ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:15 Uhr

Partie von Energie Cottbus in Unterhaching abgesagt
Spielausfall kostet Nerven und viel Geld

 Nur der Schneemann schaut zu: Im Alpenbauer-Sportpark von Unterhaching war am Sonntag kein Fußballspiel möglich.
Nur der Schneemann schaut zu: Im Alpenbauer-Sportpark von Unterhaching war am Sonntag kein Fußballspiel möglich. FOTO: SpVgg Unterhaching
Cottbus/Unterhaching. Energie Cottbus fährt 1140 Kilometer durch Deutschland - umsonst. Der Verein reagiert mit Kritik am DFB auf die späte Absage der Drittliga-Partie bei der SpVgg Unterhaching. Von Frank Noack

Es wurde zwar überhaupt nicht gespielt, trotzdem sorgt die am Sonntag ausgefallene Drittliga-Partie von Energie Cottbus bei der SpVgg Unterhaching für jede Menge Wirbel – genauer gesagt Flockenwirbel. In den sozialen Netzwerken wie Twitter ­kommentiert der FCE die kurzfristige Absage des Spiels mit ­Galgenhumor und verbucht die lange, letztlich aber unnötige Reise in den Süden der Republik als „teambildende Maßnahme“. ­Stürmer ­Kevin Scheidhauer meint bei Instagram kurz und knackig: „Danke für nix.“

Genau wie die Spieler nahm auch Trainer Claus-Dieter Wollitz ganz viel Frust mit auf die Heimreise. Er übt nach der kurzfristigen Absage der Partie deutliche Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass man uns überhaupt anreisen lässt. Das ist eine eklatante Fehlentscheidung durch den DFB“, sagt Wollitz gegenüber der RUNDSCHAU.

Dass die Absage passsende­rweise von Schiedsrichter Nicolas Winter aus Freckenfeld getroffen wurde, fand man im Energie-Lager nicht wirklich witzig. Winter entschied kurz nach 9 Uhr: Kein Fußball möglich, die Partie fällt aus! Das Spiel zwischen Unterhaching und dem FC Energie sollte um 14 Uhr im ­Alpenbauer-Sportpark angepfiffen werden.

Am Samstag präsentierte sich die Spielfläche noch in Grün, am Sonntagmorgen machte der Schnee dann sämtliche Hoffnungen auf eine Austragung der Partie zunichte.

Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. In jedem Fall dürfte es für den FCE eine zusätzliche englische Woche im Kampf um den Klassenerhalt bedeuten. In der Tabelle liegt der Aufsteiger weiterhin auf Rang 15, also einem Nichtabstiegsplatz.

Nach der Absage trat das Team am Sonntagmorgen um 10 Uhr die etwa 570 Kilometer lange Heimreise auf der winterlichen Autobahn an. Nach Ansicht von Wollitz hätte die Partie durch den DFB früher abgesagt werden müssen. „Die Wetterprognose war eindeutig. Es war seit Dienstag klar, dass es zu einhundert Prozent lang anhaltende Schneefälle geben wird. Deshalb finde ich es unverantwortlich, dass man uns und auch die Fans bei diesen gefährlichen Straßenverhältnissen quer durch Deutschland fahren lässt“, erklärt Wollitz. Neben dem Sicherheitsaspekt ärgert sich der Coach auch über die anfallenden Kosten. Laut Wollitz kostet diese Dienstreise inklusive der Hotelübernachtung am Tegernsee „mehrere Tausend Euro“.

Mit an Bord des Mannschaftsbusses waren auch die vier Neuzugänge. Auf ihr Pflichtspiel-Debüt im FCE-Trikot müssen Robert Müller (32/KFC Uerdingen), Luke Hemmerich (20/Erzgebirge Aue), Daniel Bohl (24/Hallescher FC) und Jürgen Gjasula (33/Viktoria Berlin) nun also noch eine Woche länger warten.

Am Samstag trifft Energie im ­Stadion der Freundschaft auf die Würzburger Kickers (14 Uhr). Würzburg kam am Samstag zu einem 2:1-Sieg gegen den VfR Aalen. Das späte Siegtor der Kickers erzielte der Ex-Cottbuser Sebastian Schuppan.

Für die SpVgg Unterhaching ist es übrigens bereits die zweite Spielabsage nach der Winterpause. Denn auch die Partie beim VfR Aalen am vergangenen Montag fiel den ­winterlichen Bedingungen zum ­Opfer. „Ich habe noch nie erlebt, dass zwei Spiele in Folge nicht stattfinden können“, sagt Trainer Claus Schromm. „Vor allem hatten wir am Tag zuvor noch optimale Bedin­gungen.“

Am Sonntag war dann jedoch nur noch Schneemann bauen in ­Unterhaching möglich.

   Claus-Dieter Wollitz: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass man uns überhaupt anreisen lässt.“
Claus-Dieter Wollitz: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass man uns überhaupt anreisen lässt.“ FOTO: Steffen Beyer