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| 12:39 Uhr

Fußball
„Spielchen und Intrigen“ - Wahlich spricht über seine Abschieds-Mail

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Rücktritt von Energie-Präsident Michael Wahlich schlägt große Wellen, unter den Anhängern des Vereins wird heftig über die Gründe für den Abgang des beliebten Vereinschefs diskutiert. Dazu ist jetzt eine vermeintliche Abschieds-Mail von Wahlich aufgetaucht. Die RUNDSCHAU hat ihn dazu befragt. Von Jan Lehmann

Im offiziellen Statement des FC Energie hatte Michael Wahlich schon angedeutet, dass er sein Amt nicht ohne Groll abgibt. So ließ sich Wahlich vom Verein zitieren: „Ganz am Anfang beim ersten Kennenlernen mit dem Verwaltungsrat habe ich deutlich gemacht, dass ich einen Neuanfang mit ehemaligen Funktionären nicht als besonders hilfreich ansehe und nicht befürworte. Die derzeitigen Bewegungen im Umfeld und im Verein diesbezüglich entsprechen nicht meinen Vorstellungen.“

Nun kursiert im Internet zudem noch eine Abschieds-Mail von Wahlich. Dort wird er noch deutlicher. Das ist der Original-Wortlaut: „Liebe Mitarbeiterinnen und liebe Mitarbeiter, vor reichlich 2 Jahren habe ich Sie informiert, dass ich Präsident vom FCE werde. Sie konnten die Zeit mitverfolgen. Meine Mission „Wiederaufstieg“ habe ich erfüllt. Nun gibt es im Umfeld Spielchen und Intrigen, die ich nicht bereit bin mitzutragen, deshalb habe ich vorgestern meinen Rücktritt zum 31.12.2018 erklärt. Sollten Sie irgendwo hören, es wäre aus gesundheitlichen Gründen, dann kann ich Sie beruhigen, diese Information ist falsch. Krank sind andere! Beste Grüße, Michael Wahlich“

Der FCE-Präsident bestätigte der RUNDSCHAU am Freitag die Echtheit der Mail, betonte aber, dass er sie nicht wie vielerorts angenommen an die Mitarbeiter der FCE-Geschäftsstelle geschickt habe. Vielmehr sei das eine interne Mail in seiner Firma, der Cottbuser Presse Vertrieb OHG gewesen. Wahlich erklärte: „Ich habe meinen Mitarbeitern auf diesem Weg einst auch meine schwere Erkrankung mitgeteilt, damit sie wissen, wie es um ihren Chef steht. Und ich habe sie vor gut zwei Jahren so auch vorab darüber informiert, dass ich Präsident bei Energie Cottbus werde. Diese Transparenz im Unternehmen ist mir sehr wichtig. Umso mehr bin ich nun darüber enttäuscht, dass einer meiner Mitarbeiter dieses Vertrauen missbraucht hat.“

Wahlich, der in der RUNDSCHAU bereits offenbart hatte, eine Krebserkrankung überstanden zu haben, wollte demnach mit dieser Mail vor allem seine Belegschaft beruhigen. Ihm sei es wichtig, darauf hinzuweisen, dass gesundheitliche Gründe bei der Entscheidung für den Rücktritt beim FCE keine Rolle gespielt haben. Dass aus seiner internen Mail herauszulesen ist, dass Wahlich mit den Geschehnissen hinter den Kulissen beim Verein absolut unzufrieden war, ist dem Noch-Präsidenten bewusst. Er betonte am Freitag: „Das ist auch so, ohne Frage.“