Der KFC Uerdingen als aktueller Tabellenzweiter sowie 1860 München haben anders als Energie Cottbus in der Sommerpause mächtig aufgerüstet. Uerdingen holte mit Kevin Großkreutz sogar einen Weltmeister von 2014 in die 3. Liga. Dank der Hilfe von Hauptinvestor Mikhail Ponomarev konnte mit Stefan Aigner ein weiterer gestandener Bundesliga-Spieler verpflichtet werden. Aktuell scheint die Wunschliste von Trainer Stefan Krämer erst einmal abgearbeitet zu sein. „Stand jetzt gehe ich nicht davon aus, dass noch jemand kommt“, sagt der Ex-Cottbuser. Der in diesem Sommer auf Leihbasis von Zweitligist FC St. Pauli verpflichtete Außenbahnspieler Maurice Litka ist nach einer Schulterverletzung wieder ins Training eingestiegen. Mittelstürmer Joshua Endres und Rechtsaußen Florian Rüter wurden vom Training frei­gestellt und sollen den Verein verlassen.

Auch 1860 München verfügt mit dem jordanischen Geschäftsmann Hasan Ismaik über einen potenten Geldgeber. Auf der Liste der Neuzugänge stehen mit Mittelfeldspieler Quirin Moll (Eintracht Braunschweig) sowie den Stürmern Stefan Lex (FC Ingolstadt) und Adriano Grimaldi (Preußen Münster) entsprechend hochkarätige Namen. Weitere Verpflichtungen sind derzeit nicht geplant. Allerdings hat sich Stürmer Markus Ziereis beim 7:1-Sieg im Landespokal beim FC Ergolding am Knie verletzt.

So plant der SV Meppen

Die Emsländer sind der nächste Gegner des FCE. Meppen gastiert an diesem Samstag um 14 Uhr im Stadion der Freundschaft und vermeldet einen weiteren Neuzugang. Mittelfeldspieler Julian von Haacke wird bis zum Saisonende vom Zweitligisten Darmstadt 98 ausgeliehen. Meppen reagiert damit auf die langfristigen Ausfälle von Marcel Gebers, Fabian Senninger und Luka Tankulic. In der letzten Transfer­woche könnte noch ein weiterer Mittelfeldspieler kommen. „Wir schauen uns um. Es werden Gespräche ­geführt. Aber es muss sportlich und finanziell genau passen“, betont Trainer Christian Neidhart.

Er hofft, dass Torwart Erik Domaschke bald wieder zur Verfügung steht. Domaschke hatte sich kurz vor dem Saisonstart verletzt. Mit dessen Stellvertreter Jeroen Gies gab es bislang einen Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen.

So plant die Konkurrenz

Eintracht Braunschweig hat in dieser Woche seinen Stürmer Suleiman Abdullahi überraschend zu Union Berlin ausgeliehen, weil der Nigerianer entsprechend den Regularien in der 3. Liga nicht spielberechtigt ist. Trainer Henrik Pedersen hätte gerne noch zwei Spieler für die Offensive.

„Unser Kader ist zu“, sagt dagegen Sportdirektor Ralf Heskamp vom Halleschen FC und wehrt Fragen nach möglichen Zugängen bis zum Ende der Transferperiode ab. Auch, weil dem HFC nach der Beinahe-Insolvenz im Februar durch eine Liquiditätslücke von 1,4 Millionen Euro gerade die Mittel fehlen, um sich noch wirkliche Verstärkungen zu angeln. Dass aber ein Backup für die zwei Stürmer Mathias Fetsch und Pascal Sohm fehlt, ist den Verantwortlichen natürlich aufgefallen.

Klar ist: Alle Vereine hoffen wie immer auf Last-Minute-Schnäppchen. Der Karlsruher SC will auf der Sechserposition noch etwas tun, weil hier der  Aderlass durch die Abgänge von Marcel Mehlem, Kai Bülow und Andreas Hofmann hoch war. Bei den Spotfreunden Lotte liebäugelt man mit Verstärkungen im zentralen Mittelfeld und im Angriff. Der SV Wehen Wiesbaden will sich in der Offensive noch einmal verstärken. Die Würzburger Kickers haben kürzlich den Ex-Cottbuser Patrick Breitkreuz für den Angriff geholt.

Und beim VfL Osnabrück hofft Trainer Daniel Thioune auf externe Hilfe in der letzten Transferwochen: „Sollte es von irgendwo eine Finanzspritze geben, würde ich mich freuen, wenn wir die in Beine investieren – dann würde ich drei Spieler holen, für jeden Mannschaftsteil einen.“